Edenkoben RHEINPFALZ Plus Artikel Schloss Villa Ludwigshöhe wird Schauplatz für kleine Entdecker

Welch ein Glück, dass ein Faun noch berichten kann, wie es früher auf dem Schloss Villa Ludwigshöhe so zuging. Thomas Hofmann, s
Welch ein Glück, dass ein Faun noch berichten kann, wie es früher auf dem Schloss Villa Ludwigshöhe so zuging. Thomas Hofmann, seit 2020 bei der GDKE als Kulturpädagoge beschäftigt, hat ihn ausfindig gemacht.

Das Schloss Villa Ludwigshöhe wird erstmals aus einem anderen Blickwinkel erlebt. Denn Thomas Hofmann geht mit Kindern auf Entdeckungsreise. Er hat mit ihnen Großes vor.

Zugegeben, lockt das Schloss Villa Ludwigshöhe meist älteres Publikum. Menschen, die den Prachtbau auf sich wirken lassen möchten, sich für Kunst und Keramik von Max Slevogt, Rolf Müller-Landau und Co. interessieren und mehr über den Lebensstil des Bauherren, König Ludwig I., erfahren möchten. Thomas Hofmann ist der Mann, der nun auch Kindern einen Zugang zum Schloss und seiner Geschichte bietet. Er geht mit Familien nämlich auf Entdeckertour.

Vor der Sanierung des Denkmals habe es zwar gelegentlich Kostümführungen mit Königin Therese gegeben, welche für jüngere Schlossbesucher gedacht waren. Er selbst probiere nun aber ein anderes Konzept, um das Interesse der Kleinen zu wecken. Mit Kinderführungen kennt sich der Kulturpädagoge jedenfalls aus. Er macht bereits die Burg Trifels in Annweiler und die Hardenburg bei Bad Dürkheim für Familien erlebbar. Doch im Schloss sei die Führung für ihn herausfordernder als auf einer Burg. Nicht nur deshalb, weil die Jugend relativ früh von Rittern hört und sich dafür begeistert. Sondern auch, weil sie auf den Burgen nahezu frei herumlaufen und auch mal Wände und Ausstellungsstücke anfassen kann.

Es braucht mehr Unterhaltungskünste

In der Villa Ludwigshöhe müssen Gäste dagegen auf den Gängen bleiben, darauf achten, nicht über das Parkett zu laufen. Es gibt zwar vieles zu sehen, zudem vermitteln Infotafeln Wissenswertes zu den Räumen und zur Königsfamilie sowie zu den ausgestellten Kunstobjekten. Doch um die Kinder mitreißen, mit ihnen in die Welt des Schlosses eintauchen zu können, brauche es Unterhaltungskünste. Hofmann greift dabei auf eine Handpuppe zurück: eine in der Gestalt eines Fauns, der aus der römischen Mythologie bekannt ist. Das kommt nicht von ungefähr.

Im Konversationszimmer gibt es ein Kunstwerk mit diesem Mischwesen, das halb Mensch, halb Ziege ist und im Wald lebt. In Pompeji habe er König Ludwig I. kennengelernt und den Weg in die Pfalz gefunden, so führt Hofmann die Figur ein. Eine Geschichte, die einen wahren Hintergrund hat. Hat der bayerische König und Italienliebhaber in der Tat die antike römische Stadt am Golf von Neapel mehrmals besucht.

Hofmann wird mit den Kleinen unter anderem der Frage nachgehen, wie der Tag eines Königs aussah, oder was es denn zu essen gab und wie die Diener damals lebten.

Für wen die Führungen gedacht sind

Anders als bei den Führungen, die für Schulklassen gedacht sind, kann bei diesem einstündigen Abenteuer eine zusammengewürfelte Gruppe von Kindern dabei sein. Vorausgesetzt, sie sind mindestens im Grundschulalter. Bis zu 30 Personen können dabei sein, wobei die Begleitpersonen, also Mama oder Papa, in dieser Zahl inbegriffen sind.

Die Entdeckertouren sind erst der Anfang auf dem Schloss Villa Ludwigshöhe, was das Kinderprogramm angeht. Damit das Ausflugsziel auch für Kindergeburtstage als Schauplatz infrage kommt, was ab dem kommenden Jahr angeboten werden soll, hat sich Hofmann schon etwas überlegt. Er möchte den Rundgang um einen besonderen Workshop ergänzen. Die Mädchen und Jungen sollen Eis herstellen, und zwar wie zu Zeiten von König Ludwig I., also mit einem speziellen, antiken Gerät. Auch hier gibt es einen geschichtlichen Hintergrund: Für den Schlossherrn war im Gewölbekeller im Winter tatsächlich Eis eingelagert worden, damit er bei seinen Aufenthalten im Sommer die Süßspeise genießen konnte.

Info

Die erste Entdeckertour für Kinder ist für Samstag, 19. Oktober, geplant. Es gibt noch freie Plätze. Anmeldungen per E-Mail an Kulturpädagogen Thomas Hofmann unter kulturpaedagogik-pfalz@gdke.rlp.de

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