Kreis Südwestpfalz Bürgerhalle bleibt teure Angelegenheit

Die Bürgerhalle in Herschberg, wichtiger Treffpunkt für Sport und Geselligkeit im Ort, bleibt ein teures Fass, das gefühlt keinen Boden hat. Das wurde bei der Ratssitzung am Donnerstag einmal mehr deutlich. Der Rat muss in naher Zukunft wieder Entscheidungen über Reparaturkosten treffen, die voraussichtlich einen tiefen Griff in die Kasse erforderlich machen werden.
Bürgermeister Manfred Biedinger informierte den Rat detailliert bis auf die letzte Schraube über den Bericht des Tüv, der die Halle turnusgemäß unter den Aspekten elektrische Anlagen, Sicherheitskonzept und Blitzschutzanlage unter die Lupe genommen hatte. „Das wird teuer“, merkten fachkundige Ratsmitglieder bei vielen Positionen an. Die Idee, die Heizungen von Bürgerhalle und gegenüberliegendem Kindergarten, dessen Umbaubeginn kurz bevor steht, miteinander zu kombinieren, bestehe immer noch. Biedinger ging vor diesem Hintergrund noch mal auf das von ihm favorisierte Thema Wohnprojekt ein, das es älteren Bürgern ermöglichen soll, länger in ihrem Heimatort zu leben, weil das Wohnen mit einem Betreuungsangebot kombiniert wird. Biedinger will Fördergelder für ein solches Projekt nutzen, um quasi über Quersubventionen sinnvolle Arbeiten am Kindergarten und an der Halle mitzufinanzieren. Das Wohnprojekt soll im Kindergartengebäude mit realisiert werden. Das Ganze ist bisher nur eine Idee, weil die Kommunalaufsicht mit Verweis auf die miesen Finanzen der Gemeinde jegliche Investitionen für dieses Projekt konsequent aus den Haushaltsplänen gestrichen hat. „Das Wohnprojekt muss weg“, waren sich die Ratsmitglieder Christoph Brenner und Christian Kiefer sowie der Beigeordnete Andreas Schneider einig. Auch wenn es Zuschüsse gebe, koste es sehr viel Geld , und es wäre das nächste Fass ohne Boden, warnten sie. Kiefer sagte, er sei für das Projekt, wenn Biedinger Beispiele aus Kommunen vergleichbarer Größe bringe, wo solche Projekte funktionieren. Er glaube nicht, dass das dem Bürgermeister gelinge, „denn so ein Projekt trägt sich nicht in einer so kleinen Gemeinde wie Herschberg“, unterstrich Kiefer. Zudem solle es durch ein mögliches Projekt keine Verzögerung mehr am Kindergartenumbau geben, warnten sie. Der Rat habe dem Projekt ursprünglich positiv gegenübergestanden, weil vor Jahren davon ausgegangen wurde, dass fünf Windräder gebaut werden, die Einnahmen die Kassenlage der Gemeinde verbessern. „Wo sind denn diese Windräder? Bisher gibt es keines und damit auch keine Einnahmen, um Ideen wie das Wohnprojekt zu forcieren“, sagte Brenner, dass sich hier die Voraussetzungen deutlich geändert hätten. Aktueller Stand bei den Windrädern sei, dass zwei genehmigt seien, dagegen aber noch Widersprüche anhängig seien, sagte Biedinger. 14 Bauplätze sollen am Ortsausganges Richtung Saalstadt entstehen, zwischen 515 und 685 Quadratmeter groß. Zulässig sind in dem Bereich auch Flachdächer.