Kreis Südliche Weinstraße
SÜW: Landwirte und Naturschützer wollen Bürgerinitiative gegen Erdölbohrungen gründen

Landwirte und Umweltschützer aus dem Landkreis Südliche Weinstraße wollen eine Bürgerinitiative gründen, um gegen geplante Erdölbohrungen zwischen Herxheim und Offenbach vorzugehen. Die Akteure suchen nun weitere Mitstreiter.
Anlass für die Initiative ist das Vorhaben der Firma Neptune Energy, auf einem Acker zwischen Offenbach und Herxheim nach Öl zu bohren. Das Unternehmen vermutet unterhalb von Offenbach ein Ölvorkommen. Untersuchungen legen diesen Schluss nahe. Sollte die Suche erfolgreich sein, will die Firma dort auch Öl fördern. Die Mitstreiter der geplanten Bürgerinitiative (BI) wollen das verhindern. Initiator der BI ist Kuno Volz aus Essingen, Winzer und FWG-Fraktionschef im Offenbacher Verbandsgemeinderat. Neben Volz engagieren sich unter anderem aber auch Gerd Müller und Karl-Heinz Adam aus Herxheim sowie Anja Busch und Ralf Gensheimer aus Offenbach.
Inzwischen hat es ein erstes Treffen gegeben, bei dem 20 Personen vor Ort waren, wie Müller, Landwirt und Gemeinderatsmitglied für die Grünen, der RHEINPFALZ mitteilt. Dabei sei vereinbart worden, die BI in Form eines Vereins auf den Weg zu bringen. Laut Müller sorgen sich die Akteure, dass die Bohrungen immense Auswirkungen auf die umliegenden Gemeinden haben könnte. Unter anderem bestehe die Gefahr, dass Grundwasser verseucht werden könnten. Sollte zwischen Herxheim und Offenbach Öl gefördert werden, wäre damit auch ein erheblicher Anstieg des Verkehrs verbunden. Begründung: Lastwagen müssten das geförderte Rohöl von der Anlage zu Raffinerien transportieren.
Erst vor Kurzem hat das Amtsgericht Landau dem Verkauf des Ackers zwischen Offenbach und Herxheim an Neptune Energy zugestimmt. Er gehört dem Bistum Speyer. Die Kreisverwaltung hatte den Kauf zuvor gestoppt. Die Behörde hat nun Beschwerde gegen die Entscheidung des Gerichts eingelegt. Der Ausgang ist noch unklar. Das Grundstück ist derzeit noch an Karl-Heinz Adam verpachtet. Der möchte das Feld weiterhin bestellen und wehrt sich ebenfalls gegen das Geschäft zwischen Bistum und Neptune Energy.
Die Geschichte hatte für Aufsehen gesorgt. Nach der Berichterstattung der RHEINPFALZ waren auch andere Medien auf den Rechtsstreit zwischen der Ölfirma und dem Landkreis aufmerksam geworden. Das Bistum war in die Kritik geraten – unter anderem deshalb, weil das Grundstück für den fünffachen Preis seines Verkehrswertes an die Ölfirma verkauft worden war.