Kreis Südwestpfalz 78 Betten, Innenhof, Garten, Rollator-Rennbahn

78 Betten in 50 Einzel- und 14 Doppelzimmern wird das Haus Sarepta älteren Menschen als neues und neuartiges Seniorenheim in Contwig zur Verfügung stellen, wenn es am 4. Juni bezugsfertig ist. Gestern führten der theologische Vorstand des Betreibers Diakoniezentrum Pirmasens, Norbert Becker, und sein kaufmännischer Vorstandskollege Carsten Steuer, durch die Baustelle in der Endphase.
Das Haus Sarepta liegt zwischen Turn- und Festhalle, Festplatz und Feuerwache – mitten im Ort. Es ist benannt nach einer biblischen Geschichte. Vollstationäre Pflege und Kurzzeitpflege sind die Angebote, die das Diakoniezentrum älteren Bürgern macht. Dazu kommen zehn Tagespflegeplätze, laut Steuer hauptsächlich für Demenzkranke. Eine große Terrasse öffnet das mit viel Glas gebaute Seniorenhaus in Richtung Festplatz, der neu gestaltet wurde und derzeit mit Bäumen bepflanzt und mit Rasen eingesät wird. Ein großzügiges Foyer hinter dem Empfang, das von einer Galerie gekrönt wird, soll laut Norbert Becker gleich das Gefühl der Offenheit vermitteln, das baulich umgesetzt wurde. „Die älteren Menschen kommen nicht mehr soviel raus, deshalb muss das Leben von außen zu ihnen nach drinnen kommen“, erklärt er die Philosophie von Architekt und Bauherr. Hinter der Galerie, die wie eine Brücke wirkt, schließt sich die künftige Kapelle an, die man mit Schiebe-Elementen abtrennen kann. Ein „Rosencafé“ mit Blick auf den Festplatz schließt sich an. Den Festplatz kann die Gemeinde laut der Diakonie-Vorstände weiterhin als Kerwe- und Bolzplatz nutzen, da er in Gemeindebesitz geblieben ist. Um die Zufahrt zur Feuerwehr und zum rückwärtigen Versorgungsbereich des Seniorenheims zu gewährleisten, wird eine Schranke in Höhe der Turn- und Festhalle Autofahrer vom Zuparken abhalten. Auf der anderen Seite, mit Blickrichtung ins Contwiger Tal, vorbei an der katholischen Kirche, öffnet sich inmitten der U-Form des Gebäudes ein Innenhof, in dem zwei der ursprünglichen großen Bäume erhalten wurden. Er hat asphaltierte Wege, die mit hellem Splitt noch freundlicher gestaltet werden. Ein Garten der Sinne mit kleinem Kräutergarten zum Riechen und Schmecken und Fühlen wird dort noch entstehen, genauso ein Wasserspiel in der Mitte und ein kleiner Wald. „Und eine Rollator-Rennbahn“, scherzt Norbert Becker im Pressegespräch. Die gibt es tatsächlich, erden die Wege doch so an die Bedürfnisse der oft gehmäßig eingeschränkten Bewohner angepasst, dass diese stolperfrei im Innenhof flanieren können. Nur heißt sie natürlich nicht „Rollator-Rennbahn“. Ein Versorgungstrakt im Norden des Gebäudes (Richtung Turn- und Festhalle) beherbergt die Heizungstechnik, alles, was mit Nachschub und Versorgung, Essen und Trinken, Küche, Wäsche und Ähnlichem zu tun hat. Diese Versorgungseinrichtungen sind mit einem zentralen langen Gang verbunden, so dass Bewohner und Besucher nichts davon mitbekommen, weil alles, wie es Carsten Steuer ausdrückt „hinter den Kulissen geschieht“. Ebenfalls von unten unsichtbar sind die Dämmungen in Wänden und Dach und die Solarzellen auf dem Dach, die das Haus zu einem Niedrigenergiehaus machen. Die Solarzellen speisen die Warmwasserversorgung. In den Zimmern verhindern Glasabgrenzungen, dass Bewohner aus dem Fenster fallen. Gitter wird es laut Carsten Steuer nicht geben, das gehöre zum offenen Konzept. Für die 78 Plätze haben sich bereits 50 Interessenten gemeldet, die meisten aus Contwig und Umgebung. Aber auch eine Contwigerin, die in der Nähe keinen Heimplatz fand und nun in einem Seniorenheim in Landstuhl lebt, hat Interesse am Haus Sarepta.