Rohrbach
Weingut Heiner stellt „Präsidenten-Wein“ für Landesregierung
2022 zum wiederholten Mal wurden die Heiners für ihr beachtliches Abschneiden bei der Landesprämierung der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz mit Gold-, Silber- und Bronzemedaillen bedacht. Somit erhielten die Rohrbacher erneut die Sonder-Auszeichnung als „Haus der prämierten Weine“, dürfen damit für sich und ihre Produkte werben. Die Landtagsverwaltung wurde bereits im vergangenen Jahr auf sie aufmerksam und kostete verschiedene Heiner-Weine. Das Rennen machte schließlich ein 2021er Sauvignon blanc trocken, der nun Teil der „Edition Präsident“ ist. Auf seinem speziell angefertigten Flaschen-Etikett trägt er die Nummer 06 und wurde 400-fach in die Landeshauptstadt geliefert. „Wir haben uns sehr gefreut“, gesteht die Chefin des Hauses, Bettina Heiner. Ehemann Jürgen, der sich um Keller und Außenwirtschaft in dem 24-Hektar-Betrieb kümmert, beschreibt den noch jungen Wein als besonders frisch und fruchtig. Zudem sei es ihm gelungen, mit zwölf Volumenprozent den Alkoholgehalt noch recht moderat zu halten. Was den Sauvignon blanc aber so besonders mache, sei die Symbiose von grünen und exotischen Aromen.
Das Familienweingut führt das Ehepaar in der dritten Generation. Jürgens Großvater, ein Donauschwabe, hatte sich in den 1950er-Jahren in Rohrbach niedergelassen und den Grundstein für den Betrieb gelegt, in dem die Eltern des heutigen Besitzers den Fokus vor allem auf den Wein setzten. Und darauf konnten Jürgen und Bettina Heiner tatkräftig aufbauen. Ein Großteil ihrer Jahresproduktion vermarkten sie per Fass. Mal als Most, mal als junger Wein vermitteln die sogenannten Kommissionäre die Ware an Großkellereien. Es sind meist Klassiker wie Riesling oder auch Grauburgunder, von dem die Heiners in diesem Jahr noch viel mehr hätten verkaufen können. Sie waren schon verblüfft über die enorm gestiegene Nachfrage, die den Literpreis auf 1,30 bis 1,40 Euro ansteigen ließ. „Deutlich mehr als noch im vergangenen Jahr“, erzählt der 57-jährige Winzermeister, der auch erstaunt ist, wie der Dornfelder, für den 2021 gerade einmal 80 Cent pro Liter zu kriegen waren, jetzt für beachtliche 1,20 Euro den Markt eroberte.
Eigenes Weinprojekt der Tochter
18 Rebsorten umfasst das im Gut verbleibende Sortiment, dem sich Jürgen Heiner mit viel Herzblut widmet. „Von nichts kommt nichts“, sagt er. Schließlich haben es all seine konventionell ausgebauten Flaschen-Weine, die er auch dieses Jahr wieder im Wettbewerb der Landwirtschaftskammer angestellt hat, in den Medaillenrang geschafft, unterstreicht Bettina Heiner. Sie betreut eine ganze Reihe von Privatkunden, die ihren Einkauf allein an den Medaillen, die ein Weingut errungen hat, orientieren.
Fest angestellte Mitarbeiter haben die Heiners nicht. Saisonal greifen lediglich Aushilfskräfte ein, um Jürgen Heiner draußen in den Weinbergen, die allesamt zum „Rohrbacher Mandelpfad“ gehören, zu unterstützen. Und wo immer sie gebraucht wird, ist auch noch Jürgen Heiners Mutter gern eingebunden. Nach wie vor offen ist, ob eines Tages eine der beiden Töchter des Paares einsteigt, vielleicht den Betrieb übernimmt. Immerhin: Tochter Carolin hat gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten, einem Winzer, ein eigenes Weinprojekt gestartet. Im vergangenen Frühjahr haben sie sich einen Weißburgunder- und einen Spätburgunder-Weinberg im Heinerschen Besitz aussuchen dürfen, den die beiden selbst beackern und die Weine in den eigens angeschafften Holzfässern ausbauen. Der Weiße wurde im Barrique vergoren und durfte dann noch sechs Monate im Tonneau reifen, wobei mehrfach die Feinhefe aufgerührt wurde, um so dem Wein zu einer ganz besonderen Cremigkeit zu verhelfen. „Ein Anfang mit einer eigenen Linie ist gemacht, vielleicht wird mehr daraus“, zeigt sich der Chef des Hauses optimistisch, dass ihr „Haus der prämierten Weine“ eine Zukunft hat, vielleicht sogar noch öfter einen Präsidentenwein kredenzen kann.