Südpfalz Sparkassen-Bericht: Landau nicht das teuerste Pflaster

In der Südpfalz ist nicht nur die Lage entscheidend für den Verkaufspreis einer Immobilie.
In der Südpfalz ist nicht nur die Lage entscheidend für den Verkaufspreis einer Immobilie.

Die Sparkasse Südpfalz hat in Sachen Immobilien wieder Daten zu Kaufpreisen und Mietkosten zusammengetragen. Sie gibt unter anderem an, wo es am teuersten ist und wo Eigenheime noch günstig sind. Sind auch Indexmieten auf dem Vormarsch?

Beim Thema Immobilien gilt Landau als ein teures Pflaster. Das dürften viele bestätigen, die in der Stadt nach einer Wohnung oder einem Haus suchen. Wobei in anderen Orten der Südpfalz, konkret in Wörth oder Germersheim, der Verkaufspreis für Häuser mit einem Durchschnittspreis von 445.000 Euro etwas höher ist. Wer sich darüber wundern sollte, muss ins Detail gehen: In den besagten Kommunen im Landkreis Germersheim wurden viele Objekte älteren Baujahrs teurer verkauft als in Landau, wo sie im Schnitt für rund 429.000 Euro den Eigentümer wechselten. Diese Angaben hat jedenfalls die Sparkasse Südpfalz für ihren neuen Immobilienmarktbericht zusammengetragen.

Die Sparkasse Südpfalz trägt inzwischen zum dritten Mal die Daten zur Immobiliensituation in der Region zusammen, um dadurch Menschen eine Orientierung zu geben, die sich in der Stadt Landau oder in den Landkreisen SÜW und Germersheim niederlassen möchten. Auch wenn nicht gemessen werden kann, ob und wie viele neue Kunden durch den Immobilienmarktbericht erreicht beziehungsweise angelockt werden. Um das Angebot schaffen zu können, hatte die Sparkasse einmalig einen fünfstelligen Betrag investiert, die laufenden Kosten für die Neuauflagen sind dadurch geringer.

Die Datensammlung unterscheidet bei den Preisangaben auch hinsichtlich der Lage der Objekte. Und da sich gerade 2022 angesichts der hohen Inflation und der gestiegenen Bauzinsen einiges in der Branche getan hat, hat sie den Marktbericht ein Jahr früher als geplant aktualisiert, um auch die jüngsten Entwicklungen abbilden zu können. Das sagt Moritz Broo, der Bereichsdirektor des Immobiliencenters der Sparkasse Südpfalz.

Wo die Preise besonders angezogen haben

Vergangenes Jahr habe nirgendwo in der Südpfalz der Preis für den Hauskauf so stark angezogen wie in der Gemeinde Lingenfeld und Umgebung, hält Broo fest. Sie haben dort um 8,7 Prozent zugelegt. Am günstigsten könnten Häuser rund um Annweiler erworben werden. Dort koste ein Eigenheim im Schnitt 300.000 Euro. Im Wohnungsbereich verzeichne die Region Maikammer die größten Preisanstiege. Im Vergleich zum Vorjahr sei der Verkaufspreis um 14 Prozent teurer, die Mieten seien im Schnitt um 4,8 Prozent gestiegen.

Grundlage für all diese vom iib Institut erhobenen Daten bilden nicht nur die Preise, die auf den gängigen Online-Immobilienportalen für die verschiedenen Objekte ermittelt wurden. Die Sparkasse hat auch reale Verkaufspreise mit einfließen lassen, indem sie Notare in der Region befragt hat, zumal sie selbst Daten hat, weil auch über sie Anwesen an einen neuen Eigentümer vermittelt werden. Schließlich kann es gut sein, dass Häuser günstiger oder teurer veräußert werden, als ursprünglich angegeben ist.

Wendepunkt erreicht

Im Gegensatz zu den vorangehenden Marktberichten gibt es in der dritten Fassung nicht nur einen Vorjahresvergleich, sondern auch eine Einschätzung für das laufende und kommende Jahr. Angegeben ist, ob und wie sich die Preise für stark oder wenig nachgefragte Objekte entwickeln dürften. Egal, ob Kandel, Bad Bergzabern oder Herxheim – bei der Preisentwicklung sei ein Wendepunkt erreicht. Gerade weniger stark nachgefragte Immobilien dürften künftig günstiger zu veräußern sein, unter anderem wegen der Zinswende. Wobei Objekte mit hoher Energieeffizienz weiterhin stark nachgefragt seien und im Preis stabil blieben.

Welches Mietmodell derzeit gefragt ist

Was generell auf den Vormarsch zu sein scheint, sind Indexmieten. Verträge, die darauf beruhen, dass der Vermieter die Miete jährlich erhöhen kann, wenn die Verbraucherpreise steigen. Als Referenzwert dient dabei der Verbrauchspreisindex des Statistischen Bundesamtes. Nach einer Auswertung des Deutschen Mieterbundes betrifft das in deutschen Metropolen jeden dritten Mietvertrag. Vor dem Hintergrund der hohen Inflation ist die Belastung für die Betroffenen deutlich höher.

In der Südpfalz sind Indexmieten aber laut Moritz Broo noch kein Thema. Was auch daran liege, dass der Interessent sich noch woanders umschauen könnte, während das in Regionen mit angespanntere Wohnungssituation anders aussehe. Zumal das Modell der Indexmiete meist von professionellen Vermietern präferiert wird. Alternativ können Vermieter aufschlagen, wenn sie zum Beispiel nach einem Blick in den Mietspiegel merken, dass sie mehr verlangen können. Bei der Staffelmiete wird schon im Vertrag festgelegt, um wie viel Prozent oder um welchen Betrag die Miete jährlich steigen wird.

Info

Die Sparkasse Südpfalz stellt seinen Immobilienmarktbericht auf ihrer Webseite unter www.sparkasse-suedpfalz.de/immobilienmarktbericht bereit.

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