Maikammer RHEINPFALZ Plus Artikel Schäfer: Hotel dringend nötig

So soll das Hotel aussehen.
So soll das Hotel aussehen.

Das am Ortseingang südlich der Bahnhofstraße geplante Hotel soll niedriger als ursprünglich geplant werden. Damit wird einem Hauptkritikpunkt Rechnung getragen. Ortsbürgermeister Karl Schäfer ist von dem Projekt überzeugt, und das hat seine Gründe.

Am nordöstlichen Ortseingang Maikammers soll eine Hotelanlage mit fünf Gebäudeteilen, 60 Doppelzimmern, Restaurant, Wellnessbereich und Konferenzräumen gebaut werden. Bauträgerin ist die Speeter-Gruppe in Bornheim. Das Planungsverfahren für die derzeit als Außenbereich ausgewiesene Fläche ist Ende 2019 eingeleitet worden, die Gemeinde stellt einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan auf.

Nach der Offenlage der Pläne gab es etliche Stellungnahmen, die am Dienstag im Rat behandelt wurden. Mittlerweile gibt es allerdings Änderungen bei der Planung: So wird der zunächst vorgesehene Backwarenverkauf mit Café nicht umgesetzt. „Viele Bedenken verlieren durch die Umplanung ihre Gewichtigkeit, manche werden gegenstandslos“, erklärte Ortsbürgermeister Karl Schäfer am Mittwoch auf Anfrage. Mittlerweile sei auch eine 3-D-Animation angefertigt worden, die zeige, wie die Fassade aussehen soll, und wie sich das neue Gebäude in die Umgebung einfüge.

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Bauhöhe reduziert

Wichtigster Punkt laut Schäfer: „Die ursprünglichen Bauhöhen von maximal 18 beziehungsweise 13,75 Meter wurden reduziert auf 16 und 12,50 Meter.“ Die ursprüngliche Höhe hatte der SPD im Gemeinderat Bauchweh bereitet, letztlich hatte die Fraktion der Einleitung des Planungsverfahrens aber zugestimmt. Inzwischen sagt Fraktionssprecher Markus Sell: „Gebäude mit einer Höhe von 16 Metern gibt es auch in der Umgebung. Insofern ist diese Änderung uns sehr entgegengekommen.“

Der Sockel wird laut Schäfer mit Haardter Sandstein gestaltet, darüber hinaus würden mit abgestuften Grautönen und Holz optisch Elemente aus der umgebenden Weinbergslandschaft aufgegriffen.

Schäfer betont, dass die neue Hotelanlage für die von Weinbau und Tourismus geprägte Gemeinde notwendig sei. „Der Zuwachs an Übernachtungen verdeutlicht die dringende Notwendigkeit eines Hotels“, so Schäfer. Zumal die Gemeinde Maikammer in den vergangenen Jahren fast hundert Gästebetten verloren habe, und der Rückgang sich durch Betriebsschließungen aus Altersgründen fortsetzen könnte. Derzeit hat Maikammer eine Bettenkapazität von 657, 2006 waren es noch 746.

„Ganz andere Infrastruktur“

Schäfer betonte, dass aus den Kennziffern des Deutschen Wissenschaftlichen Instituts für Fremdenverkehr die hohe Wertschöpfung des Übernachtungstourismus hervorgehe. Auch Weinwirtschaft, Gastronomie, Geschäfte und Handwerk profitierten davon, und dadurch auch die Bürger. „Eine Fremdenverkehrsgemeinde kann eine ganz andere Infrastruktur vorhalten als eine Gemeinde ohne Tourismus.“ Tourismus-Experten sähen zudem einen Trend hin zum Deutschland-Urlaub und einer längeren Aufenthaltsdauer.

Der Standort am Ortseingang habe viele Vorteile. So entstehe kein zusätzlicher Verkehr im Ort, außerdem sei sowohl der Bahnhof als auch der Ortskern zu Fuß gut zu erreichen.

Sell: Hinken hinterher

Die Einschätzung des Bedarfs wird von SPD geteilt. „Wir verlassen uns auf die Zahlen, die uns vorgelegt wurden“, so Sell. Außerdem gehe er davon aus, dass ein erfahrener Investor wie die Speeter-Gruppe nicht „ins Blaue“ plane. Sell weist darüber hinaus auf die Bettenkapazität St. Martins hin. „Im Vergleich dazu hinken wir hinterher.“ Der Nachbarort verfügt, Stand 2019, über 877 Betten, also über 200 mehr als Maikammer. In den vergangenen Jahren ist die Differenz stetig gewachsen. Wichtig sei der SPD größtmögliche Transparenz. Die Fraktion lege deshalb Wert darauf, dass 3D-Animation des Investors auf der Homepage der Gemeinde veröffentlich wird. „Dann kann jeder Bürger sich anschauen, wie das einmal aussehen wird.“

Wie geht es nun weiter? Nach der Änderung der Pläne werde es nun noch einmal eine Offenlage geben, bei der Anregungen und Bedenken vorgebracht werden könnten, erklärte Schäfer. Allerdings müssten diese sich auf die Änderungen beziehen. Einwände, die bereits vorgebracht und behandelt worden seien, würden nicht noch einmal überprüft.

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