Kreis Südliche Weinstraße Zurück zu den Wurzeln

„Es ist schön, wieder in der Heimatregion zu sein“, sagt Dekan in Rente Rudi Job, der viele Jahre in Frankeneck und Obermoschel
»Es ist schön, wieder in der Heimatregion zu sein«, sagt Dekan in Rente Rudi Job, der viele Jahre in Frankeneck und Obermoschel wirkte.

Mit einem bewegenden Dankgottesdienst feierte Rudi Job, Dekan in Rente, am Pfingstmontag in der evangelischen Pfarrkirche in Kapellen-Drusweiler sein 50. Ordinationsjubiläum. Der Geistliche im „Unruhestand“, der lange in Frankeneck und Obermoschel wirkte, hielt stets enge Bindung zu seiner Heimatgemeinde, in der er früh gefördert wurde und der er „viel verdankt“.

Die Bläsergruppe Bolz eröffnete den Gottesdienst mit einem Vorspiel, der neue Pfarrer Holger Müller begrüßte den Jubilar, der seit eineinhalb Jahren in Bad Bergzabern wohnt und somit wieder nah an seinen Wurzeln ist. Müller hob die hilfreiche Unterstützung durch den Jubilar in der Vakanzzeit der Pfarrstelle hervor und dankte dem „Unruheständler“ für dessen großes Engagement. Die Gemeinde schmetterte das Lied „Danke für diesen guten Morgen, danke für jeden neuen Tag“, das sich Job gewünscht hatte und das er vor 51 Jahren erstmals auf dem evangelischen Kirchentag in Hannover hörte. Das Pfingstfest gewichtend, ging Dekan Dietmar Zoller auf den Geist Gottes ein, der oft durch weite Wege führen und durch Berufs- und Lebensstationen leite. „Ihnen, lieber Kollege Job, ist darüber aber nie die Bindung zur Heimatgemeinde und die Dankbarkeit für all das verloren gegangen, was Sie hier an Unterstützung durch Mitchristen erfahren haben“, sagte er vor der Gemeinde. So überzeugte der damalige Ortspfarrer Schild Jobs Vater vom Aufbaugymnasium Kaiserslautern als richtigen Weg für Rudi Job, der nach seinem dortigen Abschluss Theologie in Heidelberg, Berlin, Göttingen und Lausanne studierte. Seine erste Pfarrstelle war in Frankeneck, danach war er Dekan in Obermoschel, später hatte er die Pfarrstelle „Kirche und Dorf“ inne. Dabei sei Job auch in sein Großprojekt „Hilfe für die Ukraine“ hineingewachsen, so Zoller. Der heutige Losungstext passe gut zu diesem 50. Ordinationsjubiläum: „Gott der Herr hat mir eine Zunge gegeben, wie sie Jünger haben, dass ich wisse mit den Müden zu rechter Zeit zu reden“. Zoller bezeichnete den Jubilar als „erfahrenen Seelsorger und Prediger“, der wisse, wie sehr man bei allem persönlichen Ringen um Worte darauf angewiesen sei, dass Gottes Geist uns beistehe. Und es manches auch „auszuhalten gilt“, wenn uns alles Reden vergehe. Den Jubilar mit „lieber Rudi Job“ vor den Altar bittend, erinnerte Zoller ihn an sein Versprechen am Tag der Ordination vor 50 Jahren „in dieser Kirche“ durch Dekan Robert Hensel, begleitet von den Pfarrern Schild und Laukenmann. Der 77-jährige Jubilar habe seither im Dienst des Glaubens vielfach segensreich gewirkt, sagte Zoller, als er ihm die Dankurkunde der Landeskirche überreichte. Job umriss in seiner Predigt Stationen seiner Kindheit und Jugend und dankte neben seinem „Weichensteller“ Pfarrer Schild auch anderen Förderern. Als sehr modern habe er Pfarrer Hammel in Erinnerung, der vorm Krieg eine Mädchengruppe gründete. Auch die erfrischenden „Nachsingstunden“ des Kirchenchores in der Bahnhofswirtschaft hatten bei ihm bleibenden Eindruck hinterlassen. Er freue sich, mit seiner Frau Christel „wieder in der alten Heimatregion“ zu sein, wo sein Bruder, Altbürgermeister Fritz Job, mit Familie lebt. Der Vater zweier erwachsener Kinder und Dekan in Rente war auch angetan davon, dass er hier „schon viele Vakanzen übernehmen durfte“. Ganz im Sinne des Evangeliums helfe und tröste er gerne, bekundete Job. Für die Mitgestaltung des Jubelgottesdienstes, für den es in der vollen Kirche dicken Applaus gab, dankte er auch dem Presbyterium und besonders den Bläsern sowie dem Kirchenchor unter der Leitung von Organistin Iris Glänzel. Die Kollekte ist für die Sanierung der Kirchenglocke bestimmt.

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