Kreis Südliche Weinstraße Spender selbst schwer gebeutelt

Mit seiner Stammzellenspende verhalf er einer sterbenskranken Amerikanerin zu einem zweiten Leben. Inzwischen hatte er selbst gravierende gesundheitliche Probleme. Doch nun ist der 48-Jährige wieder fit: Die Rede ist von Bernd Lang aus Freimersheim.
Die Vorgeschichte: Lang, der in Dannstadt-Schauernheim aufwuchs, nach Realschule und Tischlerlehre erst zum Bundesgrenzschutz ging und inzwischen Beamter in der Jugendvollzugsanstalt Schifferstadt ist, hatte sich vor etlichen Jahren in der Deutschen Knochenmark-Spenderdatei (DKMS) registrieren lassen. Zusammen mit seiner Frau Sonja. Gleich darauf traf das Typisierungsset ein. Beide schickten einen Abstrich der Wangenschleimhaut ein und wenig später hielten sie ihren Ausweis in der Hand. Dann passierte lange Zeit nichts. „Ich hatte fast vergessen, dass ich registriert bin“, erinnerte sich der dreifache Vater. Im April 2010 erhielt er die Information, eventuell als Spender infrage zu kommen. Nach einer Blutspende beim Hausarzt landete er in der engeren Auswahl. Nach weiteren Untersuchungen dann die Gewissheit: Er war der Richtige – und Einzige. Lang war „überrascht, glücklich und gespannt zugleich“. Es folgte der medizinische Check bei der DKMS in Frankfurt, dann begann eine Injektionskur, um die Stammzellenproduktion zu forcieren. Davon hatte er Symptome wie bei einer Erkältung, aber sonst ging alles ohne Probleme vonstatten. Die sogenannte periphere Entnahme der Stammzellen war im Juli 2010 fällig. Vier Stunden lang wurde Blut aus seinem Arm gezapft und aus diesem die Stammzellen gesammelt. Per Flugzeug wurde die Spende gleich in die USA transportiert, wo die für ihn unbekannte Empfängerin mit einer Chemotherapie auf die Transplantation vorbereitet wurde. Wie es vertraglich festgelegt ist, durften sich Spender und Empfänger über die DKMS zwar anonym Briefe schreiben, aber erst nach zwei Jahren wurden der jeweilige Name und die Adresse herausgerückt. Für Bernd Lang und die damals 27-jährige Amanda Trybula aus St. Louis stand sofort fest, dass man sich unbedingt sehen wollte. Im März 2013 war es so weit: Lang folgte einer Einladung in die Staaten. Zusammen mit Sohn Joshua, der ihm vor allem als Dolmetscher zur Seite stand. Im September 2013 war der Gegenbesuch in der Südpfalz fällig. Doch inzwischen ist einiges passiert: Amanda hat sich von ihrem Mann getrennt. Und Spender Bernd Lang hat es gesundheitlich selbst böse erwischt. „Erst ein Schlaganfall, dann eine Herzoperation“, sagt der Hobbytriathlet, der es sich nie hätte träumen lassen, dass er in so kurzer Zeit zweimal so schwer gebeutelt würde. „Amanda war geschockt, als sie von meinen Problemen erfuhr. Doch inzwischen kann ich Entwarnung geben. Alles gut überstanden. Ich gehe auch wieder meinem Beruf nach“, gibt sich Lang wieder optimistisch-frohgelaunt – und freut sich auf den Flug nach St. Louis im Sommer, zusammen mit zwei Söhnen. „Dann soll Amandas zweiter fünfter Geburtstag gebührend gefeiert werden.“ (mik)