Kreis Südliche Weinstraße Sozialstation: Es riecht nicht

Die Sozialstation Annweiler-Bad Bergzabern hat ihren Sitz im Haus am Schloss in Bad Bergzabern. Eine Mitarbeiterin unterstützt e
Die Sozialstation Annweiler-Bad Bergzabern hat ihren Sitz im Haus am Schloss in Bad Bergzabern. Eine Mitarbeiterin unterstützt eine Frau mit Messie-Syndrom. Daher schließt die Einrichtung aus, dass es aus der Wohnung riecht.

„Es gibt keinerlei Ursachen in der Wohnung, seien es Lebensmittel oder Gegenstände, die Geruch verursachen“, sagt Johannes Berthold, Vorsitzender der Sozialstation, zu den Vorwürfen des Kreisbeigeordneten und Vermieters Bernd E. Lauerbach, aus der Wohnung der Mieterin würde es stinken. Die Einsatzleitung des hauswirtschaftlichen Bereichs der Sozialstation sei vor Ort gewesen und habe sich davon überzeugt. Berthold ist Vorsitzender der Ökumenischen Sozialstation Annweiler-Bad Bergzabern, die ihren Sitz im Haus am Schloss in Bad Bergzabern hat. Auslöser seiner Stellungnahme ist der RHEINPFALZ-Bericht „Es stinkt“ (Ausgabe vom 5. August), in dem darüber berichtet wird, dass eine 71-jährige Mieterin per Anwalt von ihren Vermietern Bernd E. Lauerbach und seiner Schwägerin am 28. Juli abgemahnt wurde. Ein „modriger“ und übler „Geruch“ gehe von ihrer Wohnung aus, sollte sie diesen bis heute – 10. August – nicht beseitigen, drohe die Kündigung, hatte in der Abmahnung gestanden. Lauerbach hatte im Gespräch mit der RHEINPFALZ betont, den Geruch bei einer Hausbegehung wahrgenommen zu haben. „Die Einsatzleitung der Mitarbeiter des hauswirtschaftlichen Bereichs der Sozialstation hat keinen unangenehmen Geruch festgestellt“, betont Berthold. Die Sozialstation unterstützt seit 1. April die Mieterin bei der Hausarbeit, weil sich bei der Frau nach dem Tod ihres Mannes ein Messie-Syndrom entwickelt hat. Es steht für Defizite in der Fähigkeit, Ordnung zu halten. Grundsätzlich werde zu Beginn der Arbeit eine Bestandsaufnahme der zu erledigenden Arbeiten gemacht, danach richte sich dann der Zeitplan der Mitarbeiter, erklärt der Vorsitzende der Sozialstation. „Alle Wohnräume, Schlafzimmer, Wohnzimmer und Küche, wurden ihrer Funktion entsprechend zusammen mit unseren Mitarbeitern eingerichtet. Der Kellerraum ist leer, noch sind nicht alle Kisten ausgepackt“, schildert Berthold die augenblickliche Lage. Das gesamte Umzugsgut sei von seinen Mitarbeitern gründlich gereinigt worden. Die hochmotivierte Mitarbeiterin der Sozialstation mache auch spontan Hausbesuche bei der Betreuten, um bei Kleinigkeiten zu helfen. „Sie ist sehr zuverlässig und hat auch eine persönliche Bindung“, sagt Berthold. Mit dem gerichtlich bestellten Betreuer der von Kündigung bedrohten Frau, Gerd Loida aus Schweigen-Rechtenbach, bestehe eine langjährige, sehr gute Zusammenarbeit. Im vorliegenden Fall sei sie sehr engmaschig. Loida hatte Anfang des Jahres für seine Betreute einen Prozess gegen Lauerbach vor dem Amtsgericht Bad Bergzabern geführt, weil dieser der Frau zunächst die Wohnung vermietet hatte, an der dann aber die Schlösser ausgetauscht worden waren, als Lauerbach vom Messie-Syndrom seiner Mieterin erfahren hatte. Das war nicht rechtens, urteilte das Gericht. Wie berichtet, hat Loida Strafanzeige gegen Lauerbach gestellt, wegen Abgabe einer falschen eidesstattlichen Versicherung, Hausfriedensbruchs und der Beschädigung seines guten Rufes. Die Staatsanwaltschaft hat ein Ermittlungsverfahren eingeleitet, das noch andauert. „Die Sozialstation hätte mich umgehend informiert, wenn sich das Wohnverhalten meiner Betreuten negativ verändert“, sagt Gerd Loida zur erneuten Eskalation. Die Sozialstation beschäftigt mehr als 100 Mitarbeiter, davon 33 ausschließlich im hauswirtschaftlichen Bereich. „Ein liebevoller Umgang mit Menschen und Freude an hauswirtschaftlichen Tätigkeiten sollte man mitbringen“, umschreibt Berthold das Anforderungsprofil. Info www.sozialstation-suew.de

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