Kreis Südliche Weinstraße Zwei Kilogramm Geschichte

672 Seiten stark und fast zwei Kilogramm schwer ist das Buch „Kapsweyer, ein Dorf vor dem Westwall“, Ortsgeschichtliches von den Anfängen bis heute“, das in der vergangenen Woche präsentiert wurde. Die Südpfalzhalle wäre fast zu klein gewesen, um all die Besucher zu fassen.
Um es vorweg zu sagen: Die Präsentation wurde zu einem Abend, der ganz im Zeichen gelebter Freundschaft und gegenseitiger Wertschätzung der Menschen von „hiwwe und driwwe“ stand, die – wie es hieß – beispielhaft für Europa sei. Dies spiegelte sich auch in den zahlreichen Grußadressen wider, bei denen alle Redner die in 1000 Exemplaren erschienene Ortschronik als ein gelungenes Werk würdigten. Seine Stunden hat er nicht gezählt – nur die Jahre: drei an der Zahl. So lange hat Raimund Zimmermann als verantwortlicher Schriftleiter an der Dorfchronik zusammen mit dem 24-köpfigen Autorenteam an der – wie Zimmermann sagte – „ersten umfassenden Chronik von Kapsweyer“ gearbeitet. Neue Erkenntnisse neben Althergebrachtem, wissenschaftlich fundiert und auch aus eigenem Erleben, haben das Werk entstehen lassen. Der historische Abriss, der die Dorfgeschichte vom ersten historischen Beleg anno 1349 bis ins neue Jahrtausend beleuchtet, ist nur ein Teil der reichlich illustrierten Buchseiten. Einen großen Teil haben die Autoren der ganzen Vielfalt menschlichen Tuns und Handelns gewidmet, die sich lebens- und heimatnah widerspiegeln. Durch deren druckfrische Aktualität und Präsenz werden diese Ereignisse für den Leser geradezu greifbar. Das Buch solle aus sich selbst sprechen und wolle gelesen werden. 1968 habe es im Vorfeld der 600-Jahr-Feier schon einen vergleichsweise bescheidenen Versuch gegeben, die Geschichte Kapsweyer aufzuhellen. Vor allem der Beitrag von August Schaaf aus Weißenburg als exzellenter Kenner der Geschichte der Burg Fleckenstein habe in Fachkreisen ein großes Echo gefunden. Mit dem jetzt umfangreicheren Werk, das sicherlich noch nicht alle Winkel der Kapsweyerer Geschichte ausleuchte, gebe es ein Nachschlagewerk von bleibendem Wert. Kapsweyers Historie sei zwar ein winziger Ausschnitt aus der Weltgeschichte. In Kapsweyer steuere man schon lange gegen schreckliche Wiederholungen der Geschichte. Eine solch mahnende Veranstaltung sei das Grenzlandfest. „Wir sollten uns freuen, dass wir heute mitten in Europa nicht schon lange im Frieden, sondern auch in einem besonders guten Verhältnis mit unseren Nachbarn leben“, so Zimmermann. Der Schriftleiter und „Spiritus Rector“ der Ortschronik dankte allen, die das Entstehen dieses Buches in mannigfacher Weise unterstützt haben, sei es durch Bilder, Postkarten, Informationen und Hinweise. Dank gelte der Ortsgemeinde als Herausgeberin und den Mitautoren, allen voran dem VG-Archivar Rolf Übel. Zufrieden über das Werk zeigte sich Ortsbürgermeister Felix Schönung, dem Dieter Morio von der Agentur für Medien-Druck Steimer (Germersheim) das erste Exemplar überreichte. Musikalisch gestaltet wurde die Präsentation vom Bläserensemble unter Leitung von Peter Kusenbach. Nicht nur Einheimische waren gekommen, sondern auch zahlreiche Gäste aus dem Elsass mit Generalrat Pierre Bertrand und dem Präsidenten der Bürgermeistervereinigung „Amicale Franco Allemande des Maires“, Jean Weißbecker aus Wingen, an der Spitze, die Bürgermeister der Partnergemeinden René Hoelt aus dem elsässischen Krautergersheim und Erster Bürgermeister Johannes Maciejonczyk aus dem fränkischen Burgebrach, sowie Amtsträger aus dem Landkreis Südliche Weinstraße.