Reifenberg RHEINPFALZ Plus Artikel Baugebiet: Unter welcher Bedingung die Erschließung beginnen wird

15 neue Bauplätze sollen in Reifenberg erschlossen werden – wenn sich genügend Bauherren finden. Ortsbürgermeister Pirmin Zimmer
15 neue Bauplätze sollen in Reifenberg erschlossen werden – wenn sich genügend Bauherren finden. Ortsbürgermeister Pirmin Zimmer (links) und Erschließungsträger Berthold Staab betrachten sich die Pläne.

In Reifenberg sollen 15 neue Bauplätze entstehen. Die Erschließung hätte längst beginnen sollen – doch dann machten einige Interessenten einen Rückzieher. Wie es weitergeht.

Die 15 neuen Bauplätze will der Schmitshauser Bauunternehmer Berthold Staab in Reifenberg auf einer Fläche von 10.000 Quadratmetern erschließen. Angeordnet werden sollen die Grundstücke entlang einer Ringstraße, mit Anbindung an die Straßen Zum Eichelchen und In den Hanfstücken.

Ursprünglich sollte das Baugebiet einen Bauplatz weniger umfassen. Es wird in sogenannter Private-Public-Partnership erschlossen – das heißt, es wird von der Schmitshauser Baufirma A&B Staab anschließend auch vermarktet. Nach der Bebauung geht die Straße, die komplett mit mittelbraunem Verbundpflasterbelag als verkehrsberuhigte Straße ausgebaut wird, kostenlos an die Ortsgemeinde über.

Von mehr als 20 Bewerbungen sind zwei übrig geblieben

Ursprünglich war der Baubeginn für Frühjahr 2024 geplant, doch nach und nach sind viele Interessenten abgesprungen. Einige aus Kostengründen, andere, weil sie bereits innerhalb der Gemeinde fündig geworden sind. „Als das Thema erstmals aufgekommen ist, hatte die Ortsgemeinde mehr als 20 Bewerbungen. Im Zuge der Wirtschaftskrise ist diese Zahl aber geschrumpft. Wir konnten der Firma Staab eine Liste von sechs oder sieben Interessenten weitergeben“, hatte Ortsbürgermeister Pirmin Zimmer im März des vergangenen Jahres über die schrumpfende Nachfrage berichtet. Von den zwölf Interessenten, die nach Corona übrig geblieben waren, stammten zehn aus Reifenberg und zwei von außerhalb, so Zimmer. Doch auch diese Anzahl ging weiter zurück: Aktuell gebe es sogar nur noch zwei konkrete Interessenten.

Die Baumaschinen rollen jedoch erst, wenn die Hälfte der Bauplätze vermarktet sei, sagt Staab, dessen Arbeiter in den Startlöchern stehen. Interessenten zahlen laut Staab 19,50 Euro pro Quadratmeter für Grund und Boden und 122 Euro für die Erschließung. „Wir sind also bei knapp über 140 Euro für den Quadratmeter“, fasst Zimmer zusammen. „Das ist nicht billig, aber günstig gegenüber anderen Baugebieten“, ist Staab überzeugt. Zimmer ergänzt: „Das Pfund, mit dem wir wuchern können, ist, dass wir die Ortslage attraktiv machen, indem wir bestimmte Dinge vorhalten. So zum Beispiel den Kindergarten.“ Der sei um einen Neubau erweitert und die Anzahl der Plätze auf 45 erhöht worden. Ursprünglich sei der Plan gewesen, dass binnen drei Jahren diese Kapazität ausgeschöpft wird. „Wir sind aber in weniger als einem Jahr auf Volllast“, so der Ortschef. Für potenzielle Bauwillige bedeute das aber nicht, dass es keine Kita-Plätze mehr gebe. Denn zum einen verändere sich die Lage fortwährend, zum anderen nehme man derzeit Kinder aus Maßweiler und Schmitshausen auf – was man eigentlich nicht müsste.

Weitere Projekte: Spielplatz, Wanderweg und Auberghütte

Auch darüber hinaus investiere die Ortsgemeinde in die Daseinsvorsorge. Aus einem Zukunftsprogramm erwarte man rund 86.000 Euro, die laut Zimmer „in Gänze in Maßnahmen investiert werden, die dem Allgemeinwohl förderlich sind“. Als Beispiel nennt er im Vorgriff auf die nächste Gemeinderatssitzung die Erneuerung von Straßenlaternen. „Da sind wir mit 17.000 Euro dabei. Und auch der Spielplatz in der Kolbengartenstraße wird saniert. Da fließen über 40.000 Euro hinein.“

Kapellenwanderweg sowie die Versorgung der Auberghütte mit Toiletten und Strom seien weitere Schwerpunkte in nächster Zeit. Das Naturerlebnis Heilbachtal werde zudem neu hergestellt. „Das alles sind Maßnahmen, die im normalen Haushalt nicht darstellbar sind“, betont Zimmer mit Verweis auf den Landeszuschuss. Und er schlägt den Bogen zurück zum Neubaugebiet: „All das dient dazu, dass diejenigen, die bei uns leben oder unser Gast sind, sich bei uns wohlfühlen.“

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