Bad Bergzabern
Woran hängt es jetzt noch beim Kreisel-Kunstwerk?
Hätte Martin Schöneich, Bildhauer aus Vorderweidenthal, geahnt, was alles kommen würde, hätte er von seinem Vorhaben, kostenlos ein Kunstwerk für den Kreisel am Bahnhof Bad Bergzabern zu schaffen, wahrscheinlich Abstand genommen. Bereits 2020 hatte der weit über die Grenzen der Region hinaus bekannte Künstler spontan die Zusage zu diesem Geschenk gemacht, das jetzt meterhoch in den Himmel über der Kurstadt ragt.
Im Vorfeld hatte es kontroverse Diskussionen gegeben, von begeisterter Zustimmung bis „ein paar Blümchen auf dem Kreisel tun es doch auch“. Martin Schöneich hat sich nicht beirren lassen und sein Werk Pirouette genannt, ein Begriff aus dem Tanz, der die schnelle Drehung um die eigene Achse bezeichnet. Ende 2020 sollte seine Pirouette bereits fertig sein. Doch dann ging bei Schöneich lange gar nichts mehr, wegen eines Abrisses der Achillessehne.
Stahlpreis stark gestiegen
Dann kam Corona, der Künstler hatte keine Aufträge und damit keine Einnahmen mehr. Die Preise für den Stahl verdreifachten sich, eine Spendenaktion für die Skulptur wurde gestartet. Die Pirouette steht nach vielen Drehungen und Wendungen jetzt schon seit Anfang des Jahres auf dem Kreisel. Und könnte gestrichen werden. Eigentlich. Denn zunächst soll am Fundament nachgebessert werden. Das sei zwar bombenfest, erläutert Martin Körner, aber die Firma müsse trotzdem nachbessern, damit man in ein paar Jahren nicht noch mal anfangen müsse. Die Arbeit sei nicht zur Zufriedenheit der Stadt ausgeführt worden.
Und dann ist da noch die Beleuchtung. Bisher kein Thema, aber der Stadtrat hat jetzt beschlossen, wenn schon alles aufgegraben ist, dann soll die Pirouette, manche nennen sie auch den Blitz, nachts beleuchtet werden. Wenn schon, denn schon. „Eine Anfrage seitens der Stadt zur Beleuchtung gibt es, Details müssen aber noch geklärt werden“, sagt der Chef der Stadtwerke, Christian Müller.
Es werde Licht
Ein Zeitfenster für die Arbeiten gibt es derzeit nicht, nur der Ablauf ist klar. Das Fundament nachbessern ist Aufgabe der Firma, die es gelegt hat. Um die Beleuchtung kümmern sich die Stadtwerke, Martin Schöneich wird seine Skulptur selbst streichen. Das Tüpfelchen auf dem Kreisel liegt dann noch beim Gartenbauamt der Stadt, das ihn floral gestalten wird. Denn ein paar Blümchen haben noch keinem Kreisel geschadet.