Rohrbach
Schüler pauken noch bis zu den Sommerferien im Container
Am Dorfplatz in Rohrbach tut sich was. Es sind Stimmen von Kindern zu vernehmen, obwohl auf den ersten Blick keine zu sehen sind. Verwunderlich ist dies dennoch nicht, wie sich schnell herausstellt. Neben den Bauarbeiten an der Grundschule fallen auch die großen weißen Container auf, die sich dazwischen breit machen und deren Fenster geöffnet sind. In denen wird gepaukt. Und aus ihnen kommen die Geräusche. Jetzt ist auch eine Lehrerin zu hören, die etwas erklärt.
Für die Rohrbacher Grundschüler sind die großen Kästen nichts Neues mehr, denn bereits seit April des vergangenen Jahres ersetzen die provisorischen Klassenzimmer die eigentlichen Schulsäle der 75 Kinder (insgesamt fünf Klassen), die in Rohrbach unterrichtet werden. Für die Sicherheit der Schüler ist gesorgt. Der Weg von den Containern zum Pausenhof verläuft über einen direkten Zugang durch das Dorfgemeinschaftshaus.
„Wir haben die komplette Schule ausgeräumt“, sagt Schulleiterin Silke Schönenberger. Die Möbel und die digitale Ausstattung sowie Material, das platztechnisch unterzubringen war, zogen mit in die Container um. Alles andere wurde eingelagert. Für den fünften Klassenraum sei auf Altbestände aus der Grundschule Herxheim zurückgegriffen geworden.
Und wie klappt es mit dem Unterricht in den Containern? „Es klappt gut“, bilanziert Silke Schönenberger. Die Eltern – und auch die Lehrkräfte – seien froh, dass eine Lösung vor Ort geschaffen werden konnte und nicht die zuerst angedachte Lösung mit der Unterbringung in Billigheim umgesetzt wurde. Die Schüler freuten sich, dass der Pausenhof mit den Spielgeräten weitgehend genutzt werden könne „und sie fühlen sich auch in den Klassenräumen wohl“. Auch die Kooperationen mit den Musikschulen, den örtlichen Vereinen, der Bücherei und den Kitas könnten problemlos fortgeführt werden.
Die engen Platzverhältnisse sind hinderlich
Aus den Fenstern der Container können Schüler und Lehrer sehen, wie ihr eigentliches Schulgebäude auf Vordermann gebracht wird. Die Rohrbacher Grundschule wird umfassend saniert. Bis alles fertig ist, wird es aber noch etwas dauern. Ursprünglich war angedacht, dass die Arbeiten bis zu den Osterferien abgeschlossen werden, aber nach jetzigem Stand wird dieses Ziel erst in den Sommerferien erreicht.
Bis dahin, werden die Klassen eins bis vier auch weiterhin in den Containern unterrichtet. „Es hat sich alles gut eingespielt“, sagt Schulleiterin Silke Schönenberger. Das Team zeige sich kreativ und finde für vieles Lösungen. Einige Dinge gestalten sich allerdings aufgrund der engen Platzverhältnisse schwieriger. Dazu gehören beispielsweise das Experimentieren und Gruppenarbeiten. Für den Förderunterricht bleibe nur der Flur. Die „Betreuende Grundschule“ sei besonders eingeschränkt, da hierfür kein eigener Raum zur Verfügung stehe. Es fehlten auch Spielmöglichkeiten für Schlechtwettertage. Bewegt werden könne sich zwar in der Turnhalle, „aber für Lego bauen ist kaum Platz“ und alles müsse immer weggeräumt werden, stellt die Schulleiterin fest, dass so einiges mit mehr Aufwand seitens des Kollegiums verbunden ist.
Es wird saniert und angebaut
Für die Grundschule in Rohrbach werden steigende Schülerzahlen erwartet. Das Gebäude wird nicht nur energetisch modernisiert und barrierefrei ausgebaut, sondern auf der Nordseite wird auch ein Anbau errichtet. Was den energetischen Teil betrifft, so wird die Fassade des Bestandsgebäude komplett erneuert. Darüber hinaus wird das Gebäude in Sachen Brandschutz modernisiert. Der Anbau wird über einen verglasten Flur mit dem alten Trakt verbunden. Im Neubau werden ein Mehrzweckraum und Büroräume untergebracht. Die prognostizierten Kosten für die Sanierung der Grundschule liegen bei rund 3,91 Millionen Euro, wie Verbandsbürgermeisterin Hedi Braun mitteilt. Die Maßnahme wird vom Land (765.000 Euro) und vom Kreis (rund 127.000 Euro) bezuschusst. Seit der Übernahme der Grundschule von der Verbandsgemeinde Landau-Land durch die VG Herxheim vor etwa 30 Jahren war keine größere Sanierungsmaßnahme mehr durchgeführt worden, erklärt Hedi Braun.