Rodalben
Bürgermeisterwahl: Dirk Bauer (AfD) will wissen, wo der Schuh drückt
Dirk Bauer ist herumgekommen in der Welt. Das liegt an seinem Beruf, der 49-Jährige ist Prüfer für Luftfahrzeuge. Er war bei der Bundeswehr, arbeitete im Ausland, führte ein Unternehmen in Zweibrücken. Seit 2007 lebt er wieder in Rodalben, seit 2024 vertritt er die AfD im Stadt- und Verbandsgemeinderat. Jetzt will er Bürgermeister werden.Im Moment bereitet sich Dirk Bauer auf zwei wichtige Ereignisse vor. Zum einen ist es die Wahl des Bürgermeisters der Verbandsgemeinde Rodalben am 14. September, zum anderen ist es die deutsche Meisterschaft im Bodybuilding am 27. September im bayerischen Friedberg. Dafür hält er Diät. „Ich hatte mir vorgenommen, mit 50 gehe ich noch mal auf die Bühne“, bemerkt er. Bodybuilding betreibt Bauer seit seinem 42. Lebensjahr, er hat es bei deutschen Meisterschaften schon aufs Treppchen geschafft.
Zuvor war Bauer Fußballspieler und Trainer. Er hat in Münchweiler gespielt, in Rodalben beim FC und beim SV 53. „Ich war hart, habe aber immer fair gespielt“, sagt er. Fairness sei etwas, das er heute im Fußball vermisse. Erfolge feierte er in seiner Jugend im Taekwondo. Heute fährt er in seiner Freizeit gerne Motorrad oder verbringt Zeit mit seiner Familie.
Bauer ist in Rodalben aufgewachsen, nach der mittleren Reife an der Berufsfachschule folgte eine Ausbildung zum Industriemechaniker bei John Deere in Zweibrücken. Dann ging er zur Bundeswehr, wo er im technischen Dienst der Flugbereitschaft des Verteidigungsministeriums eingesetzt wurde, erst in Köln, dann in Berlin. „Ich war infiziert mit der Fliegerei“, erzählt er. Es folgten eine Ausbildung zum Fluggerätemechaniker und Jobs bei einer Hubschrauberfirma in Salzburg und bei Eurocopter in München.
2007 wollte seine Frau zurück nach Rodalben. Bauer arbeitete dann bei einem Unternehmen auf dem Zweibrücker Flughafen, bildete sich zum Prüfer für Luftfahrzeuge weiter. Er wechselte zu Solution Air, wo er vom Betriebsstättenleiter zum geschäftsführenden Manager aufstieg, Ausbilder war und dem IHK-Prüfungsausschuss angehörte. „In meinem Beruf muss ich ständig lernen“, sagt Bauer, der immer noch viel herumkommt. Nach einer Station in Saarbrücken arbeitet er seit Kurzem wieder in Zweibrücken.
Dass der Vater von drei Kindern in der Kommunalpolitik landet, hat sich angebahnt. „Als wir 2007 nach Rodalben zurückkamen, fragte mich Ulrike Kahl-Jordan, ob ich bei WIR mitmache“. Er blieb nicht lange. „Ich habe schon immer meine Meinung gesagt und dazu stehe ich auch“, bemerkt er. „Ich passe weder in die CDU noch in die SPD“, ergänzt er. Politisch habe er lange nichts gemacht, aber „immer verfolgt, was in Rodalben passiert oder nicht. Einiges hat mich geärgert“, berichtet er. Schon 2019 hätte er für die AfD in Rodalben für die Stadtratswahl antreten wollen, damals fanden sich nicht genügend Mitstreiter, Bauer zog in den Kreistag ein.
Was ihn ärgert, ist, „dass Politik auch kommunal nicht mehr fürs Volk gemacht wird, sondern es parteilich immer in eine Richtung geht“. Deshalb ist er in die Kommunalpolitik eingestiegen. „Mir ist die Jugend wichtig, dazu gehört auch, dass wir an der Mozartschule mit einer neuen Turnhalle wieder ein Angebot schaffen“, sagt er. Bauer will das Soziale pflegen, Freizeitangebote fördern und den Sportvereinen helfen. Mit Blick auf das Freibad Biebermühle sagt er: „Ich versuche, die Biebermühle zu retten, wenn das möglich ist.“ Mit dem Sprungturm, den seine Kinder liebten.
„Ich bin ehrgeizig. Ich bin nicht angetreten, weil ich denke, dass ich verliere“, sagt er mit Blick auf die Bürgermeisterwahl. Was er nach einer möglichen Wahl als Erstes macht, weiß er schon: „Als Erstes werde ich die Mitarbeiter zusammenrufen und Gespräche führen. Ich möchte wissen, was die Leute denken.“

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