Kreis Südwestpfalz Altenheim für Flüchtlinge bereit
Wenn der Flüchtlingsstrom weiter anhält und die Unterbringungskapazitäten in Wohnungen in der Verbandsgemeinde Landstuhl erschöpft sind, soll in der Sickigenstadt das Caritas-Altenzentrum St. Nikolaus der Verbandsgemeinde zur Verfügung gestellt werden. Dies bestätigt Bürgermeister Peter Degenhardt auf Nachfrage.
Zu Beginn der Woche hat es laut Degenhardt Gespräche mit der Caritas-Führung gegeben, die sich mit diesen Plänen einverstanden zeigte. Das Altenheim soll ohnehin abgerissen werden und 2017 einem Neubau an gleicher Stelle weichen (). „Priorität hat weiterhin die dezentrale Unterbringung“, betont Degenhardt. Wenn diese jedoch nicht mehr möglich sei, „dann könnten wir für ungefähr ein Jahr das Altenheim-Gebäude als Zwischenlösung nutzen“, erläutert Degenhardt. Bis Ende November werden voraussichtlich alle Heim-Bewohner ausgezogen sein, danach – wahrscheinlich eher ab Januar 2016 – könnten Flüchtlinge einziehen. „Vor 2017 wird die Caritas nicht mit dem Neubau beginnen, versicherte man uns, und der Abriss des Gebäudes sei in vier Wochen möglich“, skizziert der Bürgermeister den Zeitplan. Anschließend stünde der VG das Caritas-Wohnheim für Behinderte Sankt Martin zur Verfügung, fährt Degenhardt fort. „Für Ende 2016 ist bereits der Umzug in die Alte Posthalterei festgelegt, so dass dies zeitlich sehr gut zusammen passt.“ Diese Nutzung wäre dann auch nicht zeitlich begrenzt. Ungefähr 40 bis 50 Asylbewerber könnten im Altenheim untergebracht werden, schätzt der Bürgermeister. Im Behindertenheim Sankt Martin stünden rund 40 Plätze zur Verfügung. Degenhardt betont, dass sich die Unterbringungsmöglichkeit im Altenheim erst ergeben hat, lange nachdem die Entscheiddung zur Schließung gefallen ist. „Wir bekommen die Räume mietfrei von der Caritas“, schiebt er hinterher, „die macht also keinen Reibach!“. So habe der Kreis lediglich die Nebenkosten zu finanzieren. Und die Unterbringung in einem Altenheim sei allemal besser als in einer Turn- oder Mehrzweckhalle. Der Bürgermeister macht aber auch klar, dass bei ihm keine „Auffangstelle“ entstehen werde: „Das wird nicht die Erstaufnahmeeinrichtung des Landkreises Kaiserslautern“, betont er, sondern vorrangig sei der Platz für die der VG Landstuhl zugewiesenen Flüchtlinge. 110 Asylbewerber beherberge die VG jetzt, bis Jahresende werden 200 erwartet, sagt er. (gzi)