Bad Bergzabern RHEINPFALZ Plus Artikel Weihnachtsbäume: Keine Frage des Preises

Bis Heiligabend bietet Willi Rapp Weihnachtsbäume auf seinem Grundstück in Spirkelbach an.
Bis Heiligabend bietet Willi Rapp Weihnachtsbäume auf seinem Grundstück in Spirkelbach an.

Am ersten Advent fehlten die Weihnachtsbäume im Stadtbild von Bad Bergzabern. Die Tannen seien zu teuer, hieß es in der Kurstadt. Für zusammen 750 Euro wurden nachträglich drei Bäume gekauft. „Zu diesem Preis hätte ich sie auch früher schon abgegeben“, sagt Händler Willi Rapp.

Er sei in den vergangenen Tagen mehrfach gefragt worden, was er denn für Wucherpreise verlange, ärgert sich Willi Rapp. Die Rede ist von den drei großen Tannenbäumen, die seit dem 8. Dezember die Innenstadt von Bad Bergzabern schmücken und für mächtig Wirbel in der Bevölkerung gesorgt haben. Sie stammen von Rapp. Wobei der Name Rapp im Zusammenhang mit Bad Bergzabern bisher nicht genannt wurde. „Wenn von Spirkelbach und Weihnachtsbäumen die Rede ist, dann weiß jeder sofort, dass ich das bin“, sagt Rapp.

Denn der ehemalige Leiter der Polizeiwache Annweiler ist einer der größten Tannenbaum-Lieferanten weit und breit. In den Innenstädten von Landau, Neustadt, Speyer und Ludwigshafen sind seine Bäume ebenso zu finden wie in unzähligen Kirchen in der Region oder auch als Deko im Landauer Weihnachtscircus. Und zum ersten Mal stehen nun auch Rappsche Bäume auf dem Ludwigsplatz, dem Marktplatz und vor dem Schloss in der Kurstadt. „Ich habe mir für jeden dieser drei Bäume 250 Euro geben lassen“, sagt Rapp. Für jeweils rund zehn Meter hohe Tannen sei das ein fairer Preis, meint der 69-Jährige.

1000 Euro für Weihnachtsbäume im Etat

Doch der Reihe nach. Normalerweise bekommt die Stadt Bad Bergzabern ihre Weihnachtsbäume für die öffentlichen Plätze von Privatleuten gespendet. Fünf Tannen werden jedes Jahr gebraucht. Die Stadt muss nur für das Fällen der Bäume und ihren Abtransport sorgen. Dafür sind 1000 Euro im Stadthaushalt eingeplant. Trotz mehrfacher Aufrufe blieben die Baumspenden in diesem Jahr aus. Was also tun? Wie gesagt, Rapp ist in der Region für seine Tannen bekannt.

Im November rief das Gartenamt der Stadt bei Rapp an und fragte nach, was fünf große Tannen bei ihm kosten würden. „Mir wurde vom Gartenamt mitgeteilt, dass jeder Baum 800 Euro koste“, sagt Stadtbürgermeister Hermann Augspurger, der persönlich nie mit Rapp gesprochen hat. Also 4000 Euro für die Bäume plus die Transportkosten – viel zu viel Geld für die klamme Kurstadt. Also keine Bäume. Die Einwohner des Ortsteils Blankenborn, wo normalerweise auch ein Weihnachtsbaum aufgestellt wird, besorgten sich selbst eine Tanne. Dann fanden sich noch Sponsoren, die 2000 Euro für den Kauf der drei Bäume zur Verfügung stellten.

„Von 800 Euro pro Baum war nie die Rede“

So weit, so gut. Nur: Von 800 Euro pro Baum war laut Rapp nie die Rede gewesen. „Als ich vom Gartenamt angerufen worden bin, habe ich gesagt, dass eine Tanne in der gewünschten Größe zwischen 150 und 350 Euro kostet. Ich hätten denen die Bäume auch beim ersten Mal für 250 Euro gegeben“, behauptet Rapp. Und sein Service wird nicht extra berechnet. Er fällt die Bäume, transportiert sie aus dem Wald und legt sie abholbereit an den Straßenrand.

Wenn es vom Kunden gewünscht wird, liefert Rapp auch aus. Nicht nur die und die vielen Weihnachtsbäume fürs Wohnzimmer, sondern auch die für die Innenstädte. Transportiert wird in der Regel nachts. „Da ist auf den Straßen nicht viel los, das vereinfacht die Sache.“ Im Moment beliefert er hauptsächlich die Kirchen, die für Weihnachtsgottesdienste geschmückt werden. Und für Privatleute ist sein Stand im Südring 7 in Spirkelbach bis Heiligabend täglich geöffnet. „Dort verkaufe ich meine schönsten Bäume, jeden Tag frisch geschlagen“, verspricht Rapp. Er hofft, dass Bad Bergzabern auch in Zukunft zu seinen Kunden gehören wird. „Wenn nächstes Jahr gefragt werde, werde ich wieder einen fairen Preis machen“, kündigt er an.

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