Hinterweidenthal
Betreiberwechsel im Pflegeheim Seniorenpark
„Ich werde bald 70 Jahre alt“, nennt Hans Jung den Hauptgrund, warum er nach 13 Jahren im Seniorenpark Hinterweidenthal in den Ruhestand wechselt. Die Corona-Pandemie und die immer schwierigeren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben den Schritt erleichtert. Jung spricht „die unfassbare Bürokratisierung, die einem den Spaß nimmt“, an. Die Eugeria-Betreibergesellschaft, an der sein Bruder beteiligt war und die auch das Haus St. Stephanus im saarländischen Oberthal führte, hat er im Februar an die Tarentum Unternehmensgruppe verkauft. „In den nächsten Jahren werden weitere kleinere Betreibergesellschaften von großen Unternehmen übernommen werden“, skizziert er die Entwicklung im Pflegebereich. Sein Haus in Hinterweidenthal hinterlässt er gut bestellt. „Wir haben einen guten Ruf in der Region, die Angehörigen stehen hinter der Einrichtung“, sagt er. Das Team habe in der Pandemie Großartiges geleistet, gerade im Februar, als die Omikron-Variante für gravierende Personalausfälle gesorgt hatte.
Neue Heimleiterin kommt aus Köln
Seit Mitte März ist Dagmar Shenouda als neue Heimleiterin in Hinterweidenthal. Die gebürtige Kölnerin ist gelernte medizinisch-technische Radiologie-Assistentin und hat dann ein Studium der Medizinökonomie absolviert. In Hinterweidenthal hat sie eine Wohnung gefunden und fühlt sich hier gut aufgenommen. „Ich habe einen wunderschönen Arbeitsplatz, der mir wirklich Freude bereitet“, sagt sie. „Das Haus hat einen sehr familiären Charakter, die Bewohner stehen im Fokus, das ist mir wichtig“, erzählt Shenouda.
Derzeit leben im Seniorenpark Hinterweidenthal 72 Senioren, in Oberthal sind es ebenfalls 72. Für beide Häuser wird Shenouda die Geschäftsführung übernehmen. „Durch die neue Betreibergesellschaft wird es sicher die eine oder andere Veränderung geben, das Gesamtkonzept soll aber erhalten bleiben“, sagt sie. „Das ist ein tolles Projekt, das es wert ist, dass man dafür kämpft“, betont sie.
Umzug nach Münchweiler
Die Tarentum Holding GmbH aus Tutzing bei München hat die Betriebsgesellschaft in Hinterweidenthal inklusive der laufenden Pachtverträge übernommen und wird diese unter dem Namen „Paradia Hinterweidenthal“ fort. Ebenfalls wurden alle Verträge, die mit Bewohnern, Personal und Anlegern geschlossenen wurden, unverändert übernommen.
Hans Jung wird sich jetzt ins Privatleben zurückziehen. Der gebürtige Landauer ist vor Kurzem von Neupotz nach Münchweiler gezogen. „Wir haben unser Haus verkauft und in Münchweiler eine schöne Wohnung bezogen“, erzählt er. In den nächsten Wochen will er Abstand zum Seniorenpark finden. „Es ist schon ein bisschen Wehmut da. Aber ich kann ja nicht ewig weitermachen“, bemerkt Jung.
Gast beim Sommerfest
Als Ruheständler hat Jung mehr Zeit für seine Hobbys, die viel zu kurz gekommen seien. Bogenschießen, Motorrad fahren und Musik machen stehen auf seiner Tätigkeitsliste. Spaziergänge mit seiner Hündin im Pfälzerwald gehören ebenso dazu wie Urlaube in der Bretagne, seinem Lieblingsreiseziel.
Seine Aufgabe im Seniorenpark empfang er immer als spannend. Ursprünglich kam er aus der Jugendarbeit. „das war immer Action, immer toll. Die Arbeit hier ist aber genauso spannend, aber viel essenzieller. Hier geht es ums Sterben. Und das Sterben gehört zum Leben dazu“, sagt er. Das Leben im Seniorenpark hat unter Corona gelitten. „Wir haben immer gerne und viel gefeiert“, erzählt Jung. Er hofft, dass es in diesem Jahr wieder das große Sommerfest gibt, bei dem es Live-Musik gibt, das ein Fest der Begegnung ist. Dann wird auch Jung wieder den Weg in den Seniorenpark finden.