Kreis Südliche Weinstraße SÜW. Landkreis rüstet sich für Klimawandel

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Ein Jahr lang hat sich der Kreis Südliche Weinstraße über das Projekt „Klimawandel-Anpassungscoach RLP“ zu den Auswirkungen des Klimawandels beraten lassen. Landrat Dietmar Seefeldt sichert zu, die elf in Workshops priorisierten Vorschläge mithilfe eines Klimaschutzmanagers umzusetzen.

„Insbesondere in der Süd- und Vorderpfalz sind die Folgen des Klimawandels deutlich zu spüren. Mittlerweile vergeht kein Jahr ohne extreme Wetterereignisse“, berichtet der Landrat. An der Südlichen Weinstraße seien die Temperaturen seit 1880 um etwa 1,6 Grad Celsius angestiegen. „Mit der Teilnahme an dem Projekt leisten wir einen notwendigen gesellschaftlichen Beitrag, denn Klimaschutz geht uns alle an.“

Der Landkreis war eine der ersten fünf Modellkommunen im Land. Nun liegt nach drei Workshops zu den Handlungsfeldern menschliche Gesundheit, Land- und Forstwirtschaft, Weinbau, Bauwesen, Tourismus sowie Bevölkerungs- und Katastrophenschutz der Abschlussbericht vor, den Hans-Joachim Ritter, der Vorsitzende der Stiftung für Ökologie und Demokratie, und der wissenschaftliche Mitarbeiter Christian Kotremba vorstellten. Kotremba hat zudem Wirkungsanalysen zu klimawandelinduzierten Risikofaktoren wie Bodenerosion, Hitze und Starkniederschläge erstellt.

Mehr Hitzewellen und Starkregen

Der Experte führte aus, dass 2018 mit Abstand das wärmste Jahr seit der regelmäßigen Aufzeichnung des Wetters gewesen sei und die fünf wärmsten Jahre alle seit 2007 verzeichnet worden seien. „Bei den Jahresniederschlägen zeigt sich kein signifikanter Trend einer Zu- oder Abnahme. Auffallend sind hingegen die verstärkten Starkregenereignisse und die Zunahme der Winterniederschläge“, ergänzte Ritter. Er prognostiziert, dass die Hitzewellen länger andauern werden, was vermehrt zu Dürre führen werde. Anderseits sei davon auszugehen, dass vereinzelte Starkregen zunehmen.

Zu den ausgearbeiteten Schlüsselvorschlägen zählt, ein Klimaanpassungsmanagement zu institutionalisieren. Heißt: Mitarbeiter sollen sich gezielt mit den Aufgaben zur Klimaanpassung auseinandersetzen. Auch eine Kreis-App für Bürger mit Hintergründen zum Klimawandel soll entwickelt werden. Vorgeschlagen wurde auch eine Ausstellung zum Klimawandel im Kreishaus, die Ausweisung eines Schattenweges und die Erstellung eines Gründachkatasters. Im Bereich Bevölkerungs- und Katastrophenschutz soll es Anpassungen geben.

Bereits umgesetzt wurden Infoveranstaltungen zum Thema „Weinbergbegrünungen“ und „Mückenübertragbare Infektionskrankheiten“. „Durch das Coaching konnten die ersten Grundlagen geschaffen werden. Für die Zukunft sollte das Ziel sein, die Maßnahmenvorschläge in der Praxis umzusetzen“, resümierte Seefeldt.

Das Projekt „Klimawandel-Anpassungscoach“ wird von der Stiftung für Ökologie und Demokratie geleitet, Kooperationspartner ist das Rheinland-Pfalz Kompetenzzentrum für Klimawandelfolgen. Das Bundesumweltministerium fördert das Projekt.

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