Kreis Südliche Weinstraße Tankstopp im Supermarkt
Die Entwicklung von Elektrofahrzeugen hat neue Bedürfnisse geschaffen, die mittlerweile nicht nur von den herkömmlichen Tankstellen erfüllt werden können. Einkaufen und gleichzeitig das Auto aufladen – bei Edeka Paul in Billigheim-Ingenheim und Steinfeld ist das jetzt möglich.
Für E-Autofahrer dürfte die Idee von Benedikt Paul ziemlich verlockend klingen: Mal eben während des Einkaufs das Auto tanken. „Besser kann der Kunde die Zeit gar nicht nutzen, als den Einkauf zu erledigen und gleichzeitig das Auto wieder aufzuladen“, meint Benedikt Paul im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Statistiken gingen davon aus, dass die durchschnittliche Einkaufszeit im Markt bei 23 Minuten liege. Genügend Zeit, um währenddessen das Fahrzeug aufzuladen. Nutzen kann übrigens jeder die Stationen in Billigheim-Ingenheim und Steinfeld rund um die Uhr, unabhängig von einem Einkauf im Edeka-Markt. Ob das Angebot in der Breite angenommen werde, bleibe abzuwarten, so Paul. Anfang November hat Edeka Paul die Ladestationen eröffnet. „Einfach ankommen, einstöpseln, einkaufen“, lautet das Motto für die E-Autofahrer. Vorausgegangen sei eine relativ lange Vorlaufzeit, bei der im Genehmigungsverfahren gleich eine ganze Reihe an Hürden überwunden werden mussten, so Benedikt Paul. Bereits im Februar habe er den Antrag für die Errichtung einer Ladestation in Billigheim-Ingenheim auf den Weg gebracht und erst im November das Ziel erreicht. Wie wird die Ladestation angenommen? Wie haben sich die Nutzungszahlen entwickelt. Für Benedikt Paul ist es derzeit noch etwas zu früh, um in einer ersten Bilanz über Nutzungszahlen zu sprechen. „Wir wollen mit diesem Angebot einen Beitrag zu Energiewende leisten und die Elektromobilität fördern“, beschreibt Paul seine Motivation. Er geht davon aus, dass je mehr Elektro-Tankstellen es gebe, desto leichter werde es den Menschen fallen, die Entscheidung für den Kauf eines Elektroautos zu treffen. Rund 20.000 Elektroautos gibt es derzeit in Deutschland, verglichen mit den 61,5 Millionen insgesamt zugelassenen Fahrzeugen eine noch ziemlich kleine Zahl. Die Entwicklung in der jüngsten Vergangenheit zeige aber steil nach oben, bemerkt Paul. Seit 2011 hat sich die Anzahl in jedem Jahr verdoppelt. Für die noch magere Ladeinfrastruktur bringe das Angebot bei den beiden Edeka-Märkten möglicherweise einen kleinen Schub. Benedikt Paul kennt sich gut aus mit den „Stromflitzern“. Er selbst fährt ein Elektroauto, hat viel Fahrspaß am Elektro-Antrieb. Die Reduzierung der Umweltbelastung waren bei ihm die Hauptbeweggründe für den Kauf eines E-Fahrzeuges. Damit ist er im Markt in Billigheim-Ingenheim nicht allein. Mittlerweile hat sich auch ein Mitarbeiter zum Fahren im Elektroauto entschieden. Die Anschlussleistung in Billigheim-Ingenheim und Steinfeld liegt laut Paul bei 22 Kilowatt – das soll reichen, um in 30 Minuten eine Reichweite von 80 Kilometern tanken zu können. In einer Stunde lässt sich eine Batterie mit gut 20 Kilowattstunden beladen. Fachleute legen einen Stromverbrauch beim Elektro-Auto von etwa 12,5 Kilowattstunden je 100 Kilometer zugrunde. Noch käme die automobile Zukunft etwas schüchtern daher, meint Paul.