Kreis Südliche Weinstraße Von der Kraft der Sonne angetrieben

Sind stolz auf ihr Prachtstück: die Schüler der Realschule plus in Bad Bergzabern mit ihrem Lehrer Patrick Himpel (vierter von l
Sind stolz auf ihr Prachtstück: die Schüler der Realschule plus in Bad Bergzabern mit ihrem Lehrer Patrick Himpel (vierter von links).

Die Realschule plus in Bad Bergzabern schreibt die Erfolgsgeschichte um selbst gebaute, solarbetriebene Boote fort. Hatte bereits vor drei Jahren Lehrer Patrick Himpel mit Schülern des Wahlpflichtfaches „Technik und Naturwissenschaften“ aus zwei alten Kajaks einen Katamaran gebaut, der von der Kraft der Sonne angetrieben wird, hat das Lehrer-Schüler-Gespann dieses Mal gleich zwei Solarboote entwickelt. Diese sind bei der heutigen Solarboot-Regatta im Epple-Baggersee in Neuburg zu bewundern.

Die Jugendlichen strahlen, als sie ihr fünf Meter langes Solarboot vor dem Alfred-Grosser-Schulzentrum präsentieren. „Es hat Spaß gemacht, an diesem Projekt mitzuwirken“, sagt Julius, 17 Jahre. Mirko fand es nicht nur spannend, mit diversen Baustoffen zu arbeiten. „Der Gedanke daran, ein Solarboot zu steuern, das ich mitgebaut habe, hat mich besonders motiviert“, sagt der 16-Jährige. Dafür waren er und seine rund 20 Klassenkameraden aber auch lange Zeit mit dem Projekt beschäftigt. Allein die Planung dauerte ein halbes Jahr. „Erst danach haben wir uns ans Werk gemacht, Sperrholzplatten so zusammenzuschneiden, dass wir am Ende ein schwimmfähiges Holzboot haben“, erzählt Julius. Ein Boot, das mit zwei PS unbegrenzt auf dem See unterwegs sein kann, so lange die Sonne scheint. Damit man jederzeit navigierfähig ist und zurück an Land kommt, gibt es noch einen Akku an Bord, der Energie für bis zu fünf Stunden liefert. Wie viele Stunden letztlich in das Projekt investiert wurden, kann Himpel nicht sagen. „Hunderte“, schätzt er. Drei Unterrichtsstunden in der Woche plus das Werkeln außerhalb der Schulzeiten, das über zwei Jahre hinweg – kommt hin. Wobei in den Wintermonaten pausiert werden musste. „Wir hatten keine geeignete Räumlichkeit, um arbeiten zu können“, sagt Himpel. Der Klebstoff beispielsweise habe nur bei bestimmten Temperaturen halten können. „AlfredaSolar“, so lautet der Name des Prachtstücks. Es ist bereits das vierte solarbetriebene Boot, an dem Himpel zusammen mit Schülern getüftelt hat. 2015 ließen die damaligen Neuntklässler den „Solarmaran“ vom Stapel. Dieser entstand aus zwei alten Kajaks, das Boot wurde 2016 modernisiert. „Es war stärker, schneller und leichter“, erzählt Himpel. Dafür hatte man aber auch größere Kajaks gebaut, und zwar aus styroporähnlichen Dämmmaterial. Waren die Solarmodule damals auf dem Vorder- und Hinterteil des Schiffes befestigt, sind diese nun auf dem Dach des „Chillerboots“. Auf diesen Namen wurde jenes Boot getauft, welches die jetzigen Zehner parallel zu „AlfredaSolar“ gefertigt haben. Der Bau des „Chillerboots“ war anfangs nicht geplant. „Aber wir hatten genug Schüler, die auch motiviert waren, zwei Boote zu schaffen“, sagt Himpel. So kommt es, dass Bad Bergzabern bei der heutigen Regatta mit zwei Booten ins Rennen geht. An dem Ereignis in Neuburg, das federführend vom Pädagogischen Landesinstitut in Speyer veranstaltet wird, nehmen sechs weitere Schulen aus der Südpfalz teil. Sie konnten sich dafür begeistern, solarbetriebene Boote zu bauen, und trieben genug Sponsoren auf. Etwa 2500 Euro habe der Bau von „AlfredaSolar“ gekostet, sagt Himpel. Man konnte die Summe aufbringen, weil noch Spendengelder aus den vorangehenden Jahren übriggeblieben waren. Zum anderen hatten die Schüler des Wahlpflichtfaches „Wirtschaft und Verwaltung“ durch verschiedene Aktionen Geld für das Projekt gesammelt. „Die Schüler können stolz auf sich sein“, sagt Patrick Himpel, „weil sie über einen längeren Zeitraum hinweg am Ball geblieben sind.“ Rückschläge, die es auch gegeben hat, weggesteckt haben und zu einem sehenswerten Ergebnis gekommen sind.

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