Landau / Bad Bergzabern
Warum unsere ägyptische Praktikantin Journalistin werden will
Einmal Journalistin zu werden, das ist schon lange mein großer Traum. Das Leben hat es mir nicht leicht gemacht, aber ich werde nicht aufgeben. Mein Name ist Rawan Ahmed, ich bin 20 Jahre alt und habe in dieser Woche ein Praktikum bei der RHEINPFALZ gemacht, um meine ersten richtigen Schritte im Journalismus zu machen. Ich komme aus Ägypten und musste mit meiner Familie nach Deutschland ziehen, wo wir seit drei Jahren leben.
Zuerst war es ein Alptraum für mich, meine Heimat zu verlassen. Mein Leben war stabil, es lief so, wie ich es wollte. Ich war am Anfang der zwölften Klasse und hätte mit 18 Jahren ganz normal mein Abitur gemacht. Ich hatte Freunde und ein glückliches Leben. Dann musste ich all meine Träume und mein Leben hinter mir lassen und bei Null anfangen. Eine neue Sprache, ein neues Leben und eine neue Kultur. Hier musste ich die elfte Klasse wiederholen und werde mein Abi wohl erst mit 22 Jahren machen können. Wegen der Corona-Situation durfte ich ein Jahr lang nicht in die Schule und konnte nur online lernen, was mir nicht viel gebracht hat. Eine Lehrerin aus dem Alfred-Grosser-Schulzentrum in Bad Bergzabern hat an mich geglaubt und hat mir beim Erlernen der Sprache geholfen, weil es auf dem Gymnasium keine extra Deutsch-Kurse gibt. Und sie hat mir Hoffnung gegeben, dass ich das Gymnasium schaffen kann.
Will auch anderen Hoffnung geben
Natürlich war ich manchmal enttäuscht und wollte viele Male nicht weitermachen und wusste oft nicht, was ich tun sollte. Soll ich wirklich aufgeben, wovon ich immer geträumt hatte? Kann ich jemals die deutsche Sprache so erlernen, dass ich eines Tages Journalistin werden kann? Schaffe ich überhaupt das Abitur? Diese Fragen haben mich beschäftigt. Aber irgendwie hatte ich immer das Gefühl, ich muss es zumindest probieren. Aktuell gehe ich in die zwölfte Klasse. Ich kann Deutsch noch nicht so gut, wie ich möchte. Aber ich bin mir sicher, dass ich immer versuchen werde, das zu erreichen, was ich will. Und nicht nur der Erfolg am Ende ist wichtig und macht glücklich, sondern auch der Weg dorthin, weil man schon auf diesem etwas lernt. Es spielt jetzt keine Rolle mehr für mich, in welchem Alter ich Abitur mache und mit dem Studium beginne. Das Wichtigste ist, dass ich eines Tages ankomme.
Ich hatte Tage, an denen ich dachte, mein Traum vom Journalismus ist unmöglich zu verwirklichen. Was die Zukunft bringt, kann ich nicht wissen. Aber ich werde für meinen Traum immer kämpfen. Und vielleicht kann ich damit auch anderen Hoffnung geben.