Annweiler
Tafel in neuem Domizil bei Kleintierzuchtverein
Die Tafel startete in Annweiler im Friedrich-Ebert-Saal neben dem Forstamt. Doch wegen der strengen Corona-Auflagen konnten dort die Abstände nicht eingehalten werden, und die Ausgabestelle für bedürftige Menschen wurde ins Foyer des Hohenstaufensaals verlegt. Der Verein sei dankbar, dass er einen Teil des städtischen Gebäudes habe kostenlos nutzen dürfen. Doch es sei auch klar gewesen, dass dies nur eine vorübergehende Bleibe sein konnte, denn der Veranstaltungsbetrieb nimmt dort wieder zu, erklärt Vorsitzender Wolfgang Engel den Grund des Umzugs. Nun hat die Tafel ein neues Zuhause in der Halle des Kleintierzuchtvereins in der August-Bebel-Straße gefunden. Der gemeinnützige Verein hat das Domizil für die kommenden Jahre angemietet.
Die regelmäßig mittwochs zwischen 11 und 13 Uhr stattfindenden Ausgabetermine mussten während des Umzugs nicht unterbrochen werden. Nach wenigen Tagen war alles Notwendige getan. Auch die Anlieferung der Lebensmittel funktioniert nahtlos weiter. Der Verein kann sich auf etwa 60 ehrenamtliche Helfer verlassen, die eifrig mit anpacken. Das Lager, wo die Ware auch sortiert wird, ist zwar noch im Friedrich-Ebert-Saal geblieben. Engel hofft aber, dass man es bald am neuen Ort unterbringen kann. Denn die Halle bietet auch zum Aufbewahren und Sortieren genügend Raum.
100 Kunden und 60 Helfer
Regelmäßig bis zu 100 Kunden versorgt die Tafel Annweiler mit Nahrungsmitteln, darunter auch mit frischem Obst und Gemüse. Für das Herbeischaffen der Waren steht ein kleiner Transporter zur Verfügung. Den verwenden vier Fahrteams. Fast täglich fahren sie die Supermärkte in Annweiler, Hauenstein und Birkweiler ab. Auch Bäckereien und Metzgereien befinden sich darunter. Am Ausgabetag sind bis zu 20 Helfer im Einsatz, teilweise im Schichtbetrieb. „Es ist alles voll getaktet“, sagt Engel. „Denn wir sind zurzeit ganz gut aufgestellt. Aber jeder, der mit anpacken will, ist bei uns willkommen.“ In den besonders strengen Corona-Zeiten, als die Unis zu waren, habe die Tafel auch viel Unterstützung durch Studenten erfahren, berichtet er.
Zu einem weiten „U“ entlang der Hallenwände aufgestellt, stehen die Ausgabetische bereit. Die Kunden dürfen in Ruhe aussuchen, aber ohne die Auslagen anzufassen. Sie werden bedient. Pro Person werden für den Einkauf 1,50 Euro fällig. Familien zahlen drei Euro. Die früher benutzten Holztische sind aus hygienischen Gründen Edelstahltheken gewichen. Auch die Regale sind neu. Die Kosten dafür habe der Verein vorfinanziert, teilt Engel mit. Aus der Glücksbringer-Aktion der VR-Bank stehen zur Auffrischung des Kontos aber 700 Euro in Aussicht. Nicht mehr lange, dann soll der Traum eines Kühlfahrzeugs in Erfüllung gehen. Zusagen von Sponsoren lägen vor. Auch der Tafel-Dachverband will einspringen. Er hat dem Verein bereits zwei Entlüftungsgeräte kostenfrei zur Verfügung gestellt.