Waldfischbach-Burgalben RHEINPFALZ Plus Artikel Aldi und Netto wollen größer werden

Zwei Discounter wollen sich vergrößern. Sowohl für den Aldi-Markt im Gewerbegebiet Schorbach als auch für den Netto-Markt (unser
Zwei Discounter wollen sich vergrößern. Sowohl für den Aldi-Markt im Gewerbegebiet Schorbach als auch für den Netto-Markt (unser Bild) in der Welschstraße liegen Bauanträge vor.

Zwei Discounter in Waldfischbach-Burgalben – Aldi im Gewerbegebiet Schorbach und Netto in der Welschstraße Richtung Heltersberg – wollen modernisieren und dabei ihre Verkaufsflächen erweitern.

Aldi hat, nachdem Lidl seine Filiale im Gewerbegebiet geschlossen und in der Hauptstraße neu eröffnet hatte, lange nach einem neuen Standort im Ortszentrum gesucht. „Da gab es ja einige Überlegungen“, erinnerte Verbandsbürgermeister Lothar Weber (SPD) am Donnerstag bei der Ratssitzung. Die Suche blieb erfolglos, woraufhin Aldi mitteilte, am bisherigen Standort in der Schorbach zu bleiben und die dortige Filiale zu modernisieren. Bei der Kreisverwaltung Südwestpfalz ist nun ein Bauantrag eingegangen.

Aldi möchte seine Verkaufsfläche von aktuell 927 Quadratmeter auf 1020 Quadratmeter ausbauen. Fast genau so groß soll die Netto-Filiale in der Welschstraße werden. Netto verfügt bisher über 846 Quadratmeter Verkaufsfläche. Antragssteller ist hier das Immobilienunternehmen Patrizia AG.

VG befürwortet Erweiterungen

In beiden Fällen spricht aus Sicht der Verbandsgemeinde nichts gegen die geplanten Erweiterungen. „Wir sind in der Verbandsgemeinde froh, dass wir die Märkte und diese Einkaufsmöglichkeiten haben.“ SPD-Sprecher Jochen Werle und CDU-Sprecher Felix Leidecker waren sich bei dieser Einschätzung einig.

Unter anderem, weil die Ortsgemeinde Waldfischbach-Burgalben 2013 ein Einzelhandelskonzept aufgestellt hat, musste sich die Verbandsgemeinde mit der Erweiterungsfrage der beiden Discounter befassen, denn diese ist raumordnerisch zu prüfen. Dabei geht es um Fragen wie die, ob die Märkte nicht zu groß werden, ob sie in der geplanten Form genehmigt werden können oder ob sie Mitbewerbern sowohl im Ort wie auch in Nachbargemeinden dadurch zu starke Konkurrenz machen. Die Fachleute gehen davon aus, dass die Nachfrage nach Nahrungs- und Genussmitteln in der Verbandsgemeinde jährlich ein Umsatzvolumen von 25,8 Millionen Euro ermöglicht.

1000-Quadratmeter-Marke knacken

Die Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung (GMA) hat raumordnerische Auswirkungen für beide Erweiterungsvorhaben untersucht. Beide Filialen sind nach dem Einzelhandelskonzept der Ortsgemeinde sogenannte Bestandsbetriebe. Für diese ist im Bebauungsplan festgesetzt, dass sie geringfügig erweitert werden dürfen. Bis zu zehn Prozent ihrer Verkaufsfläche.

Da die Flächen die 1000-Quadratmeter-Marke überspringen sollen, muss geprüft werden, ob nach den Kriterien der Landes- und Regionalplanung, die in ihren Plänen einzuhaltende Vorschriften haben, sogenannte großflächige Märkte entstehen. Bei der Aldi-Filiale, die 2007 schon mal von 760 auf 927 Quadratmeter erweitert worden war, war das damals nicht der Fall gewesen.

Konkurrenz nicht zu stark betroffen

Geprüft wird die geplante Erweiterung beider Märkte raumordnerisch von der Kreisverwaltung Südwestpfalz. Der liegt dafür das Ergebnis der GMA-Prüfung vor. Die urteilt in beiden Fällen, dass es vertretbar ist zu erweitern. Die Wirkung von Umsatzverteilungen wird in beiden Fällen als gering eingestuft. Im Fokus sind dabei die Mitbewerber im Ort sowie die Nahversorger in Hermersberg und Heltersberg. Bei Aldi wird mit Blick auf die Mitbewerber Lidl, Netto und Wasgau von einer Umsatzverteilung von maximal zwei Prozent ausgegangen, die Aldi mehr generiert, wenn die Fläche wächst.

Netto möchte etwas stärker erweitern, um die Warenpräsentation zu optimieren und die Kundenfreundlichkeit des Marktes zu steigern. Zudem sollen die internen logistischen Abläufe verbessert werden. All das, um den Standort in Waldfischbach-Burgalben dauerhaft zu sichern. Durch die Erweiterung, prognostizieren die GMA-Fachleute, könne Netto im Jahr etwa 700.000 Euro mehr Umsatz erzielen. Von den Mitbewerbern würden sie dadurch etwa drei Prozent Umsatz abziehen. Auch hier befürwortet die GMA die Erweiterung, weil der Markt eine wohnortnahe Versorgung im Sinne des Einzelhandelskonzeptes der Ortsgemeinde langfristig sicherstellt.

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