Contwig Bürgermeisterin: Sanierung der Ortsdurchfahrt soll nicht zum Polit-Streit werden
Der Grundsatzbeschluss zum Ausbau der Stambacher Ortsdurchfahrt ist gefällt. Die Gemeinde selbst ist nur für die Gehwege verantwortlich. Um die Fahrbahn selbst kümmert sich der Landesbetrieb Mobilität (LBM). Es sind aber vor allem die Gehwege, die in der Stambacher Ortsdurchfahrt in einem desaströsen Zustand sind. Bestenfalls sind die Pflastersteine alt und kaputt, an manchen Stellen ist das Trottoir gar nicht erst vorhanden.
Bürgermeisterin Nadine Brinette will beim anstehenden Straßenausbau sämtliche Beteiligten mit ins Boot holen. Auch Verbandsgemeindewerke und die Pfalzwerke hätten ihre Mitarbeit zugesichert. Laut LBM müsse die Fahrbahn selbst nicht unbedingt ausgebaut werden. „Die Verwirklichung als eine von der Ortsgemeinde angestoßene Gemeinschaftsmaßnahme erscheint jedoch denkbar“, heißt es schriftlich. Brinette sagt, dass der LBM die Straße ausbaut, wenn auch der Rest drumherum gemacht wird. Und laut der Bürgermeisterin sind es nicht nur die Gehwege, die in einem desaströsen Zustand sind. Das Problem liegt vielmehr im Untergrund. Die Leitungen sind oft kaputt, die Pfalzwerke wollen ihre Kabel ins Erdreich bringen.
Spitze an die SPD-Fraktion
In der Gemeinderatssitzung am Donnerstagabend machte Brinette klar, dass auch der Gemeinderat und alle Fraktionen an einem Strang ziehen müssen. „Ich merke, dass der Wahlkampf so langsam anläuft“, kommentierte die Bürgermeisterin einen Facebook-Beitrag der Contwiger Sozialdemokraten. „Zunächst einmal begrüßt es die SPD Contwig-Stambach außerordentlich, dass eine unserer Kernforderungen, nämlich der Ausbau der Ortsdurchfahrt Stambach, nun nach Jahrzehnten endlich Gehör findet“, schrieben die Sozialdemokraten in dem sozialen Netzwerk vor der Sitzung. Weiter schreibt die SPD: „Es ist erfreulich, dass diese Erkenntnis – wenn auch spät – nun als allgemeingültiges Interesse und Ziel der Gemeindepolitik erkennbar ist.“
„Ich sehe da bei allen Parteien eine Kernforderung“, erklärte Brinette, dass der Ausbau der Allgemeinheit diene, „und nicht für Wahlkampfzwecke ausgeschlachtet werden“ soll. Brinette befürchtet, dass bei einem Politisieren des Projektes dieses letztlich sogar scheitern könnte. Ebenso ist laut Brinette von der SPD in den vergangenen Jahren kein Antrag für den Ortsdurchfahrtsausbau gestellt worden. Deshalb sei der von den Sozialdemokraten genannte Begriff „Kernforderung“ nicht richtig. „Im Gegenteil: Der damalige Verbandsbürgermeister Kurt Pirmann ließ nach Beschwerden der Anwohner dort das Projekt gänzlich fallen und hat lediglich die Fahrbahn vom LBM mit Asphalt überziehen lassen. Im Nachhinein natürlich für uns und unsere Bürger eine klare Fehlentscheidung. Welches Parteibuch der Mann hatte, brauch’ ich, glaub’ ich, nicht zu erwähnen“, schickte Brinette ihre Spitze an die SPD.
SPD fordert Radweg
Die Sozialdemokraten fordern zudem den Radweg-Lückenschluss zwischen Contwig und Stambach. Brinette erinnert hier, dass die Gemeinde nur für den Ausbau der Gehwege zuständig ist. Ein Radweg auf der Straße, wie von der SPD gefordert, ist laut Brinette Sache des LBM. „Wobei ich auch da noch mal auf den Beschluss hinweisen will, dass wir zusammen mit der Sanierung des Freizeitgebietes gemeinsam und einstimmig beschlossen haben, den Radweg am Bach entlangzuführen, das in die Wege zu leiten und das dazu bereits ein Vor-Ort-Termin stattgefunden hat“, so die Bürgermeisterin. Der Radweg entlang des Bachs sei für sie die bessere Lösung, als die Fahrradfahrer auf die vielbefahrende Ortsdurchfahrt zu schicken, sagte sie am Rande der Sitzung. Auch das oft erwähnte Argument, dass über die Ortsdurchfahrt die Supermärkte zwischen den beiden Ortsteilen besser zu erreichen sind, sieht Brinette anders.