Kreis Südliche Weinstraße Voller Erfolg in Halbzeit eins

Das historisch wertvolle Ensemble in der Neugasse 30 wird derzeit saniert. Beim Rundgang am Freitag stellt der Eigentümer das Pr
Das historisch wertvolle Ensemble in der Neugasse 30 wird derzeit saniert. Beim Rundgang am Freitag stellt der Eigentümer das Projekt vor.

Am Samstag, 5. Mai, ist der bundesweite Tag der Städtebauförderung. „Wir beteiligen uns daran, sind aber unserer Zeit ein bisschen voraus“, sagt Stadtplanerin Jutta Henß. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Hans Dennhardt, dem Professor für ländliche Ortsentwicklung und Ortserneuerung, berät sie die Stadt Bad Bergzabern und ihre Bürger in Sachen Stadtsanierung. „Wir wollen unsere Arbeit schon am Freitag beim Hameckermarkt vorstellen, weil wir dort viele Bürger erreichen können“, sagt Henß beim Gespräch im Sanierungsbüro in der Königstraße 43. Dort haben Henß und Dennhardt in den vergangen acht Jahren ungezählte Beratungsgespräche geführt. Die Stadt Bad Bergzabern ist seit 2010 im Förderprogramm „Historische Stadt – Städtebaulicher Denkmalschutz“, wie es korrekt heißt. Die Laufzeit ist auf 15 Jahre festegelegt. „Es ist also Halbzeit. In diesem Jahr lässt sich eine Zwischenbilanz ziehen“, so Henß. Neben den öffentlichen Projekten, wie Parkplatz am Kurparkeingang, Jugendhaus oder Stadtmauerrundweg seien bisher 66 private Modernisierungs- und Instandsetzungsvorhaben in der Kurstadt gefördert worden. „Es wurden bisher rund 2,3 Millionen Euro Fördermittel mit privaten Eigentümern gebunden, die ein privates Investitionsvolumen von 12,7 Millionen Euro in der Stadt auslösten oder noch auslösen werden“, rechnet Jutta Henß vor. In dem Programm ist eine Gesamtfördersumme von sieben Millionen Euro vorgesehen. Für die zweite Halbzeit bleibt also noch ein bisschen Spielraum. Ziel des Programms ist, historische Stadtkerne mit denkmalwerter Bausubstanz auf breiter Grundlage zu sichern und zu erhalten. Innerhalb des Sanierungsgebiets können Einzelprojekte gefördert werden, die den Entwicklungszielen entsprechen. Dazu gehören die Sicherung erhaltenswerter Gebäude und historischer Ensembles und Anlagen von geschichtlicher, künstlerischer oder städtebaulicher Bedeutung. Weitere Ziele sind die Modernisierung und Instandsetzung oder der Aus- und Umbau dieser Gebäude sowie die Erhaltung und Umgestaltung von Straßen und Plätzen von geschichtlicher, künstlerischer oder städtebaulicher Bedeutung. Auch gehören die Wiederherstellung des historischen Stadtbildes und Stadtgrundrisses zu den Zielen des Programms. Zu den Aufgaben der Stadtplaner zählt auch die Erarbeitung von Planungen und Konzepten sowie die Beratung von Eigentümern und Investoren. „Mit der Unterstützung durch das Förderprogramm kamen aber nicht nur Investitionen, sondern auch viele Menschen in die Altstadt“, betont Henß. Und nicht nur ältere Menschen, wie in Bad Bergzabern zu vermuten wäre. „Viele junge Familien haben sich in den Altstadtgassen angesiedelt“, bestätigt Stadtbürgermeister Fred-Holger Ludwig (CDU). Zwei historisch wertvolle Ensembles in der Neugasse 30 beziehungsweise der Marktstraße 28 werden in enger Abstimmung mit der Generaldirektion Kulturelles Erbe und zusätzlicher finanzieller Unterstützung von dort derzeit modernisiert. In diesem Jahr ist außerdem geplant, die Freiflächen zwischen Storchenturm und Weinstraße aufzuwerten. Der Dicke Turm soll instandgesetzt und intensiver in den Stadtmauerrundweg eingebunden werden. Und dann gibt es noch ein Projekt, das die Stadtplaner intensiv beschäftigt: die Sanierung des Renaissance-Gasthauses Zum Engel. „Das Nutzungskonzepte für den Engel muss verfeinert werden, solange die Sicherungsmaßnahmen im Untergrund überwacht werden“, sagt Henß. Intensiv arbeiten Henß und Dennhardt mit Susanne Schultz vom Zentrenmanagement, das 2016 etabliert wurde, zusammen. Aufgabenschwerpunkte sind das Immobilienmanagement, die Imagebildung und die Kommunikation. „Durch die Aktivitäten des Zentrenmanagements in der Verbindung mit der Sanierungsberatung konnten Neuansiedlungen, vor allem in modernisierten Gebäuden ermöglicht werden“, betonen Henß und Dennhardt. Die Stadtentwicklung in Bad Bergzabern soll am Tag der Städtebauförderung weiter bekannt gemacht werden. Auf dem Hameckermarkt wird es von 15 bis 18 Uhr einen Infostand geben. Auf vier großen Infotafeln wird vor der Marktkirche über die bisherigen Aktivitäten und Projekte im Zuge des Förderprogramms sowie die Fördermöglichkeiten für Hausbesitzer in der Altstadt informiert. Susanne Schultz, Jutta Henß und Hans Dennhardt werden ebenso an dem Stand sein wie Vertreter der Stadt. Um 16 Uhr bieten Henß und Dennhardt einen etwa einstündigen Rundgang durch die Altstadt an, wo einzelne private Projekte vorgestellt werden. Die vier Infotafeln werden in Zukunft im Sanierungsbüro aufgestellt, wo sie interessierte Bürger zu den Öffnungszeiten anschauen können.

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