Zweibrücken-Land RHEINPFALZ Plus Artikel Bei der Ampel geh’n die Lichter aus

Im Hornbacher Wahllokal in der Pirminiushalle.
Im Hornbacher Wahllokal in der Pirminiushalle.

In der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land folgen die Wähler dem Bundestrend: Die Ampel-Koalition verliert drei Sitze. Die CDU hat einen riesigen Vorsprung vor der SPD. Bürgermeister Björn Bernhard sind zwei Dinge wichtig.

Als Björn Bernhard (CDU) vor vier Jahren sein Amt als Verbandsbürgermeister antrat, sah er sich einer Koalition aus SPD, FDP und den Grünen gegenüber. Die war nach der Kommunalwahl 2019 gebildet worden – damals noch unter SPD-Bürgermeister Jürgen Gundacker. In den vier Jahren war das nie ein Problem, die Zusammenarbeit verlief fair, respektvoll und weitgehend geräuschlos.

Darauf weist Bernhard auch jetzt hin, da sich die politische Konstellation in der Verbandsgemeinde deutlich ändert. Seine CDU hat zwei Sitze hinzugewonnen, die Koalitionsparteien zusammen drei verloren: die SPD einen, die Grünen zwei. Die FDP behält ihre fünf Sitze. Hinzugewonnen hat auch die UWG, die einzige verbliebene Opposition in der Verbandsgemeinde, wie sie Fraktionssprecher Bernd Kipp aus Althornbach immer nennt.

Bernhard möchte, „dass es so weitergeht wie bisher“

Mit den nun zwölf Sitzen der CDU und den fünf der FDP ließe sich eine klassische schwarz-gelbe Koalition bilden, die 17 der 32 Sitze innehätte. Doch Bernhard, der auch Vorsitzender der Verbandsgemeinde-CDU ist, sagt: „Die Zusammenarbeit im Rat war ja durchweg positiv. Ich hab’ kein Interesse daran, dass sie schlechter wird.“ Als Bürgermeister habe er zunächst das Ziel, „dass es so weitergeht wie bisher“. Deshalb könne er sich grundsätzlich einige Formen der Zusammenarbeit vorstellen. Auch dass es gar keine Koalition gibt oder dass die Stellvertreterposten nach der Stimmenanzahl vergeben werden.

Derzeit sind David Betz (SPD), Thomas Hohn (FDP) und Bernd Hofer (Grüne) die Stellvertreter des Bürgermeisters. Dass alle drei im Amt bleiben, ist unwahrscheinlich: Weil die CDU so stark abgeschnitten hat – fast 34.000 Stimmen mehr als die SPD –, sollte sie schon einen Beigeordneten stellen, findet Bernhard. Das müssten nicht unbedingt die Erstplatzierten Nadine Brinette oder Paul Sefrin sein, die bereits als Bürgermeister der beiden größten Dörfer Contwig und Bechhofen viel zu tun hätten, gibt er zu bedenken. Er nennt auch Fraktionssprecher Klaus Martin Weber aus Käshofen und die Contwiger Franz Marterer und Thorsten Sefrin. Was ihm wichtig ist: „Am Ende des Tages brauche ich Beigeordnete, auf die ich mich verlassen kann.“ Letztendlich entscheide auch die Fraktion. An drei Beigeordneten möchte Bernhard festhalten: „Warum sollten wir das ändern?“

Reiner Hohn springt vom letzten Listenplatz weit nach vorne in den Rat

Was am neuen Verbandsgemeinderat auffällt: Bei der FDP wurden dieselben fünf Personen in den Rat gewählt wie vor fünf Jahren. Und wie damals hat Reiner Hohn, Hornbachs scheidender Bürgermeister, den größten Sprung gemacht: von Platz 32 auf der Liste auf Platz 5 im Endergebnis. Arnold Bonitz macht einen ähnlichen Sprung: von 27 auf 3. Bei der CDU springt Björn Bernhards Bruder Sören Bernhard aus Bechhofen von 23 auf 8, die Kleinsteinhauser Bürgermeisterin und Kreisbeigeordnete Martina Wagner von 21 auf 10. Die größten Sprünge bei der SPD machen die Contwiger Thorsten Maisch (18 auf 3) und David Betz (10 auf 1). Dass sich das Contwiger UWG-Urgestein Bertram Schlachter von 12 auf 6 verbessert, nutzt ihm vorerst nichts. Er könnte höchstens im Laufe der Legislaturperiode nachrücken, falls zwei Gewählte vor ihm ihre Sitze zurückgeben. Bei den Grünen schafft Spitzenkandidatin Susanne Bendig aus Käshofen nicht den Sprung in den Rat. Sie muss Fraktionssprecher Fred Konrad aus Käshofen und Tim Scherer aus Bechhofen vorbeiziehen lassen. Tim Scherer war im Vorfeld der Wahl aus der Partei ausgetreten.

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