Höheinöd
Über den Gartenzaun geschaut: Familie Weber teilt mit Mensch und Tier
Kein Zaun – bedeutet das Besuch im Garten? „Kommt öfter vor, auch von Rehen und Wühlmäusen“, sagt Erika Weber, die Vorsitzende der Höheinöder Landfrauen ist. Ärgert sie der vierbeinige Besuch? „Ach was, das ist Natur, und wir gönnen ihnen, was sie fressen“, sagt Erika Weber und kann auch verschmerzen, dass im Frühjahr alle Geranien in den Töpfen zur Reh-Mahlzeit wurden. Mit der Natur sind die Webers aufgewachsen. Beide kommen aus einem landwirtschaftlich geprägten Elternhaus. Dass ihr Mann, der ins Heimatdorf seiner Frau gezogen ist, von seiner Schwiegermutter nach der Hochzeit ein Stück Acker zum Bewirtschaften abgetreten bekam, habe gezeigt, „dass er akzeptiert ist“, verdeutlicht Erika Weber schmunzelnd, welche Bedeutung ein Garten haben kann.
Vom Nutzgarten hat sich Lothar Weber verabschiedet. „Dafür fehlt mir einfach die Zeit“, sagt er. Rasen mähen ist ein Hobby, das die Webers teilen. „Machen wir gerne“, verraten sie lachend, dass Kollege Mähroboter kein Thema ist. 800 Quadratmeter Rasen beinhaltet das 1500 Quadratmeter große Grundstück.
Bei Dahlien kann er nicht nein sagen
Bäume und Blumen sind sein Steckenpferd. Zinien und vor allem Dahlien schätzt Lothar Weber: „Dahlien sind meine Leidenschaft.“ Im Sommer verteidigt er sie gegen die tierische Konkurrenz: „Schnecken lieben sie“, sagt er. Wer Zeit hat, gräbt die Dahlienknollen jetzt im Herbst aus. Wer keine Zeit hat, kauft sie. Wenn Weber unterwegs ist und irgendwo Dahlienknollen sieht, „kann ich in der Regel nicht aus dem Geschäft gehen, ohne welche mitgenommen zu haben“, bekennt er. Die Blumenzwiebeln lagern im Keller, bis sie nächstes Frühjahr eingesetzt werden.
Tierischer Besuch kommt vorbei, weil der Webersche Garten an das Feld grenzt. „Ich brauche diesen weiten Blick“, sagt Erika Weber und freut sich über viele Vögel, inklusive Störche, die beobachtet werden können. Auf ein Stück vom Blick hat sie gerne verzichtet und Sohn und Schwiegertochter nebenan den Hausbau ermöglicht. Das hat die Gartenoptik verändert. Eine große massive Schaukel steht da jetzt. Von Lothar Weber entworfen und Fachleuten gebaut. Die Enkelinnen Leni, Frieda, Henriette und Helene freut es.
Mauerbier und Obstkuchen
Garten ist zum Genießen da, sind sich die Webers einig. Dazu gehört auf der Terrasse sitzen, grillen. Grillen, das ist im Hause Weber Sache der Landfrauen-Chefin. „Wir haben hier eine gute Nachbarschaft“, freuen sich die Webers. Die Mauer, die ihr Grundstück zur Nachbareinfahrt abgrenzt, wird schon mal zum Treffpunkt. Wenn draußen gearbeitet wurde, „gibt es hier auch mal ein Mauerbier“, verrät Lothar Weber. Nicht nur das. Die Früchte, die in Familie Webers Garten wachsen, werden verarbeitet. Über Kuchen mit Weber-Obst freuen sich die Nachbarn, die mitversorgt werden.
Kirschen für die Kinder
Kirschkuchen gibt es zum Beispiel. Auf dem Grundstück steht zur Straße hin ein ortsbildprägender Kirschbaum. Gut 20 Jahre alt. „Ich sage immer, der bekommt mehr Pflege als meine Frau“, sagt Lothar Weber lachend. Eine Hedelfinger Riesenkirsche ist es. Die hat er vom Landkreis bekommen. „Als Ausgleichsbaum, weil wir für eine Baumaßnahme Grund abgegeben haben“. Den Baum hat er gezogen. „Der sieht aus, wie ein Kirschbaum aussehen soll“, freut sich Weber. Wenn er Früchte trägt, freuen sich die Nachbarskinder. Die kommen und fragen, ob sie Kirschen holen dürfen. Dürfen sie natürlich. Ein zweiter Kirschbaum, ein Birnbaum und ein Mirabellenbaum komplettieren den Baumbestand. Im Herbst gehört deshalb Laub rechen zur Gartenarbeit.
Ein besonderer Strauch steht noch im Garten der Webers: ein Gartenhibiskus. Den hat Weber von Freunden geschenkt bekommen, als er zum Verbandsbürgermeister gewählt wurde. Seither gedeiht er.