Kreis Südliche Weinstraße Zweigleisiger Ausbau stößt auf Kritik
Die Entscheidung der Landesregierung stößt in der Region auf breite Ablehnung. Gemeint ist, die Queichtalbahnstrecke für den zweigleisigen Ausbau inklusive Elektrifizierung beim Bundesverkehrsministerium anzumelden. In der Südpfalz haben Gemeinderäte bereits kräftig Resolutionen dagegen verabschiedet (wir berichteten). Nun äußern sich auch südwestpfälzische Ortschefs kritisch.
Besonders die CDU-Ortsbürgermeister entlang der Strecke üben vielfältige Kritik. Nur in Hauenstein könnte die Gemeindeführung dem Ausbau etwas Positives abgewinnen („Zur Sache“). Eine Entscheidung, ob der Ausbau in den Bundesverkehrswegeplan kommt, wird für Ende März/Anfang April erwartet. Wann tatsächlich gebaut wird, steht noch immer in den Sternen. Konkret hat die Landesregierung den Ausbau zwischen Rohrbach im Saarland über Zweibrücken und Pirmasens bis nach Landau auf zwei Gleisen mit einem Achsabstand von vier Metern, Elektrifizierung und zusätzlichen Signalen beantragt, damit die Strecke für Geschwindigkeiten bis 120 Stundenkilometern geeignet wäre. Zu einem Zeitplan will Joachim Winkler von der Pressestelle des Infrastrukturministeriums in Mainz keine Aussage machen. Erst müsse das Projekt in den Bundesverkehrswegeplan, dann müssten die Mittel zur Verfügung gestellt und anschließend die Baugenehmigung erreicht werden. Das Ministerium verspricht sich von dem Ausbau eine Beschleunigung des Personenverkehrs, weil die Kreuzungsaufenthalte auf der bisher eingleisigen Strecke entfallen. Außerdem könnten schnelle Regionalexpress-Züge eingesetzt werden. Das sieht auch der Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Süd so. Laut dessen Sprecher Fritz Engbarth scheiterten Überlegungen für ein attraktiveres Bahnangebot in der Südpfalz und Südwestpfalz bisher an der limitierten Infrastruktur. In der Region habe die frühere Bundesbahn Infrastruktur abgebaut und die Bahnhöfe reduziert. Als Beispiel nennt Engbarth die früheren Kreuzungsbahnhöfe in Rinnthal oder Rodalben. Für ihn ist ein durchgängig zweigleisiger Ausbau nicht zwangsläufig wieder realisierbar. Dazu bedürfe es einer Kosten-Nutzen-Analyse. Die Befürchtungen, wonach die Strecke wieder von Güterzügen – auch nachts – befahren würde, können der Ministeriumssprecher und Engbarth nicht ausräumen. Eine ausgebaute Strecke stünde grundsätzlich jedem Eisenbahnunternehmen für Güterverkehr zur Verfügung. Um kein Unternehmen zu diskriminieren, dürfe ein Antrag auf Güterverkehr nicht verwehrt werden, so Winkler. Es könne aber auch kein Unternehmen gezwungen werden, auf der Queichtalstrecke Güterzüge fahren zu lassen. Das Regelwerk der DB Netz AG sehe vor, laute Güterzüge mit höheren Entgelten für die Schienennutzung belegen zu können, so Engbarth.Zudem würde beim Baugenehmigungsverfahren auch für einen ausreichenden Lärmschutz gesorgt. (kka)