Völkersweiler
Wird Solarpark am Waldrand erlaubt?: Entscheidung Anfang 2024
Am Rande des Pfälzerwalds soll bald im großen Maßstab Sonnenenergie genutzt werden. Die Energie Südpfalz GmbH plant nahe Völkersweiler eine 5 bis 5,5 Hektar große Fotovoltaik-Freiflächenanlage. Diese soll jährlich voraussichtlich 5,89 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen. Damit könnten über 1600 Vier-Personen-Haushalte versorgt werden. Hinter der Energie Südpfalz stehen die Energie Südwest aus Landau sowie die Werke von Annweiler, Bad Bergzabern, Herxheim und Offenbach. Die regionalen Energieversorger hatten sich vor über zehn Jahren zusammengeschlossen, um erneuerbare Energien in der Südpfalz auszubauen. 4,1 Millionen Euro will die Gesellschaft in das Großprojekt in der Gemarkung „Auf dem Rindfeld“ stecken.
Die Fläche nordwestlich der Ortslage, etwa 800 Meter vom Siedlungsgebiet entfernt, hat Potenzial. Eine kürzlich vorgestellte Studie des Planungsbüros BIT Stadt + Umwelt aus Karlsruhe bescheinigt ihr eine gute Eignung. Die süd-/südwestliche Hangausrichtung dürfte für genügend Sonneneinstrahlung sorgen. Und eine Überlandleitung, die direkt über das Gebiet verläuft, ermöglicht eine unkomplizierte Netzanbindung. Aber das Aber folgt auf der Stelle.
Projekt im Konflikt mit Regionalplanung
Denn bislang ist die knapp sieben Hektar große Fläche, auf der aktuell Landwirtschaft betrieben wird, als Regionaler Grünzug und Vorbehaltsgebiet Landwirtschaft ausgewiesen. „Die Realisierung des Solarparks steht somit im Konflikt mit einem Ziel der Landesplanung“, sagt Nora Schweikert, Sprecherin der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Süd, bei der das Projekt seit Ende September zur Prüfung liegt. Diese entscheidet, ob eine Zielabweichung vom einheitlichen Regionalplan Rhein-Neckar möglich ist. Welche Voraussetzungen müssen dafür erfüllt werden? „Wenn sich Tatsachen oder Erkenntnisse verändert haben, die Abweichung vertretbar ist und der Regionale Raumordnungsplan in seinen Grundzügen nicht berührt wird“, erklärt Schweikert. Um das alles zu prüfen, würden aktuell Stellungnahmen von allen Beteiligten eingeholt. Bis zum 10. November haben diese dafür Zeit.
Wie stehen die Chancen? Kleiner Exkurs nach Kirrweiler: Dort plant die Gemeinde einen Solarpark in ähnlicher Größe. Über ein Jahr dauerte die Genehmigungshängepartie mit der SGD, bis diese schließlich grünes Licht gab – nachdem die Gemeinde Widerspruch eingelegt hatte. Anfangs hatte die Behörde nämlich nur einen Teil der beantragten Fläche für solch eine Anlage zugelassen. Auch jetzt darf die Anlage dort nur errichtet werden, wenn die Gemeinde für Ausgleichsflächen sorgt. Unter anderem, weil das Areal als Natura-2000-Gebiet europarechtlich geschützt ist.
Entscheidung voraussichtlich Anfang 2024
Laut der Machbarkeitsstudie von BIT gehört auch die Völkersweilerer Fläche zum Natura-2000-Netz und ist Teil eines Vogelschutzgebiets. Bezüglich des Vogelschutzgebiets seien Gutachten erstellt worden, die keine erheblichen Beeinträchtigungen der Schutz- und Erhaltungsziele erwarten ließen, so Energie-Südpfalz-Sprecherin Lena Wind. Hinsichtlich der Raumplanung sagt sie, dass es in Völkersweiler keine konfliktfreie Fläche gebe, die jetzt gewählte sei noch die geeigneteste. Und was meint die SGD dazu? Diese hält sich bedeckt, bis alle Fachinfos eingetroffen sind. „Erst nach deren Auswertung und Abwertung kann eine verlässliche Aussage über die Möglichkeit einer Zielabweichung getroffen werden“, so Schweikert, die auf Anfrage der RHEINPFALZ eine Entscheidung für Anfang 2024 in Aussicht stellt. Die Energie Südpfalz hatte sich noch ein Ergebnis bis Ende November erhofft. Ob der geplante Baubeginn Ende 2024 dann noch zu halten ist?
