Kreis Südliche Weinstraße Vor der Landratswahl: SPD-Kandidat Torsten Blank hat keine Scheu vor großen Fußstapfen
Bei der Wahl am Sonntag will Torsten Blank in die Fußstapfen von Landrätin Theresia Riedmaier (SPD) treten. Davor hat der Sozialdemokrat keine Scheu. Große Fußstapfen sind ihm wohlbekannt. Ein Gespräch über Heimat, Zielstrebigkeit und seinen höchsten Feiertag.
Wir treffen Torsten Blank zu Hause in seinem Heimatort Billigheim-Ingenheim. Auf der Terrasse lässt er sich eine Tasse Kaffee schmecken. Der Blick schweift über den akkurat angelegten Garten mit Seerosen-Miniteich, frisch gestutztem Rasen, Blumenarrangements, Zypressen-Reihe und Kinderspielgerüst. In seiner Freizeit gärtnert der 46-Jährige gerne. Da dazu in Zeiten des Wahlkampfes aber die Ruhe fehlt, springt sein Opa mit ein. Das Haus ist ein echter Hingucker, modern, lichtdurchflutet, stylishe Holzelemente, energieeffizient. Dabei steckt in ihm ein altes Innenleben – das frühere Anwesen seiner Oma. „Es war schon immer mein Wunsch, eine alte Immobilie zu sanieren. Das hat einen besonderen Wert“, sagt Blank. Das Zuhause ist auch Sinnbild für die Politik des Sozialdemokraten, die von tiefer Heimatverbundenheit geprägt ist. Aber keiner rückwärtsgewandten, sondern einer, die dem Fortschrittsgedanken verpflichtet ist. „Ich bin keiner, der den Status quo verwaltet. Ich möchte gestalten, fortbewegen. Dabei denke ich in langen Linien, sodass die Dinge auch noch nach 10, 20 Jahren Bestand haben.“ Diese Zielstrebigkeit kann auch seine Frau – das ist sie für ihn, auch ohne Trauschein – nur bestätigen. Er sei zuverlässig, sehr engagiert und wolle Sachen ans Ziel bringen. „Und ich bin familiär“, ergänzt Blank. „Ja, wenn du da bist“, kommentiert sie. Denn die Zeit für die Familie fällt besonders jetzt sehr knapp aus. Eine 90-Stunden-Woche habe er aktuell, berichtet Blank. Vormittags beackert der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Landau-Land die Verwaltungsgeschäfte, nachmittags präsentiert er sich den potenziellen Wählern. „Es tut mir leid, dass mich meine Familie gerade nicht so oft sieht“, gesteht der Vater einer fünf- und einer elfjährigen Tochter ein. Deswegen hatte er auch eine Weile mit sich zu ringen, als es um die Frage ging, ob er für die SPD den Hut in den Ring werfen werde. Aber dann kitzelte ihn doch sein Gestaltungswille. „Wenn man sich engagiert, sich einbringt, dann kann man etwas bewegen.“ Diese Erkenntnis erlebte er schon in frühen Jahren als Schülersprecher, als Vorsitzender der Landjugend, im Festausschuss für die 1300-Jahr-Feier seines Heimatorts. „Ich, als junger Kerl, zwischen Schulleiter und Bankdirektor.“ Aber er konnte sich behaupten. Und ein Jahr später, bei der Kommunalwahl 1994, fragte ihn Ortsbürgermeister Erich Heugel, ob er bereit wäre, für den Gemeinderat zu kandidieren. Blank war bereit und wurde mit 23 Jahren als mit Abstand jüngstes Mitglied in das Ortsgremium gewählt. Dabei fand er gleich noch in der SPD seine politische Heimat. Mittlerweile ist er Vorsitzender der SPD-Fraktion im Kreistag. Die Sozialdemokratie, die auch Heugel und Klaus Stalter antreibt – seine Vorgänger im Amt des Ortsbürgermeisters (das Blank von 2004 bis 2014 innehatte) beziehungsweise Verbandsbürgermeisters (seit 2011) und seine politischen Mentoren. Besonders die Wichtigkeit des Zusammenhalts hätten sie ihm vermittelt. „Dieser Geist prägt meine Politik.“ Wenn man sich auf Inhalte konzentriere, statt sich parteipolitischen Querelen hinzugeben, könne man mehr erreichen, ist er überzeugt. Die Frage, ob er sich zutraue, in die großen Fußstapfen von Parteifreundin Theresia Riedmaier zu treten, die seit 20 Jahren erste Frau im Kreis ist, hat Blank schon des Öfteren gehört. „Ich habe das ja schon zweimal miterlebt“, antwortet er entspannt. Heugel, 36 Jahre Ortschef, eine Institution; Stalter, 23 Jahre im Amt, die personifizierte VG. Mit ihnen habe er eine lehrreiche, spannende Zeit verbracht. „Aber ich habe bald auch eigene Spuren gelegt“, sagt Blank, der nach Maschinenbau-Semestern an der TU Kaiserslautern zunächst in einem Metallbauunternehmen und danach bei den Pfalzwerken gearbeitet hat, bevor er hauptamtlich in die Politik ging. Und die müsse man mit großer Überzeugung und Leidenschaft machen. „Das ist nicht nur ein Verwaltungsjob. Man muss sie Teil seines Lebens sein lassen.“ Auch deswegen überlegte er reiflich, bevor er sich für die Landratskandidatur entschied. Denn Landau-Land macht ihm viel Freude. „Wir haben viel erarbeitet. Da fragt man sich schon, möchte ich das aufgeben.“ Aber da kommt wieder dieser Gedanke des Zusammenhalts. Ein Bürgermeister für alle. Bald ein Landrat für alle? Die Nachfolgefrage in Landau-Land will er aber nicht vor der Landratswahl aufrufen. „Ich will keine Entscheidung vorwegnehmen, und man kann auch keine zwei Wahlkämpfe gleichzeitig führen“, meint er. Die Südliche Weinstraße bedeutet für ihn Heimat. Und der „Inbegriff von Heimat“, das ist natürlich der Purzelmarkt für Blank, der auch Vorsitzender des Purzelmarktvereins ist. „Für mich der höchste Feiertag des Jahres.“ Vielleicht wir der kommende Sonntag auch ein Tag zum Feiern für ihn.