Kreis Südliche Weinstraße Spürnase bewiesen
1410 Straftaten wurden im vergangenen Jahr im Dienstbezirk der Polizeiinspektion Bad Bergzabern verübt. 1519 waren es 2015. Das bedeutet einen Rückgang um rund 18 Prozent. Drastisch gesunken sind die Eigentumsdelikte, also Diebstähle und Einbrüche, von 529 im Jahr 2015 auf 330 im vergangenen Jahr. In Schweigen-Rechtenbach haben sich die Wohnungseinbrüche, die im vergangenen Jahr für Schlagzeilen sorgten, von 43 auf elf reduziert. Insgesamt gab es im Dienstbezirk, zu dem die VG Bad Bergzabern und der südliche Teil der VG Annweiler gehören, 23 Wohnungseinbrüche. Fast 63 Prozent weniger als im Vorjahr. „Das hat auch mit den präventiven Maßnahmen zu tun, wie dem Bürgerforum in Niederotterbach, und vermehrten Kontrollen“, sagt der Leiter der Polizeiinspektion, Dieter Wolff. Auf dem höchsten Stand seit fünf Jahren sind die Rohheitsdelikte wie Körperverletzung, Raub oder Mord. 322 verzeichnet die Statistik 2016, ein Anstieg von fast 19 Prozent. „Meist sind es Beziehungstaten, das heißt, das Opfer kennt den Täter, was die Aufklärungsrate erhöht“, so Marcel Rübel, der die Statistik mit Nicolas Steigner erstellt hat. Ebenfalls den höchsten Wert seit fünf Jahren haben mit 201 Fällen Körperverletzungen. Weiter rückläufig ist die Straßenkriminalität mit 210 Fällen. Dazu gehören Sachbeschädigungen an oder Diebstähle aus Fahrzeugen. Auch hier greife die Präventionsarbeit, sagt die Polizei. 644.000 Euro hoch ist der Gesamtschaden durch Betrug. „Ursächlich dürfte die Anonymität des Internets sein. Daher reagieren wir auf solche Fälle vermehrt mit speziellen Ermittlungsabteilungen“, so die Polizeibeamten zu „Cybercrime“. Von 919 auf 885 haben die Unfälle abgenommen. Hauptrisikogruppe sind Senioren ab 65 Jahren (229 Unfälle) und junge Fahrer zwischen 18 und 24 Jahren (176 Unfälle). Bei den Senioren ist es ein Höchststand von 34 Prozent, im Vergleich zum Vorjahr ein Anstieg um gut 17 Prozent. Es gebe mehr ältere Menschen, und die Anforderungen an die Verkehrsteilnehmer würden immer komplexer, erklärt die Polizei den Anstieg. Altersbedingte Defizite könnten sich negativ auf das Reaktions- und Handlungsvermögen auswirken. Wenn bei einer Kontrolle eine Person auffalle, die körperlich zum Fahren ungeeignet erscheine, melde die Polizei dies der Führerscheinstelle, so Wolff. „Leider musste die Polizeiinspektion drei tödlich verletzte Personen verzeichnen, das sind zwei Unfalltote mehr als im Vorjahr“, so Nicolas Steigner. Von 36 auf 14 Personen hat sich die Zahl der Schwerverletzten mehr als halbiert. Am meisten krachte es beim Wenden oder Rückwärtsfahren, vornehmlich auf großen Parkplätzen, besonders in der Stadt Bad Bergzabern. Mehr als 27 Prozent der Unfälle sind darauf zurückzuführen. Mit mehr als 20 Prozent schlägt Fahren mit überhöhter Geschwindigkeit in der Statistik zu Buche. Sie war auch Ursache für zwei der drei tödlichen Unfälle. „Es ist eine Riesengefahr, wir haben ein Augenmerk darauf“, sagt Dieter Wolff zum Phänomen des Telefonierens während der Fahrt. Fast jeder Zweite nutze das Mobiltelefon während der Fahrt, dies könne insbesondere bei vermeintlich langsamem Straßenverkehr zu Auffahrunfällen führen. Positiv sei, dass kein Kind auf dem Schulweg verletzt worden sei.