Bad Bergzabern
VG-Halle: Bodenaustausch sorgt für Ärger
Siegfried Sarter kennt die Halle in der Pestalozzistraße gut. Mehr als 30 Jahre lang kam er fast jede Woche in das Gebäude. „Ich habe dort lange selbst Volleyball gespielt, dann hat mein Sohn 20 Jahre dort geturnt“, erzählt er. Bis vor fünf Jahren habe er sich um die Geräte des Turnvereins gekümmert, hat sie gepflegt und repariert. „Ich war zehn Jahre lang mindestens zwei Mal pro Woche in der Halle.“ Dabei hat er so ziemlich jeden Winkel gesehen – und damit auch die Schäden am 1973 errichteten Bau.
Ein Dauerbrenner in all den Jahren war das Thema Wasser. „Ich habe mehrfach miterlebt, dass bei Regen und Wind durch die maroden Oberlichter im Dach das Wasser nicht nur in die Halle tropfte sondern lief“, erinnert sich Sarter. „Das waren schnell mal fünf bis sechs Liter.“ Das sei schon beim alten Linoleumboden so gewesen. „Als ich dann vor zehn Jahren hörte, dass ein neuer Parkettboden eingebaut wird, war ich einigermaßen konsterniert.“ Sarter meint, dass die Herangehensweise damals falsch war. „Man hätte erst das Dach abdichten sollen, dann erst einen neuen Boden verlegen“, sagt er.
Kosten für neuen Boden sollten gespart werden
Tatsache ist, dass wegen der undichten Oberlichter auch auf dem 2002 eingebauten Parkettboden immer wieder Wasser stand. Das bestätigt Thomas Cornet, geschäftsführender Beamter der Verbandsgemeinde Bad Bergzabern. „Das Wasser wurde aber immer schnell vom Hausmeister beseitigt“, erklärt er. Anzeichen, dass Feuchtigkeit in die Unterkonstruktion ist, habe es nicht gegeben. Bei der Sanierung der Halle, die erst im vergangenen Jahr abgeschlossen wurde und 5,2 Millionen Euro verschlang, sei die Maßgabe gewesen, den Boden zu erhalten. Weshalb es auch keine genauere Untersuchung des Belags gab. „Man hätte dafür den Boden aufschneiden müssen“, sagt Cornet. „Die gut 300.000 Euro für einen Boden sollten eingespart werden“, fasst er zusammen.
Nun muss die VG mehr Geld in die Hand nehmen, um den Schaden zu beheben. Laut einem Richtpreisangebot liegen die Kosten für einen neuen Boden inklusive Verbesserung der Untergrundabdichtung bei mindestens 320.000 Euro. Für Sarter ist das Verschwendung. „Da wird Geld verbrannt, dass man nur den Kopf schütteln kann“, schimpft er. Denn dass Wasser auch in die Unterkonstruktion eingedrungen ist, überrascht ihn nicht. „Die Eisenteile unter der Tribüne waren immer rostig. Also muss da ja schon länger etwas gewesen sein“, sagt er.
Wurde der Boden immer schnell abgetrocknet?
Dass der Boden immer schnell abgetrocknet worden sei, wenn Wasser darauf stand, bezweifelt Sarter. „Dass es zum Beispiel in den Ferien mal regnen könnte und kein Hausmeister zum Abtrocknen da ist, da kommt man nicht drauf“, merkt er spöttisch an.
Den Zweifeln Sarters widerspricht Cornet. Die Halle sei auch am Wochenende in Betrieb. „Außerdem wohnt der Hausmeister direkt neben der Halle. Bei stärkerem Regen ist er auch in den Ferien reingegangen und hat den Boden abgetrocknet, falls das nötig war“, sagt er.