Bad Bergzabern RHEINPFALZ Plus Artikel Restaurant „Zum Haas“ schließt

Das Team des Restaurants „Zum Haas“: Chef Christian Haas (Mitte), mit Mama Helma Krenz (links), den Töchtern Charlyne und Ysabel
Das Team des Restaurants »Zum Haas«: Chef Christian Haas (Mitte), mit Mama Helma Krenz (links), den Töchtern Charlyne und Ysabel sowie Werner Kierzkowski.

Nach 16 Jahren schließt das Restaurant „Zum Haas“ in der Weinstraße in Bad Bergzabern. Und das, obwohl das Lokal sehr erfolgreich lief. Es sei Zeit für Veränderungen, sagt Besitzer Christian Haas.

Es sind weder Personalmangel, noch die gestiegenen Preise oder ausbleibende Gäste, die zur Schließung des Restaurants „Zum Haas“ in der Weinstraße 17 geführt haben. Oder die Auswirkungen der Corona-Pandemie, die die Lokalbetreiber mit Gerichten zum Mitnehmen abfangen konnten, wie der Besitzer des Hauses, Christian Haas, sagt. Das seit 16 Jahren bestehende Restaurant war beliebt in der Kurstadt. Und wirtschaftlich erfolgreich. Ein Familienbetrieb, in dem jeder jedem geholfen hat. „Alles hat Spaß gemacht, wir haben so liebe Gäste, deswegen ist es ist schade und es fällt nicht leicht“, sagt der 41-jährige Koch. Aber sein Entschluss und der seiner Stieftochter Charlyne, die mit jetzt 29 Jahren seit 2013 den Service im „Haas“ professionell gestemmt hat, steht.

Mit dem Außensitz hat das Restaurant rund 100 Sitzplätze. Auch Charlynes Schwester Ysabel hilft immer mal wieder in der Küche aus. Zum Team gehört auch die Mutter von Christian Haas, Helma Krenz, von allen die „Kartoffel-Queen“ genannt. Denn sie schält zentnerweise die Kartoffeln, die gebraucht werden. „Es sind 100 Kilo im Monat, die sie liebevoll nackt macht“, sagt ihr Sohn schmunzelnd. Auch der Mama fällt der Schritt schwer. „Ich habe mich immer gefreut, hierher zu kommen“, sagt sie.

Mit zur Familie gehört auch Nachbar Werner Kierzkowski, der Hansdampf in allen Gassen. „Es tut mir weh, es war eine familiäre Atmosphäre mit den Gästen“, sagt der 67-Jährige, der sich seit der Eröffnung 2007 ehrenamtlich darum kümmert, dass „alles schön ist“. Kennengelernt hat er Haas, als der 2007 vor der Eröffnung an der Fassade des Hauses gearbeitet hat und ihm der Hammer heruntergefallen ist. Werner hat ihm einen „anständigen“ Hammer gebracht, es war der Beginn eines familiären Verhältnisses. „Wir werden Werner auch in Zukunft nicht im Stich lassen, er gehört zur Familie“, sagt Christian Haas.

Haus soll verkauft oder verpachtet werden

Sein Entschluss, das Lokal zu schließen, sei ein Riesenschritt, an dem er aber nicht zweifelt, wie er sagt. „Es ist an der Zeit, Veränderungen anzugehen, wir brauchen einen Tapetenwechsel“, sagt Haas. Und darauf würden er und seine Stieftochter Charlyne sich auch freuen. Kochen will er erst mal nicht mehr, er müsse mal wieder unter Leute, sagt er. Christian Haas will im Montagebereich arbeiten, Umwelttechnik schwebt im vor, Tochter Charlyne als Zugstewardess in ganz Europa. Das Haus soll verkauft oder verpachtet werden. „Vielleicht ergreift jemand anderes die Chance“, bringt der Besitzer seine Hoffnung zum Ausdruck.

2007 hat er das einstige landwirtschaftliche Anwesen mit Brennerei mit seiner Frau Jenny, die ebenfalls Köchin war, entdeckt. Mit dem „Zum Haas“ haben sie sich einen Traum erfüllt. Es wurde umgebaut, renoviert, verschönert und schließlich losgelegt – und das wirtschaftlich erfolgreich. „Wir waren als Team unschlagbar, das Restaurant war unser Baby“, sagt Christian Haas. Vor wenigen Jahren ist seine Frau gestorben, ein Schicksalsschlag, der noch verarbeitet werden muss. Christian Haas hat weitergemacht, mit dem Rückhalt seiner Familie und den Kindern seiner Frau, die seine Kinder sind. Dass er jetzt aufhört, versteht seine Mutter Helma aus vielen Gründen. Auch wenn ihr der Abschied als „Kartoffel-Queen“ schwer fällt. Aber sie ist auch froh. „Die junge Generation macht ihren Weg, und es wird ein guter Weg“, sagt sie mit voller Überzeugung.

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