Kreis Südliche Weinstraße Soziales Vorzeigeprojekt
Begeistert zeigte sich die rheinland-pfälzische Sozialministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) bei ihrem gestrigen Besuch in Bad Bergzabern vom „Haus am Schloss“, dem ehemaligen Kreisaltenpflegeheim, das 2015 von der Ökumenischen Sozialstation Annweiler-Bad Bergzabern erworben worden war. Auf dem Besuchsplan der Ministern stand auch das Haus der Familie.
Auf Einladung von Alexander Schweitzer, dem SPD-Fraktionsvorsitzenden im Landtag und Bad Bergzaberner Bürger, war Bätzing-Lichtenthäler in die Kurstadt gekommen. Es sei ihr wichtiges Anliegen gewesen, der Ministerin diese beiden sozialen Einrichtungen der Stadt zu zeigen, sagte Landrätin Theresia Riedmaier (SPD). Sie erinnerte kurz an den „schwierigen Entscheidungsprozess“ bei der Schließung des Kreisaltenheims 2013. „Um so froher bin ich, dass es mit der Ökumenischen Sozialstation geklappt hat. Hier entsteht ein starkes Zentrum sozialer Dienste mitten in der Stadt“, so Riedmaier. Außer der Sozialstation haben im „Haus am Schloss“ weitere soziale Einrichtungen ein neues Zuhause gefunden, etwa die Sozial- und Beratungsstelle der Diakonie, die zentrale Anlaufstelle der Senioren oder die Gemeindeschwester plus. „Ökumenische Sozialstationen sind heute nicht mehr wegzudenken“, sagte Sabine Bätzing-Lichtenthäler, „aber was hier entsteht, mit all den sozialen Einrichtungen an einem Ort, zentral in der Stadt, das ist optimal, das schafft auch viele Synergieeffekte.“ Pfarrer Johannes Berthold, Vorsitzender der Sozialstation, führte die Ministerin und ihre Begleiter durch das Gebäude, das zum Teil noch eine Baustelle ist. Der Umbau wird knapp eine Million Euro verschlingen. „Wir werden am Ende so um die 15.000 Euro über der Kostenplanung liegen“, sagte Berthold. Die Bedürfnisse einer älter werdenden Gesellschaft und den Wunsch vieler Senioren, so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden leben zu können, waren Themen in der anschließenden Gesprächsrunde. Dabei berichtete auch Gemeindeschwester plus Bianca Schard von ihren Erfahrungen. Der Ausbau der ambulanten sozialen Versorgung sei ein wichtiges Anliegen der Landespolitik, aber auch der kommunalen Politik, betonte Schweitzer. Ihre Visite in Bad Bergzabern hatte die Ministerin im Haus der Familie gestartet. Ausgewählt worden war das Haus der Familie wegen seiner vielfältigen Aktivitäten und Unterstützungsangebote für alle Generationen, insbesondere auch für Alleinerziehende und Senioren, die Unterhaltung der Kleiderkammer und des Möbellagers. Vorbildlich sei auch das weitreichenden Angebot und die Unterstützung für Flüchtlinge und Migranten, lobte Schweitzer. In Bad Bergzabern gebe eine Spreizung, was den Wohlstand betrifft, stellte Schweitzer fest. Es gebe auf der einen Seite sehr viele wohlhabende Bürger, auf der anderen Seite könne aber auch – mehr oder weniger verdeckt – Armut beobachtet werden. Er kündigte an, dass Bätzing-Lichtenthäler im Herbst erneut Bad Bergzabern besuchen werde. Dann solle die sogenannte Westpfalzinitiative auch auf die Kurstadt ausgedehnt werden. Bei der Westpfalzinitiative geht es darum, die Arbeitsmarktchancen von Langzeitarbeitslosen zu verbessern. Die Agentur für Arbeit und das Jobcenter sind dabei mit im Boot.