Hornbach / Ernstweiler RHEINPFALZ Plus Artikel Besonderer Schwan in Region gesichtet

Ein elegant dahingleitender Schwan auf dem Hornbach.
Ein elegant dahingleitender Schwan auf dem Hornbach.

Höckerschwäne haben den Menschen seit jeher fasziniert. In Kunst, Kultur und Religion wird er bewundert. Jetzt war er auf dem Hornbach zu bestaunen.

Am Zusammenfluss von Hornbach und Schwarzbach ist kurz vor Weihnachten ein Schwan in seiner anmutigen Schönheit, fast schwerelos auf den Wellen des Wasserlaufes dahingeschaukelt. Die faszinierende Ausstrahlung und Eleganz dieses Wasservogels hat die Romantiker, die großen Maler und Komponisten vergangener Zeiten inspiriert und zu unvergessenen Werken angespornt. Beim Adel war der Vogel früh ein Statussymbol.

Reden die Naturfreunde vom Schwan, dann handelt es sich um den hier vorkommenden Höckerschwan. Er ist bei uns der größte fliegende Wasservogel und hat ein Gewicht zwischen acht bis 15 Kilogramm. Die Körperlänge vom Schnabel bis zum Schwanz von bis zu 170 Zentimetern hängt vom Lebensalter ab. Die Flügelspannweite kann bis 2,40 Meter erreichen. Seinem reinweißen Gefieder, mit dem leuchtend orangefarbenen Schnabel mit schwarzer Spitze und dem schwarzen Höcker am Schnabelansatz, verdankt er seine große Bewunderung.

Braucht einen anderen Lebensraum

Auf dem Schwarzbach ist er eigentlich selten zu sehen, was auch weitgehend für den Hornbach zutrifft. Beide Gewässer entsprechen nicht dem typischen Lebensraum der Schwäne. Durch ihre Begradigung kommt es zu schnell abfließendem Wasser. Auch die hohen Böschungen mag er nicht und wegen des fehlenden, reichlichen Pflanzenbewuchses meidet der Schwan solche Gewässer.

Vielmehr liebt er ruhigere, flache Gewässer, größere seichte Seitenarme oder Ausbuchtungen der Bachläufe, Rückstaugräben und weitgehend dauerhaft überflutete Flächen, wo er auch seine Hauptnahrung, die Wasserpflanzen, Asseln, Schnecken und Insekten, findet. Auf Seen, Teichen von Parkanlagen und Gärten, so auch im Zweibrücker Rosengarten, fühlt er sich heimisch. Hier kann er erfolgreich unter Wasser gründeln, um seine beliebte Nahrung zu finden. Außerdem hätte er bei bedrohlichem Dauerfrost im Rosengarten eine sichere Betreuung.

1000 Kilometer ohne Rast in der Luft

Viel häufiger sieht man die Schwäne im Bliestal zwischen Webenheim, Beeden und Limbach. Vor allem das Sumpfbiotop bei Beeden ist ein Treffpunkt der Schwäne. Bei der Fischhütte dort sind in dieser Jahreszeit häufig bis 20 Tiere auf den Wiesen zur Futtersuche unterwegs. Auf dem Land watschelt der Vogel schwerfällig und schwankend dahin. Hat er es nach einer langen Startphase in die Lüfte geschafft, dann kann er nach Beobachtungen der Vogelkundler, wenn er Skandinavien wegen der zufrierenden Gewässer verlässt, bei günstigem Flugwetter ohne Rast bis zu 1000 Kilometern fliegen.

Schwänenmänner bleiben ihren Frauen ein Leben lang treu. Sie haben eine Jahresbrut. Das Gelege mit fünf bis acht Eiern muss mindestens einen Monat bebrütet werden. Dies ist überwiegend die Aufgabe des Weibchens. Das Männchen bleibt zu ihrem Schutz in unmittelbarer Nähe. Wer dem Nest oder dem Nachwuchs zu nahe kommt, der kann mit einem kräftigen Flügelschlag in die Flucht geschlagen werden. Schwäne können bis zu 20 Jahre und vereinzelt noch älter werden.

Symbol schon seit langer Zeit

Ursprünglich stammt der Höckerschwan aus dem nördlichen Mitteleuropa, dem südlichen Skandinavien, dem Baltikum bis zum Schwarzen Meer. Die bei uns anzutreffende Brutpopulation geht auf ausgesetzte und verwilderte Vögel zurück. Schwäne in herrschaftlichen Parks mit großen Wasserflächen gab es schon im englischen Königshaus vor rund 1000 Jahren. Dies setzte sich über das Mittelalter beim Adel als Tradition und Statussymbol fort.

Schon bei den Griechen galt der Schwan als Symbol der Schönheit und Liebe. Der Wasservogel ist auch Protagonist des Ballettmärchens Schwanensee von Pjotr Tschaikowski. Die Aufführung der Lohengrin-Sage von Richard Wagner um den Schwanenritter, dessen Kahn von einem silbern scheinenden Wasservogel gezogen wird, hat König Ludwig II. von Bayern tief beeindruckt. Deshalb ziert ein Gemälde August Heckels mit diesem Motiv eine Wand im Wohnzimmer des Märchenschlosses Neuschwanstein. Der Vogel ist auch häufig Wappentier. Und da ist noch der Luther-Schwan, der den Lebensweg des großen Reformators symbolisiert.

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