Kreis Südliche Weinstraße „Russisch für Kinder“ neu im Programm

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Vor genau zwei Jahren hat Michael Nauth aus Blankenborn die Leitung der Volkshochschule in Bad Bergzabern übernommen. Seither ist viel passiert. Die Teilnehmerzahl an den Kursen hat sich verdoppelt, die Einnahmen haben sich verdreifacht, das Büro wurde gänzlich auf elektronische Datenverarbeitung umgestellt. Die Aufwandsentschädigung, die er für 20 bis 25 Wochenstunden Arbeit bekommt, beträgt 316 Euro. Denn die Volkshochschule ist eine freiwillige Leistung der Stadt.

Mit jeweils 21 Kursen nehmen die Themen „Sprache“ und „Kultur und Wissen“ den größten Raum bei den insgesamt 120 Kursen ein, die rund 35 Kursleiter bestreiten. Halbjährlich wird das Kursprogramm neu erstellt und gedruckt, Schwerpunkt ist auch die Vermittlung von Wissen rund um Computer. „In den Kursen gibt es auch Online-Elemente für die Teilnehmer, die einmal pro Woche über Skype mit dem Kursleiter durchgesprochen werden“, informiert Nauth. Damit sei Bad Bergzabern eine von acht Volkshochschulen in Rheinland-Pfalz, die das Projekt des Deutschen Volkshochschulbundes „Implementierung von Weblernen“ anbiete. Ganz neu ist ein Kurs „Russisch für Kinder ab sieben Jahren“, der von Eltern angeregt wurde, die als Aussiedler nach Bad Bergzabern gekommen sind und deren Nachfahren die Sprache kaum oder gar nicht mehr sprechen. Der Austausch mit anderen Leitern von Volkshochschulen, Zeitung lesen, um über neue Trends informiert zu sein, und Kurse rauszunehmen, die nicht mehr nachgefragt werden, sind die Mosaiksteine, aus denen das Programm entstehe. „Angelika Burkhard hat ein gutes Gespür dafür, was man anbieten sollte“, lobt Nauth seine Mitarbeiterin, die mit zwölf Wochenstunden die umfangreiche Bürotätigkeit managt. Erweitert wurde das Angebot der VHS auch im Bereich Gesundheitsprävention. „Das war eine Anregung des Seniorenbeirats der Verbandsgemeinde“, so Nauth zum Kurs „Stark und standhaft im Alter – Sturzprävention durch Bewegung“ für Teilnehmer ab 65 Jahren. „Viele Kursleiter kommen auch mit tollen neuen Ideen von ihren Fortbildungen“, erzählt Nauth. Eine echte Herausforderung sei die Flüchtlingswelle gewesen, erinnert er sich. 75 Teilnehmer absolvieren derzeit vier Integrationskurse. Um die aufwendige bürokratische Seite der Integrationskurse kümmert sich Uschi Knarr im Sekretariat der Stadt im Schloss. „Viele sind hochmotiviert, das zeigen auch die guten Abschlüsse“, lautet das Fazit des Leiters der VHS. Für diejenigen, die die Zulassung zu diesen Kursen noch nicht haben, wurden in Zusammenarbeit mit dem Haus der Familie und dem Gymnasium des Alfred-Grosser-Schulzentrums Einstiegskurse in deutscher Sprache, meist auf ehrenamtlicher Basis, organisiert. Räumlich sind die Kurse der VHS in der Stadt verteilt. Genutzt wird das Haus des Gastes für Vorträge, Gesundheitskurse werden teils in den Räumen der ehemaligen Tanzschule Sparmann im Untergeschoss abgehalten. Die Schlossgasse 3 wird täglich genutzt, in der Realschule plus finden die Werk- und Kochkurse statt. „Viele melden uns eine positive und offene Atmosphäre zurück, aber ich bin auch immer dankbar für Kritik“, sagt Nauth. „Es ist noch Einiges zu tun“, sagt er beim Blick in die Zukunft. Die Qualitätsmanagement-Zertifizierung mit viel Papierkram muss durchgeführt werden. Die Volkshochschule hat sich jetzt ein Leitbild gegeben, das in der kommenden Stadtratssitzung vorgestellt wird. „Wie sieht die Zukunft der VHS aus, was hat sie zu bieten und was ist gelungenes Lernen“, sind die Stichworte. Im Finanzhaushalt der VHS, die keine Gewinne machen darf, sieht es gut aus. Die Einnahmen sind seit 2015 von gut 100.000 Euro auf zirka 300.000 Euro gestiegen, die Teilnehmerzahl hat sich auf ungefähr 2000 verdoppelt. Zuschießen muss die Stadt pro Jahr noch 5000 bis 10.000 Euro. „Bildung ist ein Grundrecht, trotzdem ist es eine freiwillige Leistung“, merkt Nauth kritisch an.

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