Kreis Südliche Weinstraße „Wollte nie weg aus Vorderweidenthal“

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Vorderweidenthal. „Ich habe es gerne gemacht. Es gab schöne, aber auch ungünstige Tage“, sagt Artur Helfer in der ihm eigenen Bescheidenheit. 40 Jahre hat er dem Gemeinderat Vorderweidenthal angehört, davon 25 Jahre als Ortsbürgermeister. In der jüngsten Sitzung hat der Ortsgemeinderat beschlossen, Helfer die Ehrenbürgerwürde zu verleihen. Die Urkunde wird ihm beim Neujahrsempfang am 4. Januar übergeben.

Fast 20 Jahre war er in der SPD-Fraktion Mitglied im Verbandsgemeinderat. Doch nicht nur mit seinem kommunalpolitischen Engagement hat er eine Lebensleistung vollbracht, er ist in Vorderweidenthal als Einziger heute noch Landwirt und bewältigt auch mit 77 Jahren täglich die schwere Arbeit. „Ich habe das gemacht, was mir entgegen kam, und bin mit den Füßen auf dem Boden geblieben“, sagt Artur Helfer von sich selbst. Zurzeit erntet er Futterrüben für die 15 Mutterkühe, die bei ihm im Stall stehen, die Kartoffelernte mit in diesem Jahr rund 120 Zentnern Ernte ist schon längst vorbei. 16 Hektar Mähwiesen, Getreide, Kartoffeln und Futterrüben bewirtschaftet er als Landwirt. „Damals gab es in jedem Haus Vieh“, erinnert er sich an seine Kindheit und Jugend. Geboren wird Artur Helfer im September 1939 im Krankenhaus in Landau, von dort aus wird die Familie bis zum Juni 1940 kriegsbedingt nach Bad Kissingen evakuiert. „Vorderweidenthal war zu 70 Prozent zerstört, 77 der rund 700 Einwohner sind im Krieg gefallen“, erzählt der Altbürgermeister. Im Alten Schulhaus in der Dorfmitte, wenige Häuser von seinem Elternhaus entfernt, in dem er immer gewohnt hat, geht er zur Schule. Von 1953 bis 1956 besucht er die landwirtschaftliche Berufsschule. „Damals gab es überall Landwirtschaft, dabei bin ich geblieben“, sagt Artur Helfer. 1972 tritt er in der Ortsverband der SPD in Vorderweidenthal ein, 1974 wird er in den Gemeinderat gewählt, 1989 wird er Ortsbürgermeister. „Mein Dorf hat mich interessiert, ich wollte nie weg aus Vorderweidenthal“, sagt er zu seinem Engagement. Er erinnert sich an den Bau des Dorfgemeinschaftshauses, in dem ab 1968 die Schule untergebracht war und den Bau des Kindergartens im selben Gebäude, der 1987 eröffnet wurde. „Finanziell ging es Vorderweidenthal damals gut, der Wald war der Reichtum des Dorfes, 1995 wurde die Sandgrube verpachtet, das waren auch einige zehntausend Euro im Jahr“, sagt Artur Helfer. Es sei ein Verlust für die Gemeinde, dass die Sandgrube seit dem Jahr 2000 nicht mehr bewirtschaftet werde. Der Aufbau der abgebrannten Dreschhalle, das Neubaugebiet „Pitzenäcker“ mit 30 Bauplätzen, die Erweiterung des Friedhofs, die Neuanlage des Ehrenfriedhofs, die Erneuerung der Kirchstraße oder die Spielplätze sind nur einige Projekte in der Amtszeit des Altbürgermeisters. „Wahnsinnsvorstellungen habe ich noch nie gehabt, ich habe mich den Umständen angepasst“, sagt Artur Helfer, der jede Information und jedes Datum aus den vergangenen Jahrzehnten ohne nachzudenken weiß. „Ich hatte schon immer ein gutes Gedächtnis.“ Die ersten Jahre seiner Amtszeit seien leichter gewesen, die Bürokratie und die Auflagen hätten zugenommen. Aber es gehe immer weiter, ist seine Erfahrung. „Die vergangene Wahlperiode war die schwierigste“, so sein Resümee. Seit dessen Gründung ist er auch Vorsitzender des Waldbauvereins, er ist Mitglied im Sportverein und hat seit Kurzem ein neues Amt. Er ist Vorsitzender des Krankenpflegevereins. „Man muss sich überlegen, was man sagt“, ist ein Leitfaden seines Lebens. (pfn)

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