Kreis Südliche Weinstraße Wer hat die Jalousien bestellt?

Immer wenn die Erweiterung des Kiosks im Offenbacher Queichtalbad auf der Tagesordnung steht, steigt die Diskussionsbereitschaft im Verbandsgemeinderat Offenbach. So auch in der Sitzung am Dienstag in Bornheim, in der weitere Aufträge für den rund 150.000 Euro teuren Umbau vergeben wurden.
Streitpunkt waren diesmal die Elektroarbeiten, für die die Firma Wingerter aus Offenbach als günstigste Bieterin ein Angebot in Höhe von 9452 Euro abgegeben hat. Bevor Wingerter den Zuschlag erhielt, diskutierte der Rat fast 45 Minuten über den Inhalt des Auftrags und dessen Notwendigkeit. Frank Laux von der Bauabteilung der Verbandsgemeinde-Verwaltung erläuterte die einzelnen Positionen. So staunten die Ratsmitglieder nicht schlecht, als Laux ihnen erzählte, dass derzeit immer genau nach sechs Stunden im Kiosk eine Sicherung rausfliegt. Woran es liegt, weiß niemand. Mehrere Elektriker hätten sich schon daran versucht, ohne das Problem beheben zu können, so Laux. „Leider Gottes wurde damals im Queichtalbad gepfuscht“, sagte Laux. Es sei wichtig, dass der Sicherungskasten und die gesamte Elektronik jetzt richtig gemacht würden. Das sah der Rat auch sofort ein, schwerer tat er sich mit einem anderen Teil des Auftrags. So sollen für rund 3000 Euro die elektrischen Vorrichtungen für die Jalousien im Anbau installiert werden. Wie mehrfach berichtet, wird der Kiosk im südlichen Bereich um einige Quadratmeter größer, ein Teil der Terrasse wird in den Kiosk integriert. Den Auftrag für die Fensterfront hat der alte Rat bereits im Mai für 23.900 Euro vergeben. „Bei der Auftragsvergabe für die Fenster waren keine Jalousien mit dabei“, war sich Kuno Volz (FWG) sicher. Auch die anderen Ratsmitglieder hatten von Jalousien noch nichts gehört. Auch Laux wusste nicht, ob Jalousien im Auftrag enthalten waren. Er werde bei der Fensterbaufirma nachfragen, ob die Jalousien bereits produziert seien, wenn ja, dann müsse man sie wohl nehmen. Das könne nicht sein, erregte sich Ralf Kunz (CDU), „dann haben wir den Fensterauftrag schon falsch vergeben, denn von Jalousien war keine Rede“. Die Verbandsgemeinde müsse sparen: „Wir müssen auf jeden Euro schauen, den wir ausgeben.“ Das Ganze sei ein Gemurkse, mit unvollständigen Unterlagen könne er keine Entscheidung treffen, ärgerte sich Kunz. Bürgermeister Axel Wassyl gab zu bedenken, dass Jalousien an dieser Stelle sicher nicht überflüssig seien. Kerstin Sögding-Beck (SPD) meinte, jetzt auf Jalousien zu verzichten, um später, wenn alles fertig sei, zu merken, dass es im Kiosk zu heiß werde und man nachträglich eine Klimaanlage einbauen müsse, sei ein Fehler. Marietta Heid-Gensheimer (FWG) schlug vor, sich alles noch einmal vor Ort anzuschauen und bei der Fensterbaufirma nachzufragen, ob Jalousien bereits produziert seien oder nicht. Der Bürgermeister solle zudem ermächtigt werden, zusammen mit den Fraktionsvorsitzenden eine Entscheidung für oder gegen Jalousien zu treffen. Diesem Vorschlag folgte der Rat. Weitgehend diskussionslos vergeben wurden die weiteren Aufträge fürs Kiosk. Die Firma Medart, Offenbach, darf für 4166 Euro die Trockenbauarbeiten ausführen; Estrich- und Fliesenarbeiten übernimmt für 4945 Euro die Firma Kmito aus Offenbach aus; den Zuschlag für Malerarbeiten erhielt die Firma Zotz aus Herxheim für 2896 Euro. (jpa)