Kreis Südliche Weinstraße Weide wird nachgetrauert

Die Verwunderung sowohl bei der Gemeindespitze als auch bei der Bevölkerung war in Göcklingen groß, als Anfang März die den nordöstlichen Ortseingang prägende Trauerweide erdbodengleich abgesägt wurde – auf Anordnung des Landesbetriebs Mobilität Rheinland-Pfalz (LBM) ohne Vorinformation der Gemeinde. Wohl wusste jeder im Ort, dass bei einem Sturmtief am Rosenmontag ein großer Ast des Baumes abgerissen worden war, der Schaden hielt sich jedoch in Grenzen. Nach Rückfrage bei der Unteren Landespflegebehörde bei der Kreisverwaltung war zu erfahren, dass die Weide durch den Astbruch seitenlastig zum Verkehrsraum geworden war und deshalb nach reiflicher Überlegung zur Fällung frei gegeben wurde. Die Zusatzfrage, ob ein Rückschnitt als Kopfweide nicht sinnvoller gewesen wäre, ergab, dass durch eine niedrigere Stammhöhe in kurzer Zeit die nachwachsenden Äste in den Verkehrsraum geragt hätten. Mit der Genehmigung zum Absägen wurde eine Ersatz-Baumpflanzung angeordnet. Laut Mitteilung des LBM läuft derzeit die Ausschreibung für eine Linde, die bald, also noch in diesem Frühjahr, gesetzt werden soll. Kritische Stimmen aus dem Ort vertreten jedoch die Meinung, dass auch durch einen gezielten Kronenrückschnitt die Verkehrssicherheit gewährleistet worden wäre. Auch wenn das Entfernen der Trauerweide aus der Sicht des LBM gerechtfertigt erscheint, muss doch die Frage erlaubt sein, ob nicht durch eine frühzeitige Information der Bevölkerung ein stärkeres Vertrauensverhältnis und damit mehr Verständnis für manche von oben angeordnete Maßnahme geschaffen werden könnte. Bei Straßensperrungen geht das ja auch.