Kreis Südliche Weinstraße Was die Dörfer am Leben hält

Ortsbürgermeisterin Martina Wagner (links) stellte Angebote des Miteinanders der Generationen in Kleinsteinhausen vor. Beim Regi
Ortsbürgermeisterin Martina Wagner (links) stellte Angebote des Miteinanders der Generationen in Kleinsteinhausen vor. Beim Regionalforum der LAG Pfälzerwald plus bestand Gelegenheit, sechs Vorzeigeprojekte kennenzulernen.

Alle, die sich da am Dienstagabend im Kreistagsaal in Pirmasens versammelt hatten, ob Gemeinderatsmitglieder oder anderweitig ehrenamtlich Tätige, hatten das Wohl ihrer Ortschaften im Blick. Sie wollten Projekte kennen lernen, die deren Weiterentwicklung förderlich sein können. Zum Regionalforum unter dem Motto „Zukunftsfähigkeit der Dörfer“ hatte die Lokale Aktionsgruppe (LAG) Pfälzerwald plus mit der Arbeitsgruppe Dorfentwicklung und Dorfgemeinschaft eingeladen.

Zur LAG-Gruppe Pfälzerwald plus gehören die Verbandsgemeinden Annweiler, Bad Bergzabern, Dahner Felsenland, Hauenstein, Kaiserslautern-Süd, Lambrecht, Pirmasens-Land, Rodalben, Thaleischweiler-Wallhalben, Waldfischbach-Burgalben und Zweibrücken-Land. Die LAG, ein eingetragener Verein, versteht sich als Motor des Leader-Prozesses, der mit europäischen Fördergeldern Unterstützung bei der Planung und Umsetzung von Projekten gewährt. So sollte die Veranstaltung laut Moderatorin Sandra Heckenberger (Firma Entra-Regionalentwicklung) „Lust machen auf Leader“ und Anregungen für Initiativen geben. Letztlich gehe es darum, Akteure zu gewinnen, die sich Gedanken machen, die Region voranzubringen, meinte Susanne Ganster, Landrätin der Südwestpfalz. „Es ist mitunter toll, was ehrenamtlich geleistet wird“, fand Manfred Kirr, der stellvertretende Vorsitzende der LAG. Auf immer neuen Wegen werde „Zukunftsfähigkeit“ gefördert, wozu die LAG auch in der aktuellen Förderperiode (bis 2020) ihren Beitrag leiste. Andreas Heiseler, Kreisverwaltung Bitburg-Prüm, führte in die Präsentationsrunde ein mit Hinweisen auf das „Zukunfts-Check-Dorf“, ein Modell aus dem Eifelkreis. Arbeitskreise seien in dem Bemühen, die Zahl der Bewohner zu halten oder zu steigern, zum Dorfentwicklungsinstrument geworden. Damit seien der Bürgerbus etabliert, Plätze als Markttreff mit regionalen Produkten oder als sozialer Treffpunkt angepackt worden. Ein Bürgerverein habe dazu beigetragen, die Idee von einem Spiel- und Bolzplatz praktisch umzusetzen. Regionalmanagerin Ute Weisbrod-Mohr erläuterte die Strategie „Mehr leben und erleben“, bezogen auf Kultur und Natur (Beispiele: Besucher-Info-Zentrum, Sternenpark Pfälzerwald), das Leben in der Region (Beispiel: Mehrgenerationenhaus) und die regionale Identität (Beispiel: Vermarktung von regionalen Produkten). Als die Veranstaltung zum World- Café überging, verteilten sich die Teilnehmer an sechs Tische, an denen Referenten Vorzeigeprojekte vorstellten. Nach zehn Minuten wurde gewechselt. An einem Tisch veranschaulichte Markus Heeren (Verkehrsverbund Rhein-Neckar) Möglichkeiten der Barrierefreiheit im öffentlichen Personennahverkehr. Er zeigte Bilder von Bushaltestellen mit Klapprampe oder Hochbords mit Spurführung. Auskunft über die „First-Responder-Hilfe“ erteilte Dominik Klingel von der Feuerwehr Schmalenberg. Hier haben sich Feuerwehrleute für den medizinischen Notfalleinsatz ausbilden lassen, weil der Notarzt oft in vielen Fällen zu spät eintrifft. Den CAP-Lebensmittelmarkt, eine Einrichtung der Heinrich-Kimmle-Stiftung, als Frischemarkt und Vollsortimenter präsentierte Markus Matheis als Beispiel für die Nahversorgung. Michaela Hüther informierte über das Modell „Nachbarschaftshilfe“ in Reifenberg. Es sei gelungen, junge Leute als zuverlässige Partner über die „Taschengeldbörse“ zu motivieren, Leistungen für Ältere, die der Hilfe bedürfen, zu erbringen wie den Rasen zu mähen oder einzukaufen. Ähnlich funktioniert das „Miteinander der Generationen“ in Kleinsteinhausen, wie Martina Wagner aufzeigte. Eine Gruppe von aktiven Bürgern setzt sich für ihre Mitbürger ein mittels Fahr- und Besuchsdiensten sowie Kinderbetreuung.

x