Kreis Südliche Weinstraße Was lange währt

Seit langer Zeit blicken Passanten und Autofahrer auf einen Rohbau in der Ortsdurchfahrt in Ingenheim. Das Gebäude soll bis Herb
Seit langer Zeit blicken Passanten und Autofahrer auf einen Rohbau in der Ortsdurchfahrt in Ingenheim. Das Gebäude soll bis Herbst 2019 bezugsfertig sein. Das plant der neue Eigentümer der Immobilie.

Die B 38, die Landau und Bad Bergzabern verbindet, macht an der Kreuzung Hauptstraße/Bergzabener Straße in Ingenheim, auf der Höhe des Hotels Pfälzer Hof, eine markante Kurve. Dieser Bereich dürfte vielen Autofahrern aus der Südpfalz bekannt sein. Nicht nur wegen der besagten 90-Grad-Kurve, sondern auch wegen des Rohbaus des Wohnhauses, das dort seit eh und je steht. Es handelt sich um ein privates Bauprojekt, das zu einer Zeit begonnen wurde, als Helmut Schmidt Bundeskanzler und Deutschland durch die Berliner Mauer geteilt war. Der Baustart ist konkret 38 Jahre her, wie aus Bauunterlagen hervorgeht. Nach RHEINPFALZ-Informationen gab es private Gründe, weshalb das Projekt bis heute unvollendet geblieben ist. In wenigen Monaten soll das zweigeschossige Gebäude aber doch bezugswertig sein. Das plant Mehmet Ali Basibüyük, der seit Frühjahr vergangenen Jahres neuer Eigentümer der Immobilie ist. „Auch mir ist der Rohbau öfters aufgefallen, als ich mit dem Auto durch Ingenheim gefahren bin“, erzählt Basibüyük, Geschäftsführer des Unternehmens „BtoB – Bau und Sanierung GmbH“ aus Ludwigshafen. Der Diplom-Architekt kommt zwar nicht aus der Südpfalz, ist jedoch öfters in der Gegend unterwegs, weil er in Landau und Umgebung Bauprojekte betreut. Als er zufällig erfuhr, dass der Eigentümer des Gebäudes in Ingenheim die Immobilie verkaufen wollte, bewarb er sich dafür – und bekam den Zuschlag. „Soweit ich weiß, gab es mehrere Interessenten für das Objekt.“ Viele dürfte jedoch abgeschreckt haben, sich an ein Projekt heranzuwagen, das vor solch einer langen Zeit begonnen wurde, vermutet Basibüyük. Fragen, die etwa die Statik betreffen, mussten geklärt werden. Die Baugenehmigung wurde eingeholt. Nach Untersuchung der Bausubstanz habe er feststellen können, dass gar nicht so viel gemacht werden muss, um das Bauprojekt fortsetzen zu können. Abrissarbeiten und ein kompletter Neubau seien nicht nötig. „Es gibt unter anderem ein paar Stellen, die der Witterung ausgesetzt waren und auf Vordermann gebracht werden müssen“, erklärt Basibüyük. Geplant sei, das zweigeschossige Gebäude zu einem Mehrfamilienhaus herzurichten. Insgesamt sechs Parteien sollen dort einziehen können, fünf Drei-Zimmer- und eine Vier-Zimmer-Wohnung sollen den neuen Bewohnern zur Verfügung stehen. Bereits Ende vergangenen Jahres wurden Bauzäune um das Gebäude aufgestellt. Einerseits um zu verdeutlichen, dass an dieser Ecke bald weitergearbeitet wird. „Andererseits soll dadurch verhindert werden, dass Unbefugte das Gebäude betreten oder auf dem Grundstück parken, was in der Vergangenheit der Fall war“, erklärt der Diplom-Architekt. Ende Januar sollen die Arbeiten aufgenommen werden, bis kommenden Herbst soll das Projekt abgeschlossen sein. Dann stünden nämlich weitere Vorhaben für sein Unternehmen an, wie Basibüyük informiert. Dass neuer Wohnraum in der Gemeinde geschaffen wird, hört Ortsbürgermeister Manfred Pfister gerne. Vor allem bezahlbarer Wohnraum werde dringend benötigt. Darüber hinaus sei es zu begrüßen, dass die Ecke durch eine fertiggestellte Immobilie aufgewertet werde. Ein Bereich an der Hauptstraße, der tagtäglich von tausenden Autofahrern passiert wird, handelt es sich doch um eine wichtige Verkehrsachse, die Landau und Bad Bergzabern verbindet. Die jüngste Verkehrszählung des Landesbetriebs Mobilität in Speyer in der Ortsdurchfahrt Ingenheim stammt aus dem Jahr 2010, wie die Straßenbaubehörde auf Anfrage mitteilt. Sie ergab, dass täglich rund 8600 Fahrzeuge diesen Bereich passieren.

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