Kreis Südliche Weinstraße „Schon ein bissel chaotisch“

... östlichen Altstadt raus wollte, ebenso. Bärengasse auch dicht.
... östlichen Altstadt raus wollte, ebenso. Bärengasse auch dicht.

Es ist 8.38 Uhr. Einkaufen in Sepp’s Laden „Am Plätzel“ in Bad Bergzabern. Es gibt nur einen Weg hinaus aus den engen Gassen der Altstadt: die Bärengasse. Doch da steht ein Sprinter mittendrin und Arbeiter checken mit einer Kamera die Kanäle. Nichts geht mehr. Im Zehn-Sekunden-Takt drehen die Autos um und müssen gegen die einführenden Einbahnstraßen raus aus dem „Loch“. Die Beamten einer vorbeihuschenden Streife lächeln und fahren weiter. Keine Schilder, nichts. Dann ist auch bei der Großbaustelle am nahen Schloss die Blumengasse dicht, besser gesagt aufgerissen. Auch da weit und breit keine Schilder. Wie raus aus dem Kurstädtchen? Einzige Chance: durchs Wohngebiet gen Westen, um irgendwann die einzig noch befahrene Straße (B 427) nach Osten zu erreichen, um in Richtung Landau zu kommen. Eigentlich geht fast nichts mehr. Bis zum heutigen Donnerstag soll es zwar nicht gut, aber besser werden, meint die Verbandsgemeindeverwaltung. Erster Beigeordneter Martin Engelhard (FWG) spricht auf Nachfrage der RHEINPFALZ von einer „unglücklichen Verquickung“ bei den Baustellen, die ordnungsgemäß genehmigt seien. Das sei „alles schon ein bisschen chaotisch“. Dass jedoch keine Warn- oder Umleitungsschilder aufgestellt sind, sei Sache der Baufirmen. Aufgrund der Nachfrage der Redaktion habe er sich umgehend per Fahrrad auf den Weg gemacht, um die Lage zu erkunden, so Engelhard. Zwischenfazit: Die Bärengasse als Ausfahrt vom „Plätzel“, wo unter anderem eine Bäckerei, ein Frisörgeschäft, eine Druckerei, ein Mini-Supermarkt und beliebtes Café angesiedelt sind, soll bis heute wieder frei befahrbar sein. Allerdings werde die Firma in Bad Bergzabern in den nächsten Wochen Kanäle untersuchen, bis Weihnachten. Gerade in der Altstadt gebe es Rohre aus der Zeit von vor dem Zweiten Weltkrieg, die saniert werden müssten. Die Verbandsgemeindewerke investierten pro Jahr im Schnitt zwischen 1,2 und 1,5 Millionen Euro. Die Sperrung der Blumenstraße ist im Grunde wieder aufgehoben. Allerdings ist die Passage für größere Fahrzeuge noch schwierig. Die Stadtwerke haben dort ein Mittelspannungskabel verlegt, um die vielen großen, sich im Bau befindlichen Häuser östlich des Schlosses mit Strom versorgen zu können, informiert der Geschäftsführer der Stadtwerke, Christian Müller. Das Kabel wurde von der oberhalb liegenden Zeppelinstraße heruntergezogen. Dass gestern auch hier nichts bezüglich der Sperrung ausgeschildert war, schiebt Müller wie Engelhard auf die ausführende Baufirma. Vorsorglich weist Müller in diesem Zusammenhang auf den 6. Dezember hin. Da wird ein Trafohäuschen angeliefert und installiert. Deshalb wird die Herzog-Wolfgang-Straße vom Schloss bis zur Zeppelinstraße für mehrere Stunden gesperrt bleiben, dann sei auch die Blumenstraße erneut nicht befahrbar.

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