Kreis Südwestpfalz Asylbewerber unterstützen

Die katholische und die evangelische Kirchengemeinden in Contwig wollen gemeinsam ein Netzwerk aufbauen, das sich ehrenamtlich um Asylbewerber in Contwig, Stambach und dem Nachbarort Dellfeld gekümmert. Die evangelische Pfarrerin Silke Gundacker und der katholische Pfarrer Johannes Müller wollen das gemeinsam in die Hand nehmen.
„Die Idee kam, als mit Bekannte aus Hornbach erzählt haben, dass sie sich auch um Asylbewerber kümmern. Da wusste ich, dass wir in einem so großen Ort wie Contwig auch was machen müssen“, erzählt Silke Gundacker. „Das hat natürlich aus etwas mit Nächstenliebe zu tun, denn Jesus ist ja auch zu den Randgruppen gegangen“, fügt sie hinzu. „Eine über 90 Jahre alte Frau, die im Haus Sarepta wohnt, sagte zu mir: Wir alle waren im Krieg in Franken und waren froh, von den Familien aufgenommen zu werden“, erinnert sich die Pfarrerin. Auch für Johannes Müller ist es selbstverständlich, dass die Pfarrer helfen müssen: „Durch unseren Beruf sind wir ja näher dran zu helfen.“ Derzeit leben in den drei Orten nur ein Dutzend Asylbewerber, aber Silke Gundacker weiß, dass in der nächsten Zeit noch mehr Menschen eintreffen werden: „In Contwig in der Sonnenstraße werden derzeit zwei Häuser hergerichtet. Damit es keine Ghettobildung gibt, wohnen die Leute in verschiedenen Häusern. Die Asylbewerber kommen aus Syrien, Somalia und anderen afrikanischen Ländern. Viele sind Muslime, es sind aber auch Christen aus Nigeria und koptische Christen aus Ägypten hier.“ Die Hilfe soll in Zusammenarbeit mit dem Diakoniezentrum Pirmasens koordiniert werden. „Jetzt ist erst mal die Frage, welches Konzept sollen wir nehmen. Wir brauchen Beratung an allen Ecken“, stellt Silke Gundacker fest. Als erstes sollen Deutschkurse angeboten werden, es wird aber auch Wert darauf gelegt, dass sich die Menschen im Alltag bei uns zurecht finden und in das öffentliche Leben eingebunden werden. So könnten sie zum Beispiel von Ehrenamtlichen beim Einkaufen begleitet werden oder eine Hilfestellung erhalten, wenn sie Formulare für Banken und Behörden ausfüllen müssen. Die Pfarrerin könnte sich auch vorstellen, die Menschen zu einem Gemeindefest einzuladen oder ein Frauenfrühstück zu organisieren. Für ihr Vorhaben suchen die beiden Pfarrer daher Bürger, die ehrenamtlich helfen wollen. „Wir suchen Leute die Englischkenntnisse haben, die vielleicht aber auch pädagogische Vorkenntnisse haben“, erklärt Johannes Müller. Silke Gundacker hat festgestellt, dass die Leute erst spontan zusagen, aber wenn die Sache konkret wird, ziehen sie sich zurück. „Viele Leute haben dann Angst, dass es zu oft und zu regelmäßig wird“, sagt sie. Sie kann sich vorstellen, dass die Kurse in Stambach in der Unterkirche stattfinden. (ntg/Archivfotos: Moschel, Steinmetz)