Kreis Südliche Weinstraße Sprungbrett ins Show-Geschäft
Eine schöne Idee wird zur Tradition: Schon zum dritten Mal luden die beiden Lions-Clubs aus Bad Bergzabern und aus Weißenburg zu einem Abend ein, der als Sprungbrett für junge Talente dienen soll. Der gelungene Abend im Kulturzentrum la Nef in Weißenburg war ein Musterbeispiel für die deutsch-französischen Freundschaft.
In drei Sparten wurden Nachwuchstalente gesucht: Gesang, Instrumental und Sport/Akrobatik. Eine vierköpfige Jury mit Experten für Gesang, Instrumental, Tanz und Schauspiel beurteilte die Leistungen der jungen Protagonisten, die zwischen sieben und 21 Jahren alt waren. „Eigentlich bin ich nicht aufgeregt, aber Bammel hab ich schon vor dem Auftritt“, sagt die neunjährige Elizaveta, die seit 2015 im Turnverein Bad Bergzabern, Abteilung Gymnastik, trainiert. Mit ihren beiden älteren Mitturnerinnen Kira Kurz und Kathrin Acker geht sie vor ihrem Auftritt nochmals das Programm „Ureinwohner des Amazonas“ durch. Alle essen dabei ein Wurstbrot, um die Nerven zu beruhigen. Das hilft, denn die Darbietung der zehn Mädchen und zehn Jungen ist an Akrobatik und Eleganz nicht zu überbieten. Auch Elodie aus der Hip-Hop-Riege der Tanzformation „Mad of dance“ aus Weißenburg ist sich nicht ganz so sicher, ob sie aufgeregt ist oder nicht. Eins weiß die Elfjährige aber ganz sicher, sie freut sich unheimlich auf ihren Auftritt. Die Hip-Hopperin Joelle, 17 Jahre alt, ist da schon etwas cooler: „ Für mich ist das hier reines Amüsement.“ Fast schon ein Multitalent ist Gabriel Armand aus Frankreich. Der Zehnjährige bringt zwei Lieder zu Gehör. Einmal singt er, einmal spielt er auf dem Akkordeon. Das Publikum ist in beiden Fällen begeistert. Außer Konkurrenz, so wie im Vorjahr in Bad Bergzabern, startet der siebenjährige Leander Resch mit seiner Violine. Er bringt Lieder des Komponisten Leopold Janzer zu Gehör. Seit zwei Jahren sind er und seine Violine dicke Freunde. Das zeigt sich auch durch seine Qualifikation für einen Nachwuchswettbewerb in San Remo. Viel Charakter zeichnet die Stimme von Ysaline Axtmann aus Hatten/Frankreich aus. Später erzählt die Sängerin mit indianischen und griechischen Wurzeln: „Die Klangfarben der Musik waren für mich immer schon wichtig. Meine Oma ist Indianerin und wohnt in Oklahoma. Ich habe die indianische Musik mit der Muttermilch aufgesogen. Singen macht unheimlich viel Spaß.“ Emotionen pur gibt es bei Alyssa Knoll aus Wörth. Mit ihrem Vater, der sie am Klavier begleitet, zeigt die 16-Jährige ihr Können mit einem Stück aus der Filmmusik von „Schindlers Liste“. Virtuose Flamenco-Rhythmen kommen von den Brüdern Anthony und Mickael Ehrhart mit ihren Django-Reinhardt-Gitarren. Starke Tänze aus vielen unterschiedlichen Musikstilen bringen Kamila Szablinksi und Helena Bohlen mit ihrer Show-Einlage „Schachbrett“ aufs Parkett. Stark im Tanz und Ausdruck, wie die Jury ihnen bescheinigt. Mit der Eigenkomposition „Love is a Rainbow“ geht Vorjahressieger Theo Spitz ins Rennen. Die Jury lobt die Weiterentwicklung des 18-Jährigen aus Straßburg. In der Sparte „Sport und Akrobatik“ siegte die Dance-Formation „Mad of dance“ aus Weißenburg um Trainer Kevin Labbe. Julia Michaelis aus Landau gewann mit ihrer Flöte in der Sparte „Instrumental“, das Duo Cosima Frey & Tiffany Huntley aus Frankreich siegte im Bereich Gesang mit Klavierbegleitung. Sonderpreise erhielten der TV Bad Bergzabern, die Tanzformation Kamila Szablinksi und Helena Bohlen aus Bad Bergzabern sowie für Florian Knölker aus Germersheim (Gesang).