Kreis Südliche Weinstraße Von der Uni auf den Chefsessel

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Aufbauen auf dem Bestehenden und ein Grünkonzept für die ganze Stadt, um mit der Bepflanzung attraktive Akzente zu setzen, lautet die Vision von Anja Ziegler. Derzeit ist sie noch dabei, sich einen Überblick zu verschaffen. Die Bestandsaufnahme des Grüns, das wesentlich zum Gesicht der Kurstadt beiträgt, die Abläufe im Gartenbauamt und die Einarbeitung in das finanzielle Management sind aktuell die Hauptthemen für Anja Ziegler. „Engagement, fachliche Wissen und ein Händchen für die Personalführung“, nennt sie als die drei wesentlichen Eigenschaften in ihrem Job. „Es ist eine große Aufgabe und Herausforderung.“ Erst mal sei alles auf sie eingeprasselt, dann habe sie sich die Stadt mit Blick auf das Grün angeschaut, schildert sie die ersten Wochen. Von ihrem zwölfköpfigen Team ist sie begeistert. „Mein erster Ansprechpartner ist Klaus Schulz, er hatte auch in den Zeiten ohne Gartenbauamtsleiter die fachliche Leitung“, sagt sie in ihrem noch etwas kahlen Büro im Bauhof in der Kapellerstraße. Den administrativen Teil hatte in dieser Zeit Christian Müller, Geschäftsführer der Stadtwerke, übernommen. Beides ist jetzt wieder in der Hand der Gartenbauamtsleiterin: Die personelle Verantwortung, der Fuhrpark, der Friedhof, der Winterdienst und nicht zuletzt die laufenden Arbeiten auf den städtischen Grünflächen mit unter anderem derzeit jährlich drei Neupflanzungen. „Ich kann mich auf alle Mitarbeiter verlassen, Klaus Schulz kennt die Abläufe, ich lerne jeden Tag etwas Neues“, sagt Anja Ziegler, die nach dem Studium mit dieser Stelle gleich ins kalte Wasser der Berufspraxis gesprungen ist. Geboren ist sie in Halle in Sachsen-Anhalt, nach dem Abitur studiert sie in Erfurt Landschaftsarchitektur, Gartenpflege und Freiraumplanung und macht den Masterabschluss über den Hauptfriedhof in Erfurt. „Die Stelle in Bad Bergzabern war ausgeschrieben und ich habe mich beworben“, schildert sie auch den großen räumlichen Sprung, den sie gemacht hat. Rund 550 Kilometer sind ihre Eltern, zwei Geschwister und Freunde entfernt, ein Besuch jedes Wochenende ist nicht drin. In Landau hat Anja Ziegler eine Wohnung gefunden, dort lebt auch eine Freundin, die sie in den vergangenen Jahren immer mal wieder besucht hat. Ganz fremd ist ihr die Südpfalz daher nicht. „Es ist ein schönes Fleckchen Erde“, findet sie. Und wundert sich, dass der diesjährige Winter als streng empfunden wurde. „Das ist bei uns immer so“, sagt sie. Derzeit werden in der Werkstatt des Bauhofs große, unansehnlich gewordene Blumenkübel in frischen Frühlingsfarben gestrichen. Die Standorte dafür werden noch ausgesucht, die Frühjahrspflanzung steht in Kürze an. Zehntausende Stiefmütterchen oder Tulpenzwiebeln werden dann unter anderem eingepflanzt. Die Kübelbepflanzung attraktiv und nicht so pflegeaufwendig zu machen, ist eines der Ziele von Anja Ziegler. Handlungsbedarf sieht sie auf dem Hauptfriedhof, für den sie auch die Bestattungen koordiniert und die Kostenbescheide vorbereitet. Gedanken will sie sich auch um die vielen kleinen Baustellen in der Stadt machen. Kleine, manchmal vernachlässigte Grünflächen. Ihre Vision: Bürger miteinbeziehen und vielleicht als Paten für das eine oder andere Stückchen Grün gewinnen. Viel Lob hat sie für ihre Mitarbeiter, mit denen sie täglich spreche und die sie gut aufgenommen hätten. Alle vier Jahreszeiten in Bad Bergzabern wird sie brauchen, um einen vollständigen Überblick zu bekommen. „Ich freue mich darauf“, sagt die Chefin des Gartenbauamtes. |pfn

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