Bad Bergzabern / Landau RHEINPFALZ Plus Artikel Schwitzen gegen das Virus

Seit 10. Juni darf in Bad Bergzabern wieder sauniert werden.
Seit 10. Juni darf in Bad Bergzabern wieder sauniert werden.

Manche mögen’s heiß – und das trotz Corona: In der Südpfalz-Therme in Bad Bergzabern herrscht seit Wochen wieder Hochbetrieb. Warum darf in der Kurstadt sauniert werden, während man sich in Landau davor scheut, Gäste wieder schwitzen zu lassen?

Bereits am 10. Juni hat die Südpfalz-Therme nach der Corona-Zwangspause wieder ihre Türen geöffnet. Und nicht nur das Bad, auch die Sauna kann seither wieder besucht werden. Und davon machen die Gäste reichlich Gebrauch. „Dank der schnellen Wiedereröffnung und des Vertrauens der Gäste in unser Hygienekonzept werden wir das Geschäftsjahr zwar deutlich unter dem Vorjahr, aber bei weiterhin konstanter Entwicklung mit einer schwarzen Null abschließen können“, sagt Sandra Reichenbacher, Geschäftsführerin der Südpfalz-Therme. Im Juni und Juli lagen die Besucherzahlen um rund 30 Prozent unter denen des Vorjahres, im August waren es 20 Prozent und für September schätzt Reichenbacher das Minus auf nur noch zehn Prozent.

Als die Therme am 14. März für einen nicht vorhersehbaren Zeitraum schließen musste, sei das ein Schock gewesen, so Reichenbacher. Ein Großteil der Mitarbeiter musste in Kurzarbeit geschickt werden. Der finanzielle Verlust für die Staatsbad Bad Bergzabern GmbH hielt sich aber in Grenzen. „Wir haben eine Betriebsunterbrechungsversicherung, die hat gezahlt“, sagt die Geschäftsführerin. Genutzt wurde die Pause sinnvoll, indem die für Ende Juni geplante Revisionsschließung vorgezogen wurde. Die Thermenduschen wurden erneuert, außerdem wurde ein neuer Ruheraum, die Strandlounge, angelegt.

380 Besucher dürfen in die Südpfalz-Therme

Mitte Mai gab es die ersten Lockerungen. Als Wellnessbehandlungen wieder erlaubt und Geschäfte wieder öffnen durften, „haben wir diese Bereiche geöffnet“, so Reichenbacher. Gleichzeitig wurde ein Hygienekonzept für Bad und Saunabereich erarbeitet. 380 Besucher dürfen sich momentan gleichzeitig in der Therme aufhalten. „In normalen Zeiten liegt das Maximum bei 550, mehr Spinde haben wir nicht“, sagt Reichenbacher. Da alle Saunen mindestens 60 Grad heiß sind, stehen alle fünf Schwitzräume zur Verfügung. Nur das Dampfbad kann nicht genutzt werden. Auch der Eisbrunnen und der Whirlpool bleiben außer Betrieb. Der Deutsche Sauna-Bund weist darauf hin, dass in der obersten Bank in einem Saunaraum Temperaturen von bis zu 90 Grad erreicht werden. Diese Temperatur könne zu einer Verminderung des Corona-Virus führen. Außerdem werde nach derzeitigem Kenntnisstand das Virus nicht über das Wasser in den Badebecken übertragen. Natürlich müssten die Bereiche regelmäßig desinfiziert werden. „Das war bei uns kein Problem, wir haben Personal, das auch zu normalen Zeiten ständig im Haus unterwegs ist, um alles zu desinfiziert“, betont Reichenbacher.

Desinfiziert wird natürlich auch im La Ola in Landau regelmäßig. Dennoch hat der Aufsichtsrat der Stadtholding GmbH im Juni zunächst davon abgesehen, die Saunalandschaft zu öffnen. „In einem ersten Schritt wollten wir das Freizeitbad für die Schulen und Vereine öffnen, um insbesondere unseren kleinen Gästen das Schwimmenlernen zu ermöglichen und um die Vereine zu unterstützen“, informiert Christine Keller, Verwaltungsleiterin der Stadtholding.

Keine Lange-Sauna-Nacht in diesem Jahr

Mit der Eröffnung der Wasserwelt des La Ola am 1. September sollten zunächst Erfahrungen mit dem Hygienekonzept gesammelt werden. Parallel seien die finanziellen Aspekte einer Saunaöffnung berechnet worden, um dem Aufsichtsrat ein entsprechendes Konzept vorlegen zu können, so Keller. Am Donnerstag tagt der Aufsichtsrat, dann wird das Thema Saunaöffnung auf der Tagesordnung stehen. „Derzeit gib es viele Anfragen zur Saunaöffnung“, berichtet Keller. Die Erfahrungen der vergangenen drei Wochen hätten gezeigt, dass die Hygieneregeln von den Gästen sehr gut eingehalten würden.

Eine Erfahrungen, die auch Reichenbacher in der Südpfalz-Therme gemacht. „Es gibt immer mal wieder jemand, der keine Maske dabei hat, aber wirkliche Probleme hatten wir noch nicht.“ Dennoch gibt es natürlich Einschränkungen. So müssen die in der Herbst-Winter-Saison schon traditionellen langen Saunanächte ausfallen. „Da wäre das Gedränge im Saunabereich dann doch zu groß“, sagt Reichenbacher. Geplant ist aber ein Alternativprogramm mit begrenzter Gästezahl und unter Einbeziehung des kompletten Hauses, also nicht nur der Sauna. „Von Oktober bis April laden wir an jedem ersten Samstag im Monat zu einer Thermen-Soirée ein“, kündigt die Geschäftsführerin an. Geplant ist, dass den Besuchern von 17 bis 23 Uhr ein besonderes Abendprogramm geboten wird. Zum Saunieren und Bad wird Live-Musik geboten, außerdem wird auf der Terrasse gegrillt, es gibt Wellness-Extras und ein erweitertes Aufgussprogramm.

Therme-Besuch wird teurer

Am 1. Oktober werden die Eintrittspreise in der Südpfalz-Therme erhöht. Das gilt auch für den Saunabereich. Die meisten Tarife werden um einen Euro erhöht. „Die letzte Erhöhung der Thermentarife war im Februar 2018“, sagt Geschäftsführerin Sandra Reichenbacher. Damals war das neue Außenbecken eröffnet worden. Reichenbacher begründet die Preiserhöhung einerseits mit der permanenten Investition in das Angebot und das Ambiente. Und andererseits mit steigenden Kosten, etwa für die Kasse, wo die neue Kassensicherungsverordnung erfüllt werden muss, oder für die Medizinproduktverordnung der EU. In diesem Fall steigen die Kosten für die Lizenzierung des Heilwassers.

Die Zwangsschließung wurde in der Südpfalz-Therme unter anderem dazu genutzt, eine Strandlounge anzulegen.
Die Zwangsschließung wurde in der Südpfalz-Therme unter anderem dazu genutzt, eine Strandlounge anzulegen.
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