Kreis Südliche Weinstraße Reinhold Hörner weiter an Spitze

Großer Vertrauensbeweis für Reinhold Hörner: Die Jahresversammlung des Kreisverbandes Südliche Weinstraße im Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd (BWV) hat den 58-jährigen Winzer und Landwirt aus Hochstadt am Dienstag in Impflingen einstimmig als Kreisvorsitzender für die nächsten vier Jahre bestätigt.
Hörner, der das Amt seit 16 Jahren ausübt, hatte zuvor in einem leidenschaftlichen Plädoyer die Bedeutung und Zukunftsfähigkeit der bäuerlichen Landwirtschaft herausgestellt. Diese werde immer wieder, besonders aus der Ecke der Grünen, in ein schlechtes Licht gerückt. Bei den Bürgern treffe die Kritik vielfach auf fruchtbaren Boden. Der Grund, so Hörner, sei unter anderem in der Entfremdung der Bürger und Verbraucher von den Nahrungsmitteln zu sehen. Die Meinungsbildung werde bestimmt durch Halbwahrheiten und bewusste Fehlinformationen bestimmter Gruppen, die nicht pflanzten, nicht säten, nicht pflegten, nicht ernteten, aber alles besser wüssten. Selbst Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) sei sich nicht zu schade, mit ihren „Bauernregeln“ für 1,5 Millionen Euro eine Kampagne zu fahren, um die Bauern schlecht zu machen, wetterte Hörner. Er ist der Auffassung, dass in der Öffentlichkeit die Verdienste der Landwirtschaft um Artenvielfalt, Naturschutz und regenerative Energien stärker herausgestellt werden müssten, anstatt die Bauern zu Sündenböcken zu machen. Zum Thema Biodiversität berichtete Hörner, die Ideen des Kreisverbandes aus dem vergangenen Jahr seien mit 20 Landwirten auf mehr als 60 Hektar umgesetzt worden. Zusammen mit den Herxheimer Landwirten seien über 100 Hektar Blühflächen angelegt worden. Hörner animierte seine Kollegen, an dem Projekt teilzunehmen. Hörner: „Wir wollen zeigen, dass wir das Problem erkannt haben, an Verbesserungen arbeiten, aber auch darauf verweisen, dass die Landwirtschaft nicht alleine am Rückgang der Artenvielfalt Schuld ist.“ Der Zubau der Landschaft mit Windrädern tue der Biodiversität keinen Gefallen. Der Kreisvorsitzende befasste sich auch mit den Herausforderungen des außergewöhnlichen Weinjahrgangs 2016, sprach von dem besorgniserregenden Auftreten von Pilzkrankheiten und schließlich dem qualitativen Happy End nach dem sonnigen Spätsommer. Thema war auch der Preisverfall beim Fasswein sowie eine überbordende Bürokratie. Der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Pfalz Süd, Eberhard Hartelt (Göllheim), schlug in die gleiche Kerbe wie Hörner. Die Landwirtschaft befinde sich in einem Prozess der schleichenden Entmündigung, in dem Nichtfachleute über Produktionsweisen bestimmen wollten. Umweltthemen seien die Herausforderung, denen sich die Landwirte stellen müssten. Die neuen „Bauernregeln“ der Bundesumweltministerin nannte er „diffamierend, billig, unterstes Niveau“. Thema war auch die EU-Agrarpolitik nach 2020 und das anstehende Konsultationsverfahren, in dem die Meinung der Bürger abgefragt wird. Der Vorstand Gewählt wurde neben dem Vorsitzenden turnusgemäß die Hälfte der Mitglieder des Kreisvorstandes, alle einstimmig: Hartmut Keller (Göcklingen), Hans Müller (Herxheim), Bernd Schweikart (Essingen), Thomas Weiter (Barbelroth), Gerhard Staub (Böbingen) und Michael Ziegler (Maikammer). Hauptausschuss Die 96 anwesenden der 1750 Mitglieder des Kreisverbandes wählten die SÜW-Mitglieder für den Hauptausschuss des Weinbauverbandes Pfalz: Reinhold Hörner (Hochstadt), Karl-Friedrich Junker (Impflingen), Frank Bohlender (Steinweiler), Esther Bangerth (Billigheim-Ingenheim), Tina Kiefer-Hechtmann (Ranschbach), Andrea Römmich (Edenkoben), Boris Kranz (Ilbesheim), Wolfgang Schwalb (Walsheim), Thomas Zöller (Kirrweiler). |som