Kreis Südliche Weinstraße
Silz: Forstwirt wird neuer Leiter des Wild- und Wanderparks
Daniel Kraus arbeitet sich ein – in wirklich alle Bereiche. Von der Verwaltung über die Tierversorgung bis zum Kloputzen lernt er gerade alles im Wild- und Wanderpark kennen. Ab 1. Januar ist der 40-Jährige der neue Geschäftsführer.
Zum Jahreswechsel steht ein großer Umbruch in Silz an. „Mama und Papa Wild- und Wanderpark“, Marianne Geppert und Michael Müller, hören als Geschäftsführer der Management-Gesellschaft auf. Geppert, die Meisterin der Zahlen, geht in Rente; Tierexperte Müller will die GmbH nicht alleine weiterführen. Deswegen musste sich der Kreis, dem der Park gehört, etwas einfallen lassen. Er kaufte die Betreiber-GmbH, führt sie nun selbst weiter und stellt dafür einen Geschäftsführer ein. Das Geheimnis um den Namen lüftete Landrat Dietmar Seefeldt bei der jüngsten Kreistagssitzung: Daniel Kraus.
Der neue Leiter: Erfahrener Forstmann und Betriebswirt
Im Park und in den Kreisgremien war der Mann dahinter aber bereits gut bekannt, hat er doch Anfang des Jahres für den Kreis eine Evaluation über den Wild- und Wanderpark in Vorbereitung auf die anstehenden Veränderungen erarbeitet. Dabei lernte der 40-Jährige den Park kennen, war begeistert, „und ich habe die Möglichkeit am Schopf gepackt“. Das Team sei toll, und er fühle sich voll integriert. Die politischen Gremien stünden hinter dem Park und unterstützten ihn. Und vor allem: Der Park genieße bei Besuchern eine hohe Bekanntheit, Akzeptanz und Zufriedenheit. „Der Park ist eine Institution. Er ist es einfach wert, sich dafür zu engagieren“, findet Kraus, der für seine neue Aufgabe bereits von Rinnthal nach Silz gewechselt ist.
Dort arbeitete er bei der Rinnthaler Wald GmbH, zunächst als freier Ingenieur, dann als Prokurist und schließlich als Geschäftsführer der Tochtergesellschaft Innatec, die eine Bioraffinerie in Rohrbach plant. Noch bis Ende des Jahres ist er bei der Forstgesellschaft beschäftigt, aber bereits freigestellt, um sich im Park und bei der Kreisverwaltung in sein neues Tätigkeitsfeld einzuarbeiten. Denn er weiß: „Der Park ist ein komplexes Thema. Das ist mehr als Kassenarbeit und Tierpflege.“ Als neuer Geschäftsführer will er alle Bereiche beherrschen, um auch mal in die Bresche springen zu können.
Aufgeregt sei er deswegen nicht, aber er gehe mit Respekt an die neue Aufgabe heran, sagt er. „Den Park so gut wie bisher weiterzuführen, ist eine Herausforderung. Aber eine, die mir Spaß macht und der ich mich stellen möchte.“ Natur und Zahlen sind zwei Dinge, von denen der 40-Jährige Ahnung hat. Nach seinem Studium an der Fachhochschule für Forstwirtschaft in Rottenburg, das er 2004 als Ingenieur für Forstwirtschaft mit dem Schwerpunkt Angewandte Betriebswirtschaft abschloss, absolvierte er einen Vorbereitungsdienst für den gehobenen Forstdienst im Forstamt Birkenfeld, wo er danach neun Jahre Geschäftsführer der eigenen Dienstleistungsgesellschaft war. Seine Diplom-Arbeit schrieb er über die Möglichkeit, eine kommunale GmbH im Forstbereich zu entwickeln – am Beispiel der Rinnthaler Wald GmbH. So verschlug es den gebürtigen Nordpfälzer in die Südpfalz. Heute lebt er in Waldhambach.
„Mit Tieren zu arbeiten, ist faszinierend“, findet Kraus. Es liefen auch bereits Gespräche, um eine neue Tierart im Park aufzunehmen. Welche, will er aber noch nicht verraten. Denn der Kreis will das Konzept für den Park behutsam überarbeiten. Im kommenden Jahr werde es erst einmal Ziel sein, den Ist-Zustand des Parks fortzuführen und ihn mit neuer Leitung ins Laufen zu bringen.
Das neue Konzept: Charakter erhalten, an Stellschrauben drehen
Danach könne man an Stellschrauben drehen, um die Attraktivität des Parks zu steigern. „Der Park soll seinen Charakter erhalten“, macht Kraus deutlich. Das naturnahe Erlebnis mit Wald und Wild komme bei den Besuchern an, die Besucherzufriedenheit sei sehr groß. „Aber wir wollen ein, zwei neue Tierarten und Attraktionen hinzufügen und das Thema Barrierefreiheit angehen.“ Auch Ältere und Menschen mit Einschränkungen sollen das Gelände besser erleben können. Auf dem ganzen Areal werde das wohl nicht möglich sein, aber zumindest der untere Teil solle barrierefreier erschlossen werden.
Einiges hat sich in diesem Jahr bereits getan: Der Streichelzoo wurde umgestaltet, eine neue Wölfin lebt im Park, und ein Arboretum wurde angelegt, eine Sammlung von Exemplaren der vergangenen 20 Bäume des Jahres.
Froh ist Kraus, dass Müller, der bisherige Mit-Geschäftsführer und Mann für Tiere und Landwirtschaft, dem Park noch mindestens zwei Jahre die Treue halten will. Müller wird ab 1. Januar als Bereichsleiter angestellt sein. So könne er noch viel vom ihm lernen, und der Übergang werde erleichtert.