Kreis Südliche Weinstraße „Sind mehr als überrascht“

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Bisher war der Öffentlichkeit lediglich bekannt, dass das Textilunternehmen aus Baden-Württemberg einen Laden im geplanten Fachmarktzentrum in Rohrbach eröffnen möchte. Doch seit gestern ist öffentlich, dass die Immobiliengesellschaft von Modepark Röther Investor des Projekts ist. Bedeutet: Das Unternehmen hat das ehemalige Real-Gelände samt Marktgebäude gekauft und möchte es an Aldi, Rewe und DM verpachten, die sich ebenfalls auf dem Areal niederlassen wollen. Das hat Geschäftsführer Michael Röther der RHEINPFALZ gestern auf Anfrage bestätigt. In Rohrbach laufen bereits die Arbeiten. „Bisher wurden schon drei Millionen Euro verbaut“, sagt Röther. Insgesamt beliefen sich die Kosten für die Umgestaltung des Areals samt des Gebäudes auf elf Millionen Euro. Das Unternehmen hat das Gelände von einem Immobilienfonds gekauft, der zuvor den Real-Markt betrieben und ihn 2015 geschlossen hatte. Wie berichtet, kritisiert die Stadt Landau die Pläne in Rohrbach, wonach Modepark Röther seine Waren auf über 6000 Quadratmetern anbieten möchte. Die Stadt sieht darin einen Verstoß gegen das Landesentwicklungsprogramm, das großflächigen Einzelhandel nur in Mittel- oder Oberzentren zulässt. Damit soll verhindert werden, dass die Händler in den Innenstädten wirtschaftliche Probleme bekommen. Es gibt aber auch einen Passus in dem Programm, der einen Bestandsschutz für Projekte gewährt, die es bereits an einem Standort gab – wie etwa in Rohrbach den früheren Real-Markt. „Im Vertrauen auf den Rechtsstaat haben wir in Rohrbach investiert. Wir sind deshalb mehr als überrascht davon, dass sich die Stadt Landau nun gegen unser Vorhaben wehren möchte, weil sie damit die Rechtsgrundlage infrage stellt“, sagt Michael Röther. Immerhin gebe es einen gültigen Bauvorbescheid, einen gültigen Bebauungsplan und eine gültige Baugenehmigung von der Kreisverwaltung Südliche Weinstraße für das Fachmarktzentrum, erklärt der Unternehmer. Inzwischen haben alle zusammengesessen: Landrätin Theresia Riedmaier (SPD), Landaus Oberbürgermeister Thomas Hirsch (CDU), Investor Michael Röther und Rohrbachs Ortsbürgermeister Peter Feser (CDU) (wir berichteten gestern). Ziel dieser Zusammenkunft war es, Kompromisse zu suchen. Es wurde schließlich vereinbart, dass die Anwälte der Parteien prüfen sollen, wie die Rechtslage aussieht. Heißt: Die Juristen schauen nun, wer vor Gericht die besseren Chancen hätte. Um ihre rechtlichen Eingriffsmöglichkeiten zu wahren, hat die Stadt Landau beim Verwaltungsgericht in Neustadt einen Antrag eingereicht, der, falls er angenommen würde, die Umbauarbeiten in Rohrbach zunächst stoppen würden, bis der Fall geklärt ist. „Ein Kompromiss wäre die bessere Lösung“, betont Peter Feser. Für Rohrbachs Ortsbürgermeister ist aber klar, dass dieser Kompromiss für den Investor tragbar sein müsse. „Es geht nicht mehr darum, ob Modepark Röther in Rohrbach ein paar Quadratmeter kleiner wird, es geht darum, ob das gesamte Projekt scheitert oder nicht“, sagt er. Hedi Braun (parteilos) – Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Herxheim, zu der Rohrbach gehört – sagt, die Ängste der Stadt seien unbegründet: „Wer zuvor in Landau eingekauft hat, wird es auch weiterhin tun.“ Wenn das Projekt scheitern sollte, wäre das der schlimmste Fall, der für Rohrbach eintreten könnte. Kritik kommt aber auch aus Kandel. „Dass wir von über 6000 Quadratmetern Verkaufsfläche reden, stößt uns schon bitter auf“, sagt Volker Poß (SPD), Bürgermeister der Verbandsgemeinde Kandel. Er befürchte, dass Kaufkraft aus der Stadt nach Rohrbach abfließen könnte. Den Handel in der Innenstadt zu erhalten, sei immer ein harter Kampf. Außerdem seien aus dem Bauvorbescheid des Landkreises Südliche Weinstraße diese Dimensionen nicht hervorgegangen, sagt Poß. „Wir sind aber gesprächsbereit und ernsthaft daran interessiert, einen Interessenausgleich herzustellen“, bekräftigt Michael Röther. |ansc

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